Robinhood-Aktie: KI-Konkurrenz belastet Branche stark!

Robinhood verfehlt Umsatzerwartungen, während ein KI-Startup die Branche unter Druck setzt. Trotzdem meldet das Unternehmen starkes Wachstum bei Vermögenswerten und Kundenzahlen.

Auf einen Blick:
  • US-Broker verlieren deutlich nach KI-Ankündigung von Altruist
  • Robinhood verfehlt Umsatzerwartungen im vierten Quartal
  • Management plant trotz Kursrückgang weiteres beschleunigtes Wachstum
  • Diversifikation in Prediction Markets und internationale Expansion vorangetrieben

Die Aktie von Robinhood verlor am Dienstagmorgen in Frankfurt rund 8 Prozent, nachdem das Unternehmen am Vortag mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen verfehlt hatte. Der Umsatz im vierten Quartal blieb hinter den Prognosen der Wall Street zurück, belastet durch ein schwieriges Umfeld für digitale Vermögenswerte. Gleichzeitig gerieten die Papiere etablierter US-Broker unter Druck, als das Fintech-Startup Altruist neue KI-gestützte Funktionen für die Steuerplanung vorstellte.

Die Sorge vor Disruption durch KI-gestützte Konkurrenten erfasste am Dienstag die gesamte Branche. Charles Schwab verlor 6,4 Prozent, LPL Financial brach um 8,3 Prozent ein, Raymond James gab 7 Prozent ab und Stifel Financial verlor 6,5 Prozent. Selbst Morgan Stanley rutschte um 2,8 Prozent ab. Das 2018 gegründete Altruist bietet Anlageberatern eine Plattform für Kontoeröffnung, Handel und Abrechnung und automatisiert nun mit seiner Hazel-KI-Plattform die Erstellung personalisierter Steuerstrategien durch sofortige Analyse von Kundendokumenten.

Quartalszahlen zeigen gemischtes Bild der Entwicklung

Trotz der enttäuschenden Umsatzzahlen im vierten Quartal präsentierte CEO Vladimir Tenev auf dem Earnings Call ein optimistisches Gesamtbild. Die Vermögenswerte auf der Plattform wuchsen im Jahresvergleich um fast 70 Prozent auf 324 Milliarden US-Dollar, während die Nettoeinlagen mit 68 Milliarden Dollar um 35 Prozent zulegten. Die Zahl der Gold-Abonnenten stieg um knapp 60 Prozent auf 4,2 Millionen. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 2,5 Milliarden Dollar einen Rekordwert und legte um 76 Prozent zu.

CFO Shiv Verma betonte die zunehmende Diversifikation des Geschäfts. Mittlerweile erwirtschafte Robinhood elf Geschäftsbereiche mit jeweils über 100 Millionen Dollar Jahresumsatz. Über 40 Prozent der gesamten Vermögenswerte entfallen nun auf ETFs, Beratung, Altersvorsorge und Bargeld. Die Robinhood Gold Card wuchs 2025 um das Fünffache auf 600.000 Kunden und erreichte ein annualisiertes Ausgabevolumen von über 10 Milliarden Dollar. Das Unternehmen plant, die Kundenzahl in diesem Bereich auf über eine Million zu verdoppeln.

Robinhood Markets Aktie Chart

Expansion in Prediction Markets und internationale Märkte

Besonders stark entwickelten sich die Prediction Markets, deren Volumen sich laut Tenev erneut mehr als verdoppelte. Über 12 Milliarden Kontrakte wurden 2025 gehandelt. Das Unternehmen führte zudem Leerverkäufe ein, die in den ersten Monaten ein Aktienvolumen von über 11 Milliarden Dollar generierten. International verzeichnete Robinhood 750.000 Kunden außerhalb der USA und startete ISAs im Vereinigten Königreich.

Für 2026 stellte das Management ein weiteres Jahr mit über 20 Prozent Wachstum bei den Nettoeinlagen in Aussicht. Die bereinigten Betriebskosten sollen auf 2,6 bis 2,725 Milliarden Dollar steigen, was einem Anstieg von 18 Prozent entspricht. Analyst Dennis Dick von Stock Trader Network sieht in der Altruist-Ankündigung ein potenzielles Disruptions-Risiko für etablierte Retail-Broker. Verma versicherte jedoch, dass das Unternehmen davon ausgeht, dass die Umsätze schneller wachsen werden als die Ausgaben.

Anleger dürften nun beobachten, wie sich die Konkurrenz durch KI-gestützte Anbieter weiter entwickelt und ob Robinhood seine ambitionierten Wachstumsziele trotz des schwächeren vierten Quartals erreichen kann. Die Diversifikation in neue Geschäftsfelder könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen, während die Abhängigkeit von volatilen Krypto-Märkten ein Unsicherheitsfaktor bleibt.

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