Rocket Lab: 19,3-Prozent-Sturz in fünf Tagen

Rocket Lab verliert binnen fünf Handelstagen fast ein Fünftel seines Wertes. Analysten bleiben trotz Branchenschwäche und roter Zahlen optimistisch.

Auf einen Blick:
  • Fünftägiger Kursrutsch von 19,3 Prozent
  • Branchenweiter Abverkauf belastet Raumfahrtwerte
  • Umsatzwachstum von 45,8 Prozent steht roten Zahlen gegenüber
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlung mit Kursziel über 100 Dollar

Fünf Handelstage in Folge ging es für Rocket Lab abwärts. Am Ende stand ein Verlust von 19,3 Prozent. Rund 12 Milliarden Dollar Marktwert lösten sich in dieser Zeit in Luft auf.

Zum Vergleich: Der S&P 500 legte im selben Zeitraum 1,2 Prozent zu. Der Ausverkauf ist also kein Marktphänomen. Er ist eine Geschichte, die vor allem Rocket Lab selbst betrifft.

Kein Firmenskandal, sondern Sektor-Schwäche

Am Montag schloss die Aktie bei 78,79 Dollar, nach einer Spanne zwischen 77,05 und 80,77 Dollar. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von etwa 47,13 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt im negativen Bereich.

Der Kursrutsch am Montag traf nicht nur Rocket Lab. Auch AST SpaceMobile gab nach, obwohl das Unternehmen eigentlich positive Nachrichten hatte. Ein Raketen-Meilenstein aus China und ein Ölpreissprung setzten Raumfahrtwerte branchenweit unter Druck.

SpaceX führte den Abverkauf an, ausgelöst durch Konkurrenzsorgen aus China und Ermüdungserscheinungen bei der Bewertung. Rocket Lab und AST SpaceMobile zogen einfach mit nach unten, obwohl ihre eigenen Unternehmensnachrichten solide ausfielen.

Über den vergangenen Monat hat Rocket Lab bereits 24 Prozent verloren. Das geschah, während sich der gesamte Sektor neu bewertet. Der jüngste Quartalsumsatz zeigte dabei ein kräftiges Wachstum im Jahresvergleich, der Auftragsbestand blieb hoch.

Wachstum trifft auf rote Zahlen

Eine genauere Betrachtung der Fundamentaldaten offenbart einen deutlichen Widerspruch. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate wuchs um 45,8 Prozent. Der Median im S&P 500 liegt bei nur 7,5 Prozent.

Die operative Marge von Rocket Lab steht jedoch bei minus 33,2 Prozent, verglichen mit einem Branchenmedian von 18,4 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von minus 268,7 unterstreicht diese Kluft zwischen Wachstumstempo und Profitabilität.

Die Volatilität der vergangenen Wochen fällt in eine Phase ambitionierter Expansionspläne. Binnen einer Woche verlor die Aktie 17,94 Prozent, binnen eines Monats 24,23 Prozent. Der Ausverkauf im gesamten Raumfahrtsektor begann mit dem Börsengang von SpaceX im Juni 2026.

Seit Jahresbeginn steht für Rocket Lab dennoch ein Plus von 19,57 Prozent zu Buche. Vor dem jüngsten Rutsch notierte die Aktie bei rund 81,45 Dollar – etwa 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 151 Dollar. Es ist bereits der vierte Kursrückgang von mindestens 40 Prozent auf dem mehrjährigen Weg der Aktie von unter 4 Dollar nach oben.

Analysten bleiben trotz allem optimistisch

An der Wall Street hat sich die Stimmung trotz der Turbulenzen kaum eingetrübt. Der Konsens unter 17 Analysten liegt bei einem Kursziel von 112,73 Dollar, das durchschnittliche Rating lautet „Kaufen“. Ein Großteil der Analysten sieht das Kursziel bei 114,10 Dollar.

Morgan Stanley zählt zu den optimistischsten Stimmen. Die Bank bestätigte ihr „Overweight“-Rating mit einem Basisszenario von 105 Dollar und hob ihr Bull-Case-Szenario auf 293 Dollar an. Als Begründung nannte die Bank das Wachstumspotenzial der Weltraumsysteme-Sparte und die am 29. Juni angekündigte Iridium-Übernahme im Volumen von 8 Milliarden Dollar.

Damit dieses Bull-Case-Szenario von 293 Dollar bis Ende 2026 Realität wird, braucht es allerdings mehrere Faktoren gleichzeitig. Die Neutron-Rakete muss pünktlich debütieren. Die Iridium-Übernahme muss sich als wertsteigernd erweisen. Zudem müssten große Golden-Dome-Aufträge tatsächlich in unterschriebene Verträge münden.

Die Neutron-Rakete steht weiterhin vor ihrem Erstflug. Der Abschluss der Iridium-Übernahme wird nicht vor Mitte 2027 erwartet. Bis dahin bleibt die Rocket-Lab-Aktie empfindlich für Nachrichten aus dem eigenen Haus und für Stimmungsschwankungen im gesamten Raumfahrtsektor.

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