Gleich zwei Meldungen stützen Roche am Freitag: Die Deutsche Bank stuft den Pharmakonzern auf „Buy“ hoch, und in der Onkologie-Pipeline kommt ein neuer Partner-Wirkstoff hinzu. Die Aktie reagiert darauf kaum. Sie liegt an der SIX praktisch unverändert bei rund 392 Franken.
Deutsche Bank sieht Onkologie-Potenzial
Analyst Emmanuel Papadakis hebt Roche von „Hold“ auf „Buy“ und das Kursziel von 340 auf 500 Franken. Das Ziel liegt damit deutlich über dem aktuellen Kurs. Als Grundlage dient eine aktuelle Onkologie-Umfrage unter Ärzten, deren Rückmeldungen zum Brustkrebs-Kandidaten Giredestrant zunehmend eindeutig positiv ausfallen.
Papadakis räumt selbst ein, dass der Zeitpunkt nicht ideal ist. Er schließe sich dem Konsens spät an und habe die positiven Signale der Ärzte zu lange nicht in seine Einstufung übersetzt. Nach seiner Einschätzung wirkt das Feedback sowohl kurz- als auch mittelfristig, während die unmittelbaren Risiken zurückgegangen seien.
Lizenzdeal für Lungenkrebs-Wirkstoff
Parallel erweitert Roche seine Onkologie-Pipeline. Der Konzern sichert sich von Zymeworks die exklusiven weltweiten Rechte an ZW209, einem trispezifischen T-Zell-Engager. Er richtet sich gegen Tumorzellen mit dem Zielmolekül DLL3, etwa beim kleinzelligen Lungenkrebs und anderen neuroendokrinen Tumoren.
Zymeworks erhält 55 Millionen Dollar im Voraus und weitere 40 Millionen Dollar, sobald eine Phase-1b-Studie zur Dosisoptimierung startet. Der Gesamtwert kann auf bis zu 813 Millionen Dollar steigen, hinzu kommen gestaffelte Lizenzgebühren im hohen einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich.
Roche übernimmt Entwicklung und Vermarktung, sobald Zymeworks die laufende Phase-1a-Dosiseskalation abgeschlossen hat. Die erste Patienteneinschreibung ist vor Ende 2026 geplant. Auffällig: Roche bindet sich bereits vor Vorliegen von Wirksamkeitsdaten. Das Geschäft ist für Roche finanziell überschaubar, unterstreicht aber den Fokus auf bispezifische und multispezifische Antikörper.
Was die Aktie bremst
Dass die Aktie trotz Hochstufung stagniert, passt zum Hinweis des Analysten, er komme spät. Viel Optimismus dürfte bereits eingepreist sein. Für das Kursziel von 500 Franken müsste Roche vor allem bei Giredestrant liefern. Die Ärztestimmung dazu gilt der Deutschen Bank als zunehmend klar, belastbare Studiendaten und Zulassungsschritte zum Wirkstoff stehen jedoch noch aus.
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