Rio Tinto zieht die Schlagzahl an: In Chile schmiedet der Konzern eine neue Allianz rund um Kupfer und Lithium, in Kanada wird gleichzeitig ein jahrzehntelanges Minenkapitel sauber zu Ende geschrieben. Dahinter steckt mehr als nur PR – es geht um Tempo bei Zukunftsmetallen und um Glaubwürdigkeit beim Thema ESG.
Chile: Partnerschaft mit Codelco soll Projekte beschleunigen
Am Rande der BMO-Konferenz für Metalle und Bergbau haben Rio Tinto und Chiles Staatskonzern Codelco ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Der Kern: Beide Seiten wollen bei großen Investitionsprojekten in Chile enger zusammenarbeiten – mit dem Ziel, Zeitpläne zu verkürzen, Kosten zu optimieren und ESG-Kriterien stärker in die Umsetzung zu integrieren.
Neu ist die Annäherung nicht aus dem Nichts. Rio Tinto arbeitet bereits mit Codelco am Kupferprojekt Nuevo Cobre sowie an einer Lithium-Entwicklung am Salzsee Maricunga. Jetzt soll ein gemeinsamer Lenkungsausschuss aus Top-Managern Pilotprojekte identifizieren und die Zusammenarbeit steuern.
Eine zentrale operative Marke für 2026: Beim Explorationsprojekt Dionisio soll zunächst die Infrastruktur für ein Bohrprogramm aufgebaut werden, um geologische Unsicherheiten zu den Kupfervorkommen zu reduzieren. Beim Lithium-Projekt Maricunga soll der formale Prozess zur Finalisierung einer öffentlich-privaten Partnerschaft in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Was bringt das Rio Tinto? Vor allem die Aussicht, in einem der kupferreichsten Länder der Welt Projekte schneller und planbarer voranzutreiben.
Kanada: Diavik-Schließung wird zur 25-Jahres-Aufgabe
Fast zeitgleich setzt Rio Tinto in Kanada einen anderen Akzent: Für die Diamantenmine Diavik in den Northwest Territories wurde am 26. Februar 2026 ein Closure Agreement mit der Tłı̨chǫ-Regierung unterzeichnet – öffentlich und mit Symbolkraft. Das Abkommen gehört zu den ersten seiner Art für Rio Tinto in Kanada und regelt nicht nur die Stilllegung, sondern einen langen Nachlauf.
Konkret umfasst es Finanzmittel für Tłı̨chǫ-geführte Initiativen während der Schließungsphase sowie Zusagen zu Beschäftigung, Training und Geschäftsmöglichkeiten, während die Belegschaft mit Beginn der Stilllegungsarbeiten im März schrumpft. Die Schließung soll von 2026 bis 2029 umgesetzt werden. Anschließend ist ab 2029 eine Monitoring-Phase bis 2040 vorgesehen; nach 2030 wird keine aktive Präsenz am Standort erwartet. Der Rahmen des Abkommens reicht sogar über 25 Jahre – inklusive Renaturierung, Umweltmanagement und Nachkontrolle.
Zahlen, Dividende, Marktumfeld: Rückenwind bei Kupfer, Fragezeichen bei Eisenerz
Die Nachrichten treffen auf ein Umfeld, das Rio Tinto grundsätzlich in die Karten spielt – zumindest bei Kupfer und Lithium. Investoren bevorzugen Minenwerte mit „Energiewende“-Metallen, während bei China-sensitiven Massengütern wie Eisenerz mehr Vorsicht mitschwingt. Genau dort liegt für Rio Tinto weiterhin ein zentraler Ergebnishebel.
Finanziell lieferte der Konzern für 2025 einen soliden Rahmen: Die Kupferäquivalent-Produktion stieg um 8%, gestützt durch den Hochlauf der Untertage-Mine Oyu Tolgoi und Rekord-Eisenerzproduktion in Pilbara. Das untermauerte ein Plus von 9% beim zugrunde liegenden EBITDA auf 25,4 Mrd. US-Dollar sowie einen operativen Cashflow von 16,8 Mrd. US-Dollar. Unterm Strich entfielen 10,0 Mrd. US-Dollar Gewinn nach Steuern auf die Eigentümer. Zudem wurde eine ordentliche Dividende von 6,5 Mrd. US-Dollar beschlossen, was einer Ausschüttungsquote von 60% entspricht.
Für Dividendenjäger wird diese Woche konkret: Die Aktie wird am 5. März ex Dividende gehandelt, Stichtag (Record Date) ist der 6. März. Und an der Börse zeigt sich, wie eng solche Termine und die strategischen Schlagzeilen zusammenspielen: Der Kurs liegt heute bei 84,20 Euro und damit nur noch rund 1,6% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.
Der nächste Fixpunkt steht ebenfalls schon im Kalender: Am 20. April folgt die Q1-Operativmeldung für 2026 – dann wird sich zeigen, ob die Kupfer-Story auch operativ in das gewünschte Tempo kommt und wie konsequent der Konzern seine Investitionsdisziplin bei einem Capex-Rahmen von bis zu rund 11 Mrd. US-Dollar umsetzt.
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