Der Bergbaukonzern Rio Tinto hat im dritten Quartal mehr Eisenerz abgesetzt als am Markt erwartet. Während das operative Geschäft in Westaustralien und der Hochlauf neuer Kupferkapazitäten in der Mongolei für Rückenwind sorgen, bremst das Lithiumgeschäft die Entwicklung leicht aus.
Pilbara-Verschiffungen übertreffen Analystenschätzungen
Im dritten Quartal 2026 steigerte Rio Tinto die globalen Eisenerzverkäufe im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 90,8 Millionen Tonnen. Den Löwenanteil steuerte traditionell das westaustralische Pilbara-Netzwerk bei: Hier beliefen sich die Lieferungen auf 85,7 Millionen Tonnen, was einem Zuwachs von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit lag das Volumen über dem Visible-Alpha-Konsens, der im Vorfeld von 84,41 Millionen Tonnen ausgegangen war.
Das Management bestätigte das Jahresabsatzziel für Pilbara von 323 bis 338 Millionen Tonnen. Nach 243,4 Millionen Tonnen in den ersten neun Monaten muss der Konzern im Schlussquartal mindestens 79,6 Millionen Tonnen ausliefern, um das untere Ende dieser Spanne zu erreichen.
Die Stückkostenprognose für Pilbara behielt das Unternehmen mit 23,5 bis 25,0 US-Dollar je Tonne bei, wenngleich höhere Dieselpreise die operativen Ausgaben seit Jahresbeginn spürbar verteuern.
Oyu Tolgoi stärkt Kupferproduktion, Verzögerung bei Lithium
Die weltweite Kupferförderung verharrte im Quartal bei 205.000 Tonnen auf dem Niveau des Vorjahres. Rückgänge an den Standorten Escondida und Kennecott glich der Bergbauriese durch einen deutlichen Sprung bei der mongolischen Mine Oyu Tolgoi aus.
Dort legte die Kupferförderung im dritten Quartal um 27 Prozent zu und erreichte eine annualisierte Rate von rund 450.000 Tonnen. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen weiterhin eine Kupferproduktion zwischen 800.000 und 870.000 Tonnen an.
Dagegen trüben operative Rückschläge im Lithiumsegment das Bild. Aufgrund von Regenfällen in Argentinien sowie eines langsameren Hochlaufs des Projekts Sal de Vida erwartet Rio Tinto die Lithiumförderung 2026 nur noch am unteren Ende der Zielspanne von 61.000 bis 64.000 Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent.
Milliardenprogramm zur Kapitalfreisetzung schreitet voran
Fortschritte meldet der Konzern beim afrikanischen Eisenerz-Großprojekt Simandou, das im dritten Quartal eine annualisierte Produktionsrate von rund 10 Millionen Tonnen erreichte. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2028 soll die Kapazität dort auf 60 Millionen Tonnen pro Jahr ausgebaut werden.
Flankiert wird die operative Entwicklung von einem strikten Effizienzprogramm: Rio Tinto hat im laufenden Jahr bereits mehr als 2 Milliarden US-Dollar im Rahmen seiner 2025 gestarteten Kapitalfreisetzungsinitiative realisiert, die insgesamt 5 bis 10 Milliarden US-Dollar einbringen soll. Im vorbörslichen Handel gibt das Papier heute um 2,9 Prozent auf 79,62 Euro nach, liegt seit Jahresbeginn jedoch noch mit 15 Prozent im Plus.
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