Der Quantencomputer-Spezialist Rigetti sorgt für Aufsehen. Gemeinsam mit dem Technologiekonzern HPE baut das Unternehmen am Pittsburgh Supercomputing Center einen neuartigen Rechner, der klassische Hochleistungstechnik mit Quantenprozessoren verbindet. Die Börse reagierte prompt: Im Montagshandel legte die Rigetti-Aktie um fast acht Prozent zu. Für Anleger, die auf die junge Quantenbranche setzen, ist das ein handfestes Signal, dass die Technologie den Sprung aus dem Labor in konkrete Großprojekte schafft.
Ein Projekt mit staatlicher Rückendeckung
Das Vorhaben trägt den Namen TangleLab und wird teilweise durch einen Zuschuss der National Science Foundation in Höhe von fünf Millionen Dollar finanziert. Herzstück ist das hauseigene Quantensystem Novera mit neun sogenannten Qubits, den Grundbausteinen eines Quantenrechners, die im Gegensatz zu klassischen Bits mehrere Zustände gleichzeitig abbilden können. Dieses System wird in eine leistungsstarke klassische Recheninfrastruktur eingebettet. Der Baubeginn ist für den 1. September 2026 geplant, vollständig einsatzbereit soll die Anlage irgendwann 2027 sein.
Warum HPE der ideale Partner ist
Rigetti-Chef Subodh Kulkarni betonte, dass die Zusammenarbeit mit HPE, einem der weltweit führenden Anbieter im Bereich Hochleistungsrechnen, dem Unternehmen eine starke Ausgangsposition verschaffe. Die Idee dahinter: Das volle Potenzial von Quantencomputern entfaltet sich erst, wenn sich diese nahtlos mit klassischer Rechenleistung, künstlicher Intelligenz und moderner Netzwerktechnik verbinden lassen. Forscher sollen an TangleLab hybride Arbeitsabläufe entwickeln und testen können. Der Zugang erfolgt über ein wettbewerbliches Antragsverfahren, zusätzlich steht die Anlage für Lehre und Workshops bereit.
Rigetti Computing Aktie Chart
Die ganze Branche im Aufwind
Rigetti stand am Montag nicht allein im Rampenlicht. Auch andere Quantenwerte legten kräftig zu. D-Wave Quantum sprang um mehr als 15 Prozent nach oben, nachdem eine erweiterte Kooperation mit dem Telekommunikationsriesen AT&T zur Netzwerkoptimierung bekannt wurde. IonQ gewann rund sieben Prozent, Quantum Computing und Infleqtion legten jeweils knapp sechs Prozent zu, Arqit sogar acht Prozent.
Diese breite Bewegung zeigt, dass Anleger die gesamte Quantenbranche neu bewerten. Anleger sollten allerdings im Blick behalten, dass es sich um einen frühen, hochspekulativen Markt handelt. Echte kommerzielle Erträge liegen bei vielen Anbietern noch in weiter Ferne, und der Weg von der Ankündigung zum verlässlichen Geschäftsmodell ist lang. Hinzu kommt, dass hier auch einige etablierte IT-Konzerne wie IBM und selbst Industrieriesen wie Honeywell mitspielen, die einen deutlich längeren Atem bei der Finanzierung und Monetarisierung dieser neuen Technologie haben könnten.
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