Fehlstart in letzter Sekunde. Rocket Lab brach am Donnerstag den Start eines Radarsatelliten kurz vor dem Abheben ab. Die Börse reagiert erstaunlich gelassen. Ein gigantischer Zukauf überschattet den technischen Rückschlag komplett und schickt den Kurs auf Rekordjagd.
Milliarden-Coup ändert alles
Am Montag verkündete das Raumfahrtunternehmen den Kauf des Kommunikationsspezialisten Iridium. Acht Milliarden US-Dollar kostet die Übernahme. Damit sichert sich Rocket Lab auf einen Schlag 2,5 Millionen Abonnenten. Obendrein erhält der Konzern wertvolle L-Band-Frequenzen und 66 Satelliten im niedrigen Erdorbit.
Das Geschäft verspricht einen massiven Sprung beim operativen Gewinn. Analysten der Bank of America reagierten prompt und hoben ihr Kursziel auf 115 US-Dollar an. Im Schnitt sehen Marktexperten die Aktie nun bei rund 105 US-Dollar.
Rückenwind im gesamten Sektor
Die Aktie schoss diese Woche um gut 24 Prozent nach oben. Der Börsenwert klettert damit auf imposante 57 Milliarden US-Dollar. Aktuell pendelt das Papier knapp unter der Marke von 99 US-Dollar.
Ein zusätzlicher Katalysator treibt die gesamte Branche. SpaceX rückt am 7. Juli in den Nasdaq-100 auf. Passive Indexfonds müssen Sektor-Werte nun zwangsläufig nachkaufen. Schätzungen gehen von 4,3 Milliarden US-Dollar an erzwungenen Zuflüssen aus.
NASA-Aufträge und Ausblick
Abseits der Übernahme läuft auch das Kerngeschäft weiter. Die NASA buchte kürzlich drei weitere Electron-Raketenstarts. Frühestens ab Juni 2027 sollen diese Missionen das Eis in hohen Wolken untersuchen.
Bis zum Abschluss der Iridium-Übernahme bleibt viel zu tun. Der Deal soll Mitte 2027 endgültig über die Bühne gehen. Investoren achten nun auf Details zur Firmenintegration.
Der Zusammenschluss birgt bei dieser Größe erhebliche operative Risiken. Kurzfristig rückt aber wieder das Tagesgeschäft in den Fokus. Das Team muss den abgebrochenen Start der achten iQPS-Mission zeitnah und sicher nachholen.
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