Die Zeit läuft ab für Rio Tinto und Glencore. Bis zum 5. Februar muss Rio ein konkretes Angebot vorlegen oder sechs Monate schweigen. Doch daraus wird wohl nichts. Die beiden Bergbaugiganten werden nach Informationen von Bloomberg eine Verlängerung der Frist beantragen. Der Grund ist simpel: Man kann sich nicht auf einen Preis einigen.
Auf dem Papier klingt der Deal verlockend. Rio würde seine Kupferproduktion quasi verdoppeln und sich zusätzlich rund 1 Million Tonnen künftiges Wachstum sichern. Bei Kupferpreisen nahe Rekordhoch von über 14.500 Dollar pro Tonne eine verführerische Perspektive. Dazu käme Glencores lukratives Kohlegeschäft und das Handelsgeschäft, das Rio kommerziell fitter machen soll.
Das Kupfer-Problem bremst die Verhandlungen
Doch die Realität sieht weniger rosig aus. Glencores Kupfersparte schwächelt massiv. Vier Jahre in Folge ist die Produktion gefallen, operative Rückschläge inklusive. Klar, Glencore hat im Dezember versprochen, die Kupferproduktion im nächsten Jahrzehnt fast zu verdoppeln. Die Investoren haben das offenbar geglaubt und die Aktie nach oben getrieben. Aber Rio muss jetzt dafür einen Premium zahlen, der diese Versprechen bereits einpreist.
Genau hier hakt es. Rio will diszipliniert bleiben und seine australischen Aktionäre nicht vergraulen. Die besitzen fast ein Fünftel des Unternehmens und gelten als konservativ bei Übernahmen. Ohne klare Synergien wird das schwer zu verkaufen sein. Und genau die fehlen weitgehend. Es gibt kaum Überschneidungen bei Minen oder Infrastruktur, keine direkten Einsparungen.
Rio versucht nun, mit weicheren Argumenten zu punktieren. Effizienterer Betrieb von Glencores Minen, bessere Projektentwicklung, Nutzung des Handelsgeschäfts. Ob das reicht, um den geforderten Aufschlag zu rechtfertigen, bleibt fraglich. Die Uhr tickt weiter, nur eben etwas langsamer.
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