Rheinmetall-Aktie: Wohl ein Missverständnis!

Die Aktie von Rheinmetall hat nach gutem Wochenstart wieder abgegeben. Eine Kurszielsenkung durch die Deutsche Bank zeigte offenbar Wirkung, aber eine übertriebene.

Auf einen Blick:
  • Die Deutsche Bank hatte am Dienstag die Prognose für Rheinmetall zurückgefahren
  • Seitdem ging es auch mit dem Kurs der Papiere abwärts – jedoch wohl zu Unrecht
  • Das neue Kursziel für den Rüstungstitel liegt weit über dem aktuellen Kursstand

Es ist für Anleger in der Regel ein schlechtes Zeichen, wenn Analysten ihre Prognose für eine Aktie reduzieren. So war das offenbar auch, als die Deutsche Bank am Dienstag ihre Erwartung an die Papiere von Rheinmetall zurückfuhr. Die Märkte reagierten prompt: Noch mit einem Aufschlag auf bis zu 1.042 Euro in die Woche gestartet, gab die der Rüstungstitel am Tag der Analyse auf 1.018 Euro ab, den Mittwoch beendete er bei nur noch 1.006 Euro. Auch wenn sich die Aktie am Donnerstagmorgen etwas stabilisiert, kann die Reaktion wohl nur als Missverständnis gewertet werden.

Deutsche Bank bei Rheinmetall etwas vorsichtiger

Sicherlich, Christoph Laskawi von Deutsche Bank Research klang in seiner Einlassung nicht allzu optimistisch: Vor seinem Kapitalmarkttag stecke der Rüstungskonzern und Autozulieferer in einem Erwartungsdilemma, schrieb der Analyst laut finanzen.net in seinem am Dienstag vorliegenden Ausblick.

Die Investoren erwarteten eine Senkung der Ziele für 2030 und würden ein zu ehrgeiziges Narrativ abstrafen, erklärte er. Gleichzeitig würde eine deutliche Senkung zu sinkenden Gewinnerwartungen führen, die immer noch durch einen guten kurz- bis mittelfristigen Auftragseingang gestützt werden müssten – dieser sei „aber ungewiss“, so Laskwai.

Rheinmetall-Kursziel lässt 60 Prozent Luft nach Oben

  • Das klang in der Tat nicht gut für Rheinmetall, weshalb der Analyst auch sein Kursziel senkte
  • Allerdings lediglich von 1800 auf jetzt 1650 Euro – gut 60 Prozent über dem aktuellen Kursstand

Die Einstufung beließ der Vertreter der Deutschen Bank folgerichtig auf „Buy“. Rheinmetall müsse glaubwürdige Bausteine zur Untermauerung der Ziele für 2030 vorlegen, ohne bei Einzelaufträgen zu viel zu versprechen, und einen klareren Weg aufzeigen, wie der ehrgeizige Hochlauf erreicht werden solle, mahnte er. Die weiter gültige Kaufempfehlung begründete er mit den guten Wachstumsaussichten und dem Bewertungsabschlag zur Branche. Tatsächlich hat Rheinmetall im laufenden Jahr seinen Börsenwert mehr als halbiert.

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