Es war nicht ein einzelner schlechter Wert, der die Robinhood-Aktie am Mittwoch vorbörslich um 10 Prozent nach unten riss. Es war die Summe kleiner Enttäuschungen, die sich zu einem unangenehmen Bild fügten.
Überall ein bisschen zu wenig
Der Q1-Umsatz lag bei 1,07 Milliarden Dollar, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Klingt ordentlich. Nur hatte der Markt gut 1,14 Milliarden erwartet. Das Ergebnis je Aktie kam auf 0,38 Dollar, einen Cent unter der Schätzung. Auch die adjusted EBITDA von 534 Millionen Dollar verfehlte die Erwartung von 573 Millionen. Und dann noch der sequenzielle Einbruch: Gegenüber Q4 sank der Umsatz um 17 Prozent, die EBITDA-Marge fiel von 59 auf 50 Prozent. Das ist der Teil, den der Markt wirklich bestraft hat.
Der durchschnittliche Umsatz je Nutzer rutschte von 191 auf 157 Dollar. Auf Jahresbasis noch ein Plus von 8 Prozent, aber eben deutlich weniger als die 16 Prozent im Quartal zuvor.
Das Krypto-Loch
Der eigentliche Knackpunkt heißt Krypto. Die Erlöse aus dem Kryptohandel brachen 47 Prozent ein auf 134 Millionen Dollar, das Handelsvolumen auf der Robinhood-App fiel um 48 Prozent. Das ist kein Rauschen, das ist ein satter Rückgang. Und er trifft Robinhood härter als die meisten Konkurrenten, weil das Unternehmen lange von der Krypto-Euphorie profitiert hatte. Was hochgeht, kann eben auch wieder fallen.
Options-Erlöse stiegen immerhin um 8 Prozent auf 250 Millionen Dollar, Aktienhandel legte 46 Prozent zu auf 82 Millionen. Das federt ab, reicht aber nicht.
Trump Accounts kosten erst mal Geld
CEO Vladimir Tenev hatte im Earnings Call einiges zu erzählen: Robinhood wird exklusiver Broker und Treuhänder für die sogenannten Trump Accounts, ein staatliches Investitionsprogramm für Kinder unter Aufsicht des US-Finanzministeriums. Bereits 5,5 Millionen Kinder sind angemeldet, 60 Millionen wären berechtigt. Das klingt nach einer gewaltigen Wachstumschance.
Doch vorerst kostet das Programm. Robinhood hebt den Kostenausblick für 2026 auf 2,7 bis 2,825 Milliarden Dollar an, 100 Millionen mehr als bisher. CFO Shiv Verma betonte zwar, das Ganze laufe auf Cost-plus-Basis, die Erlöse sollen die Kosten übersteigen. Aber der Markt sieht zunächst die höhere Kostenlast, nicht die künftigen Einnahmen.
Robinhood Markets Aktie Chart
Die Substanz stimmt, nur das Tempo nicht
Wer genauer hinschaut, findet durchaus Positives. Nettozuflüsse von 17,7 Milliarden Dollar entsprechen einer annualisierten Wachstumsrate von 22 Prozent. Gold-Abonnenten wuchsen um 36 Prozent auf 4,3 Millionen. Die verwalteten Vermögen liegen bei 307 Milliarden Dollar, 39 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Banking-Geschäft habe sich laut Tenev seit dem letzten Quartalsbericht verfünffacht, über 2 Milliarden Dollar Nettozuflüsse, 125.000 aktive Kunden. Die Gold-Kreditkarte kommt auf 800.000 Kunden mit einem annualisierten Kaufvolumen von 15 Milliarden Dollar.
Robinhood baut also. Die Frage ist, wann das alles in verlässliche, wiederkehrende Erlöse mündet. Genau das will der Markt gerade wissen, und genau darauf hat das Unternehmen noch keine befriedigende Antwort gegeben. Zehn Prozent Kursabschlag für eine unbeantwortete Frage, das klingt nach Robinhood-Verhältnissen fast moderat.
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