Robinhood macht Ernst mit der Demokratisierung der Kapitalmärkte. Der Broker startet in den kommenden Wochen den Robinhood Ventures Fund I (RVI), einen geschlossenen Fonds, der an der New York Stock Exchange gehandelt werden soll. Die Aktie legte gestern um 0,9 % zu, nachdem die Nachricht bekannt wurde.
Der Clou dabei ist die Zielgruppe. Robinhood-Kunden können IPO-Anteile zu einem erwarteten Preis von 25 Dollar pro Aktie zeichnen. Und das ohne Akkreditierungsanforderungen, ohne Mindestinvestment und mit täglicher Liquidität. Das ist bemerkenswert, denn bisher blieben solche Investments den großen institutionellen Anlegern vorbehalten.
Der Fonds wird Zugang zu einem konzentrierten Portfolio privater Unternehmen bieten, darunter Namen wie Airwallex, Databricks, Oura, Ramp und Revolut. Besonders interessant ist die geplante Beteiligung an Stripe, die nach dem IPO des Fonds abgeschlossen werden soll. Weitere Unternehmen sollen mit der Zeit hinzukommen.
Private Märkte werden zur echten Alternative
Die Zahlen sprechen für sich. Es gibt 6,5-mal so viele private wie öffentliche Unternehmen in den USA. Der Gesamtwert der privaten Firmen übersteigt mittlerweile 10 Billionen Dollar. Unternehmen bleiben länger privat und wachsen in dieser Phase deutlich stärker als früher. Genau diese Wachstumsphase verpassen Kleinanleger bislang komplett.
CEO Vlad Tenev spricht von einer der größten bestehenden Ungerechtigkeiten an den Kapitalmärkten. Mit dem RVI will Robinhood diese Lücke schließen. Die Managementgebühr liegt bei 2 % jährlich, in den ersten sechs Monaten sogar nur bei 1 %. Eine Performance-Fee gibt es nicht, was im Vergleich zu klassischen Venture-Fonds durchaus attraktiv ist.
Robinhood setzt damit seine Diversifizierungsstrategie fort und erschließt ein völlig neues Geschäftsfeld. Für Anleger könnte das langfristig interessant werden, auch wenn die Robinhood-Aktie kurzfristig nur moderat reagierte. Der Markt wird erst noch verstehen müssen, welches Potenzial hier tatsächlich steckt.
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