Manchmal ist es nicht der Konkurrent, der einem Unternehmen den Wachstumspfad verbaut, sondern das eigene Sicherheitsteam. Roblox hat nach Börsenschluss Quartalszahlen geliefert, die auf den ersten Blick gar nicht so übel aussehen. Aber auf den zweiten Blick erklären, warum die Aktie im nachbörslichen Handel massiv unter Druck geriet (-21%).
Umsatz gut, Nutzer schlecht
Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 39 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Die Buchungen legten 43 Prozent zu auf 1,7 Milliarden Dollar, lagen damit aber knapp unter den Schätzungen von 1,73 Milliarden. Soweit, so ordentlich.
Das Problem liegt bei den Nutzerzahlen. Täglich aktive Nutzer wuchsen zwar um knapp 34 Millionen auf 132 Millionen, doch der Markt hatte 143,8 Millionen erwartet. Die Stunden, die Nutzer auf der Plattform verbrachten, stiegen um 43 Prozent auf 31 Milliarden, auch das blieb unter den erwarteten 33,7 Milliarden. Dazu kam noch das Plattformverbot in Russland, das zusätzlich auf die Nutzerbasis drückte.
Roblox Corporation Aktie Chart
Der Haken heißt Alterskontrolle
Roblox erklärt das Verfehlen der Nutzerziele mit den Folgen eigener Sicherheitsmaßnahmen. Alterskontrollen schränkten die Kommunikation für nicht altersverifizierte Nutzer ein, verwässerten sie für verifizierte und verlangsamten die Neukundengewinnung. Das klingt nach einem vorübergehenden Effekt, aber Roblox behandelt ihn offenbar als strukturell, zumindest für dieses Jahr.
Prognose: Halbierung der Erwartungen
Für das laufende Quartal erwartet Roblox Umsätze zwischen 1,39 und 1,45 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 1,90 Milliarden. Für das Gesamtjahr 2026 senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose auf 5,878 bis 6,14 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 20 bis 25 Prozent entspricht. Vorher hatte Roblox noch 23 bis 29 Prozent in Aussicht gestellt. Der Konsens? 8,42 Milliarden Dollar. Das ist keine kleine Lücke, das ist ein Graben.
Cash Flow als Trost
Immerhin: Der operative Cashflow kletterte um 42 Prozent auf 629 Millionen Dollar, der freie Cashflow um 40 Prozent auf 596 Millionen, leicht über den Schätzungen von 564,5 Millionen. Und der Verlust je Aktie fiel mit 0,35 Dollar fünf Cent besser aus als erwartet, nach 0,32 Dollar im Vorjahresquartal. Die höheren Entwicklergebühren und gestiegenen Umsatzkosten fressen den Umsatzzuwachs eben weiterhin teilweise auf. Sicherheit kostet, das weiß Roblox jetzt ganz genau.
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