Rigetti Aktie: 100 Millionen Dollar US-Förderung geplant

Quantencomputing-Firma Rigetti profitiert von Hoffnung auf US-Millionenförderung, bleibt operativ aber tief in den roten Zahlen.

Auf einen Blick:
  • Kursrückgang trotz monatlichem Plus von 55 Prozent
  • Mögliche US-Förderung von bis zu 100 Millionen Dollar
  • Umsatzsprung um knapp 200 Prozent im ersten Quartal
  • Insider verkaufen Aktien zur Steuerdeckung

Rigetti zieht weiter Aufmerksamkeit auf sich. Die Aktie war zuletzt gesucht, fiel heute in Frankfurt aber um 7,78 Prozent auf 21,39 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht trotzdem ein Plus von 55,18 Prozent.

Der jüngste Schub kommt nicht aus dem Nichts. Im Markt wächst die Hoffnung, dass Quantencomputing von einem reinen Forschungsfeld in die nächste Ausbaustufe wechselt. Für Rigetti spielt dabei auch das politische Umfeld eine Rolle.

Staatliche Mittel als Rückenwind

Besonders viel Beachtung findet die mögliche US-Förderung. Die Regierung soll planen, bis zu 100 Millionen Dollar in Rigetti und weitere Branchenteilnehmer zu investieren. Das passt zu einem breiteren Bundesprogramm, das mehrere Quantenfirmen mit milliardenschweren Mitteln anschiebt.

Für Anleger ist das mehr als Symbolik. Staatliches Geld kann Entwicklungsrisiken abfedern und Projekte schneller in die Umsetzung bringen. Bei einem kleinen, noch verlustreichen Unternehmen wie Rigetti ist das ein wichtiger Vertrauensanker.

Wachstum, aber weiter tief in der Verlustzone

Operativ legte Rigetti im ersten Quartal 2026 deutlich zu. Der Umsatz stieg auf 4,4 Millionen Dollar und lag damit 198,9 Prozent über dem Vorjahr. Beim Verlust je Aktie schnitt das Unternehmen mit minus 0,04 Dollar etwas besser ab als erwartet.

Ein sauberer Durchbruch ist das aber nicht. Unter dem Strich stand ein operativer Verlust von 26 Millionen Dollar. Die Bilanz bleibt dennoch stark, denn Rigetti weist 569 Millionen Dollar an Barmitteln und keine Schulden aus.

Insider verkaufen, Analysten bleiben gespalten

Auch bei den Führungskräften gab es Bewegung. Finanzchef Jeffrey Bertelsen verkaufte am 22. Mai 3.682 Aktien zu 22,95 Dollar. Technikchef David Rivas trennte sich von 18.759 Aktien zu 22,96 Dollar. Das Unternehmen ordnete diese Transaktionen als Verkäufe zur Deckung von Steuerpflichten aus Aktienzuteilungen ein.

Am Markt fällt das Urteil weiter gemischt aus. Die aktuelle Analystenrunde kommt auf 8 Kaufempfehlungen, 4 Haltenoten und 1 Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 29,18 Dollar. Der Kurs notiert damit zwar deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,44 Euro, liegt aber noch rund 56 Prozent unter dem Hoch von 48,36 Euro aus dem Oktober 2025.

Rigetti bleibt damit ein Titel mit hoher Erwartungslast. Die Schwankungsbreite ist enorm, die Bewertung hängt stark an politischen Förderzusagen und der Frage, ob aus Forschung bald belastbares Geschäft wird.

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