Rocket Lab USA meldet in dieser Woche gleich mehrere strategische Erfolge – und die Aktie reagiert trotzdem mit einem deutlichen Rücksetzer. Der Raumfahrtkonzern sicherte sich den bislang größten Einzelauftrag seiner Geschichte, treibt parallel die milliardenschwere Übernahme von Iridium voran und meldete einen erfolgreichen Test am Antrieb der neuen Neutron-Rakete. An der Börse überwog dennoch die Skepsis: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 67,62 US-Dollar, nach einem Minus von 11,87 Prozent auf Wochensicht.
Milliardenauftrag und Iridium-Übernahme
Kern der jüngsten Nachrichtenlage ist ein Acht-Start-Vertrag mit einem nicht näher genannten Kunden, der den Auftragsbestand von Rocket Lab auf mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar hievt. Fünf der acht Missionen entfallen auf die noch nicht gestartete Neutron-Rakete, drei auf die etablierte Electron. Die Laufzeit erstreckt sich von 2026 bis 2029, das Manifest des Unternehmens umfasst nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 70 Missionen. Bemerkenswert: Die Neutron-Kapazitäten werden bereits vor dem Erstflug verkauft – ein Vertrauensvorschuss der Kunden in die Entwicklung.
Zugleich verfolgt Rocket Lab die milliardenschwere Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium weiter. Das Angebot beläuft sich auf rund 8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 54 US-Dollar je Aktie, ein Aufschlag von 24,1 Prozent auf den vorherigen Kurs. Der Deal soll Mitte 2027 abgeschlossen werden. Mit der Transaktion würde Rocket Lab Zugriff auf Iridiums L-Band-Netzwerk und mehr als 2,5 Millionen Abonnenten erhalten und sich zu einem vertikal integrierten Satellitenkommunikationsanbieter entwickeln. Parallel wurde das Unternehmen für ein Weltraumstart-Programm des US Space Force im Volumen von 5,6 Milliarden US-Dollar ausgewählt.
Neutron nimmt Fahrt auf
Technologisch kommt Rocket Lab dem Erstflug der Neutron-Rakete näher. Das Unternehmen meldete einen erfolgreichen Test des Archimedes-Triebwerks, das die neue Trägerrakete antreiben soll. CEO Peter Beck peilt den Neutron-Erststart für das vierte Quartal 2026 an. Die Rakete soll Nutzlasten bis 13.000 Kilogramm in den erdnahen Orbit befördern und Rocket Lab damit erstmals in Konkurrenz zu SpaceX in einem größeren Segment des Startmarktes bringen – wenngleich SpaceX mit bis zu 22.800 Kilogramm weiterhin die Schwerlastklasse dominiert. Zusätzlich verwies das Unternehmen auf den erfolgreichen Abschluss der Victus-Haze-Mission für die US-Raumfahrtstreitkräfte, die operative Zuverlässigkeit demonstrieren soll.
Das bestehende Geschäft mit der kleineren Electron-Rakete wird laut Unternehmensangaben zunehmend auf Hochfrequenzbetrieb umgestellt, während die Raumfahrtsysteme-Sparte als Quelle wiederkehrender Einnahmen dient. Rocket Lab gilt derzeit als zweitaktivster Orbitalstartanbieter weltweit.
Kurs unter Druck trotz guter Nachrichten
Die Marktreaktion auf diese Nachrichtenfülle fiel widersprüchlich aus. Trotz Triebwerkstest, Space-Force-Auftrag und dem Rekord-Backlog verlor die Aktie in der Woche bis zum 18. Juli rund 17 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 30,1 signalisiert inzwischen eine überverkaufte Marktlage, was auf eine technische Gegenreaktion hindeuten könnte, ohne dass dies eine Garantie darstellt. Anleger scheinen angesichts der Kombination aus Neutron-Verzögerungsrisiko, hoher Bewertung und der milliardenschweren Iridium-Finanzierung vorsichtiger zu agieren als noch vor wenigen Wochen.
Für die kommenden Monate bleibt der Erstflug der Neutron-Rakete im vierten Quartal 2026 der zentrale Termin, an dem sich die operative Story von Rocket Lab messen lassen muss. Der fortschreitende Übernahmeprozess bei Iridium mit angepeiltem Abschluss Mitte 2027 dürfte parallel im Fokus bleiben, ebenso wie die Umsetzung des milliardenschweren Auftragsbestands aus dem jüngsten Acht-Start-Vertrag.
Rocket Lab USA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab USA-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rocket Lab USA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab USA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
