Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat heute einen entscheidenden Fortschritt in seiner onkologischen Forschungspipeline erzielt. Gemeinsam mit dem US-Partner Nurix Therapeutics gab das Unternehmen den Start einer globalen klinischen Phase-III-Studie für den Wirkstoffkandidaten Bexobrutideg bekannt. Mit der Aufnahme des ersten Patienten in dieses Spätstadium der klinischen Prüfung rückt eine potenzielle neue Behandlungsmethode für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) näher.
Fortschritte in der Hämatologie
Bei Bexobrutideg handelt es sich um einen neuartigen Wirkstoff, der einen gezielten Abbau von krankheitsfördernden Eiweißen im Körper bewirkt. Die nun angelaufene Studie ist auf eine weltweite Teilnahme von etwa 620 Patienten ausgelegt. Ziel der Untersuchung ist der direkte Vergleich von Bexobrutideg mit dem bereits etablierten Medikament Pirtobrutinib. Für Roche stellt dieser Schritt einen wichtigen Meilenstein dar, um seine Position im Bereich der Blutkrebstherapien weiter zu festigen.
Parallel zur Entwicklung in der Hämatologie baut Roche seine Aktivitäten in der Brustkrebsforschung aus. Wie heute bekannt wurde, haben das von Truffle Capital gegründete Unternehmen Evexta Bio und Roche eine klinische Kooperations- und Liefervereinbarung unterzeichnet. In einer geplanten Phase-1b-Studie soll die Kombination des Wirkstoffs Rupitasertib von Evexta mit dem Roche-Präparat Giredestrant untersucht werden.
Diese Studie richtet sich an Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, der spezifische genetische Merkmale wie ER+, HER2- und ESR1-Mutationen aufweist. Während Evexta die Durchführung der für das vierte Quartal 2026 geplanten Untersuchung übernimmt, stellt Roche den selektiven Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) Giredestrant zur Verfügung. Die Untersuchung soll zunächst mindestens 15 Patienten umfassen.
Ausbau der Diagnostik-Sparte
Auch im Bereich der Diagnostik verzeichnet der Konzern Zuwächse. Gestern erhielt Roche die CE-Kennzeichnung für einen neuen Alzheimer-Bluttest. Der Test unter der Bezeichnung Elecsys plasma phosphorylated-tau 217 (pTau217) dient der frühzeitigen Erkennung von Alzheimer-Pathologien und könnte die Diagnosewege für Patienten künftig deutlich vereinfachen.
Zusätzlich vertieft Roche Diagnostics die Zusammenarbeit mit Genprex. Gestern wurde eine Kooperation zur Validierung von TROP2-Biomarker-Assays angekündigt. Diese Verfahren sollen dabei helfen, Patienten für klinische Studien zum nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom präziser auszuwählen. Roche hält in diesem Zusammenhang bereits eine „Breakthrough Device Designation“ der US-Gesundheitsbehörde FDA für eine KI-gestützte Begleitdiagnostik. Die entsprechenden Validierungsstudien sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
An der Börse zeigte sich die Aktie von Roche am heutigen Vormittag in einem freundlichen Marktumfeld fester. Marktberichten zufolge reagierte der Kurs zunächst jedoch wenig bewegt auf die Nachricht zum Start der Phase-III-Studie für Bexobrutideg, während der Schweizer Leitindex SMI insgesamt leichte Zugewinne verzeichnete. Im Schweizer Handel notierte das Papier zuletzt bei 356,65 CHF.
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