Die Aktie von Rheinmetall steht vor einer spannenden Woche: Bis zum Wochenende hatten die Papiere des Rüstungskonzerns sich vom Schock eines stornierten Fregatten-Deals der Tochter Naval Vessels Lürssen (NVL) nicht wirklich erholt. Nach der Nachricht vom Mittwoch war die Rheinmetall-Aktie von zuvor 1.189 Euro auf zwischenzeitlich noch 900 Euro eingebrochen, ging am Freitag nur leicht verbessert bei 946 Euro aus dem Xetra-Handel. Das Kursdesaster sei übertrieben, urteilte Christian Cohrs vom Analysehaus Warburg Research. Und eine Kollegin rechnete nach.
Kursziel für Rheinmetall drastisch gekürzt
Die Düsseldorfer befänden sich augenblicklich in schwierigen Verhältnissen, schrieb Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies laut Medienberichten am Donnerstag nach dem Kurseinbruch vom Vortag. Dass die Börsenbewertung am Mittwoch um rund 10 Milliarden Euro und damit um ein Vielfaches mehr als der zu erwartende operative Gewinn durch den stornierten Auftrag gesunken sei, zeige den Vertrauensverlust der Anleger.
- In der Folge hatte sie das Kursziel für Rheinmetall von 1890 auf 1300 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf „Buy“ belassen
- Das Analysehaus Warburg Research hatte den fairen Wert für die Aktie indessen lediglich von 1550 auf 1500 Euro gesenkt
Rheinmetall-Aktie mit 20 Prozent im Minus
Analyst Cohrs sprach nach dem Auftrags-Aus für die NVL-Fregatten vom Typ F126 von „einem unerwarteten Rückschlag“. Die heftige Kursreaktion spiegele die tiefgreifenden Zweifel am Markt wider, ob die Wachstumsambitionen des Konzerns weiterhin Bestand haben, schrieb er. Erschwerend komme noch ein Glaubwürdigkeitsproblem hinzu, da das Management von Rheinmetall den Investoren kurz vorher noch versichert habe, ein Vertragsabschluss stehe unmittelbar bevor, so Cohrs. Die Anleger straften diesen Umstand mächtig ab: Bis dato steht aus drei Handelstagen noch immer ein Minus von gut 20 Prozent.
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