Roche-Aktie: Rückschlag bei Brustkrebsmedikament belastet stark

Ein Rückschlag in der Phase-III-Studie für das Brustkrebsmedikament Giredestrant belastet den Pharmakonzern. Die Aktie fiel deutlich, obwohl eine zweite Studie noch aussteht.

Auf einen Blick:
  • Roche-Aktie fällt um über 5 Prozent auf Monatsstiefststand
  • Giredestrant verfehlt primäres Studienziel in Kombination mit Ibrance
  • Zweite Studie läuft noch, Ergebnisse für nächstes Jahr erwartet
  • Markt für orale SERD-Medikamente bleibt umkämpft

Die Aktie von Roche geriet am Montag deutlich unter Druck und fiel zeitweise um 5,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat. Auslöser war die Nachricht, dass der Pharmakonzern mit seinem experimentellen Brustkrebsmedikament Giredestrant einen Rückschlag erlitten hat. Eine Phase-III-Studie konnte nicht zuverlässig nachweisen, dass die Kombination aus Giredestrant und Ibrance von Pfizer das Fortschreiten der Erkrankung bei neu diagnostizierten Patientinnen besser verlangsamt als eine Standardtherapie mit Hormonen plus Ibrance.

Die Enttäuschung wiegt umso schwerer, als Giredestrant noch im vergangenen Jahr für Euphorie gesorgt hatte. Damals zeigte eine Studie, dass die orale Substanz das Risiko eines Tumorwiederauftretens bei Patientinnen senken konnte, die bereits eine etablierte Erstbehandlung erhalten hatten. Die Aktie war daraufhin gestiegen.

Roche Holding AG Aktie Chart

Numerische Verbesserung ohne statistische Signifikanz

Roche betonte in seiner Mitteilung, dass in der aktuellen Studie zwar eine numerische Verbesserung beim progressionsfreien Überleben beobachtet wurde. Diese erreichte jedoch nicht die statistische Signifikanz, die für eine eindeutige Aussagekraft erforderlich gewesen wäre. Die Kombination sei gut verträglich gewesen, und die Nebenwirkungen hätten den bekannten Sicherheitsprofilen der einzelnen Wirkstoffe entsprochen.

Levi Garraway, medizinischer Direktor und Leiter der globalen Produktentwicklung bei Roche, sieht dennoch einen Weg nach vorn. Er verwies auf die Möglichkeit, Giredestrant mit anderen Wirkstoffen zu kombinieren, etwa in der adjuvanten Behandlung von Patientinnen, die bereits eine erste Krebstherapie erhalten haben.

Zweite Studie könnte Klarheit bringen

Die nun gescheiterte Untersuchung war die erste von zwei geplanten Studien zu Giredestrant als Erstlinientherapie. Die Ergebnisse der zweiten Studie werden für das kommende Jahr erwartet und dürften entscheidend dafür sein, wie die Entwicklung des Medikaments weitergeht. Giredestrant gehört zur Klasse der oralen selektiven Östrogenrezeptor-Abbauer, kurz SERD genannt. Diese Wirkstoffe zielen auf Tumore ab, die durch Östrogen zum Wachstum angeregt werden und bis zu 80 Prozent aller Brustkrebsfälle ausmachen.

Der Markt für solche Medikamente ist hart umkämpft. Auch AstraZeneca entwickelt mit Camizestrant einen konkurrierenden Wirkstoff aus derselben Klasse. Für Anleger bleibt abzuwarten, wie sich die zweite Studie entwickelt und ob Roche seine hohen Erwartungen an Giredestrant noch erfüllen kann. Die Reaktion des Marktes zeigt jedenfalls, wie schnell sich die Stimmung bei klinischen Rückschlägen drehen kann.

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