Der US-Spezialist für Quantencomputer, Rigetti Computing, verzeichnete am gestrigen Dienstag einen deutlichen Kurssprung von rund acht Prozent. Auslöser für die neue Dynamik war die Aufnahme der Beobachtung durch das Analysehaus Wedbush. Die Experten stuften das Papier mit „Outperform“ ein und riefen ein ehrgeiziges Kursziel von 40 US-Dollar aus. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung des aktuellen Niveaus an der US-Börse Nasdaq. Heute setzt sich die positive Tendenz moderat fort: Im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 15,41 Euro, was einem Plus von 1,66 Prozent entspricht.
Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial
Neben Wedbush zeigen sich auch andere Analystenhäuser konstruktiv gestimmt, wenngleich die Kursziele variieren. Während Rosenblatt das Ziel ebenfalls bei 40 US-Dollar ansetzt, gibt sich Mizuho mit einem Kursziel von 27 US-Dollar etwas vorsichtiger. Der Konsens der Marktbeobachter stuft den Wert derzeit als „Moderate Buy“ ein, wobei das durchschnittliche Ziel bei etwa 32 US-Dollar liegt. Die jüngste Begeisterung ist zudem in einen breiteren Branchenaufschwung eingebettet. Auch Wettbewerber wie IonQ und D-Wave Quantum verbuchten am gestrigen Handelstag Zuwächse von über sechs Prozent.
Diese Sektor-Rallye wird durch optimistische Langfristprognosen gestützt. So verwies das Branchenumfeld zuletzt auf Einschätzungen, wonach Quantencomputing ab den Jahren 2028 oder 2029 messbare wirtschaftliche Beiträge liefern könnte. Bis zum Ende der 2030er Jahre wird dem Markt ein potenzielles Volumen von einer Billion US-Dollar zugeschrieben.
Fokus auf Hardware und staatliche Förderung
Technologisch konzentriert sich Rigetti auf die Weiterentwicklung seines Cepheus-1-108Q-Systems. Das Management verfolgt das Ziel, eine Zwei-Qubit-Gatter-Fidelity von 99,5 Prozent zu erreichen, was als wichtiger Meilenstein für die kommerzielle Leistungsfähigkeit gilt. Partnerschaften mit Unternehmen wie Moody’s und Standard Chartered unterstreichen das Bestreben, Anwendungen in der Finanzbranche zu etablieren. Zudem besteht die Aussicht auf staatliche Unterstützung: Medienberichten zufolge könnte das US-Handelsministerium über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar an Fördermitteln bereitstellen.
Finanziell sieht sich das Unternehmen solide aufgestellt. Zum Ende des ersten Quartals verfügte Rigetti über Netto-Barmittel in Höhe von 568 Millionen US-Dollar. Im ersten Jahresviertel konnte das Unternehmen bereits mit einem Umsatzplus von knapp 199 Prozent gegenüber dem Vorjahr überzeugen. Der Erlös belief sich in diesem Zeitraum auf 4,4 Millionen US-Dollar.
Spannung vor den morgigen Geschäftszahlen
Am morgigen Donnerstag richtet sich der Fokus der Anleger auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Nach US-Börsenschluss wird das Unternehmen seine detaillierte Bilanz vorlegen. Analysten erwarten im Schnitt einen Verlust je Aktie von 0,03 US-Dollar bei einem Umsatz von 5,13 Millionen US-Dollar. Insider-Verkäufe in den vergangenen Monaten, unter anderem durch den Technikvorstand David Rivas Ende Mai, wurden am Markt zwar registriert, konnten den aktuellen Optimismus im Vorfeld der Zahlen jedoch nicht bremsen.
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Aktie langfristig volatil. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 19,74 Prozent. Das Papier notiert derzeit zudem etwa 69,36 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 50,30 Euro, das im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde. Die morgigen Zahlen dürften nun darüber entscheiden, ob die Aktie die psychologisch wichtigen Widerstände nachhaltig überwinden kann.
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