Richemont Aktie: Japan sorgt für Überraschung

Richemont übertrifft mit 20 Prozent Umsatzplus die Analystenerwartungen deutlich. Besonders das Schmuckgeschäft und der Markt Japan sorgen für starke Impulse.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt um 20 Prozent
  • Schmuckgeschäft bleibt Wachstumstreiber
  • Japan verzeichnet 36 Prozent Plus
  • Nettoliquidität auf 9,1 Milliarden Euro gestiegen

Cartier und Van Cleef & Arpels haben Richemont ins neue Geschäftsjahr katapultiert – und ausgerechnet Japan liefert die größte Überraschung. Während viele Luxuskonzerne mit schwächelnder Nachfrage kämpfen, hat der Genfer Konzern im ersten Quartal ein Wachstumstempo vorgelegt, das selbst optimistische Analysten überrascht hat.

Schmuck bleibt Wachstumsmotor

Im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2026/27, den Monaten April bis Juni, kletterte der Konzernumsatz währungsbereinigt um 20 Prozent auf 6,33 Milliarden Euro. Zu aktuellen Wechselkursen entspricht das einem Plus von 17 Prozent. Analysten hatten im Konsens nur mit einem Umsatz von 5,91 Milliarden Euro und einem Wachstum von 11,5 Prozent in Lokalwährungen gerechnet – Richemont hat diese Erwartungen damit klar übertroffen.

Getragen wird die Entwicklung erneut vom Schmuckgeschäft. Die vier Jewellery Maisons – Cartier, Van Cleef & Arpels, Buccellati und Vhernier – legten währungsbereinigt um 24 Prozent auf 4,73 Milliarden Euro zu, bereits das siebte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Die Uhrenhersteller um IWC, Piaget und Vacheron Constantin hinken mit einem Plus von 8 Prozent auf 873 Millionen Euro weiter hinterher, verbesserten sich damit aber spürbar gegenüber dem Vorquartal.

Regionen zeigen unterschiedliches Tempo

Besonders auffällig ist die Entwicklung in einzelnen Märkten:

  • Japan: währungsbereinigt +36 Prozent, getrieben von starker Inlandsnachfrage und Tourismus – nach einem Rückgang von 15 Prozent im Vorjahresquartal
  • Amerika: +27 Prozent, breit abgestützt über alle Geschäftsbereiche
  • Asien-Pazifik: +21 Prozent, mit zweistelligem Wachstum in China, Hongkong und Macau zusammen
  • Europa: +11 Prozent trotz eines starken Vorjahresvergleichswerts
  • Naher Osten & Afrika: +3 Prozent, belastet durch geringere Touristenausgaben infolge der Konfliktlage in der Region

Die Erholung in China und Hongkong fällt besonders ins Gewicht, hatte die Luxusbranche dort doch vor Jahresfrist noch unter einer spürbaren Konsumschwäche gelitten.

Solide Bilanz, verhaltene Kommunikation

Zum Ergebnis äußert sich Richemont zum Startquartal traditionell nicht, auch eine konkrete Jahresprognose bleibt aus. Die Nettoliquidität stieg zum 30. Juni 2026 auf 9,1 Milliarden Euro, unter anderem gestützt durch einen Mittelzufluss von 0,4 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Avolta-Beteiligung.

Die Hauptversammlung findet am 9. September 2026 in Genf statt, die Halbjahreszahlen für das laufende Geschäftsjahr werden am 13. November 2026 veröffentlicht.

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