Rio Tinto trennt sich von seinen US-amerikanischen Borvorkommen in Boron, Kalifornien. Und offenbar will mehr als ein Dutzend Interessenten ein Stück davon. Laut Bloomberg haben sich unter anderem WE Soda, Magris Resources und US Silica Holdings als potenzielle Käufer positioniert. Der Erlös soll bei rund zwei Milliarden Dollar liegen.
Das ist nicht wenig für einen Rohstoff, den die meisten Anleger nicht mal kennen dürften.
Warum Bor gerade so gefragt ist
Bor klingt nach Chemieunterricht. Ist es auch. Doch der Rohstoff steckt in Düngemitteln, in hitzebeständigem Glas und in Materialien für erneuerbare Energien. Wer also auf die Energiewende setzt, kommt an Bor nicht vorbei. Demnach erklärt sich das Bieterinteresse fast von selbst.
Rio Tinto hingegen sortiert sein Portfolio um. Der Konzern will sich offenbar auf andere Kernbereiche konzentrieren und nimmt dabei zwei Milliarden Dollar mit. Für einen Rohstoff, der lange im Schatten von Lithium und Kobalt stand, ist das ein bemerkenswerter Preis. Oder sagen wir: ein überraschend hoher Preis.
Rio Tinto plc Aktie Chart
Mehr als zwölf Bieter, ein Gewinner
Dass so viele Interessenten aufgetaucht sind, zeigt vor allem eines: Der Markt für kritische Mineralien ist nicht mehr das, was er mal war. Wer heute Zugang zu Bor in den USA kontrolliert, sitzt an einem strategisch gut platzierten Hebel, gerade wenn die Lieferketten aus Asien weiter unter Druck geraten.
Wer am Ende den Zuschlag bekommt, ist offen. Aber Rio Tinto dürfte die Auktion mit einiger Gelassenheit verfolgen. Zwei Milliarden für Boron, Kalifornien. Nicht schlecht für eine Mine, über die vor zwei Jahren kaum jemand geredet hat.
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