Rheinmetall-Aktie: Wie weit geht das Desaster?

Rheinmetall-Aktie bricht nach endgültigem Aus für Milliarden-Fregattenprojekt um über 18 Prozent ein.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über 18 Prozent
  • F126-Fregattenprojekt endgültig gestoppt
  • Milliardenschwere Auftragshoffnung geplatzt
  • Kurs fällt auf Jahrestief von 930 Euro

Einen Kurs von nur noch 949,50 Euro hat die Aktie von Rheinmetall nach dem jüngsten Kurssturz an den Börsen nun erreicht. Im Tief war sie am Mittwoch sogar auf 930 Euro gefallen. Die Aktie verlor dabei 18,65 %. Dies ist mit Abstand der niedrigste Kurs der vergangenen zwölf Monate.

Zur Einordnung: Noch im Oktober vergangenen Jahres notierte die Aktie auf ihrem Allzeithoch bei 2.008 Euro. Sie hat damit inzwischen schon mehr als 50 % innerhalb von weniger als neun Monaten verloren.

Rheinmetall ist geradezu zerschossen worden

Der generelle Abwärtstrend, der sich bereits seit Monaten zeigt, hat am gestrigen Tag noch einmal eine enorme Beschleunigung erfahren. Grund ist der Umstand, dass das Verteidigungsministerium in Deutschland das F126-Fregattenprojekt nun endgültig gestoppt hat.

Die Düsseldorfer hatten die Werft NVL übernommen und hier auf die Rettung des Projekts gesetzt. Die Bundesregierung hat das Fregattenprojekt hingegen nun endgültig gestoppt und stattdessen TKMS mit kleineren Lösungen beauftragt.

Der Verlust für Rheinmetall zeigt sich nicht nur an den Börsen, sondern selbstverständlich auch in den entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Rheinmetall hatte für NVL noch Anfang April 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Tatsächlich hat sich nun die Hoffnung auf einen Auftrag im Volumen von gut 10 Milliarden Euro zerschlagen.

Es seien allerdings für den Staat, so die Meldungen, mittlerweile gute 2,3 Milliarden Euro an Kosten angefallen, die nun zum größten Teil abgeschrieben werden müssen. Hier hat der Bund die Reißleine gezogen, womit zumindest nicht alle Beobachter gerechnet hatten.

Die enormen Kursverluste von Rheinmetall scheinen ihrer Höhe nach zumindest recht spekulativ. Selbstverständlich fehlen Rheinmetall damit erwartbare Milliardenumsätze. Allerdings waren diese Umsätze in den diversen Kalkulationsmodellen der Analysten mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht enthalten oder zumindest nicht durchgängig berücksichtigt. Denn die Bedenken gegenüber dem Auftrag durch die Bundesregierung waren schon seit geraumer Zeit Gegenstand der Diskussion. Es stand immer im Raum, dass der Auftrag tatsächlich auch noch in Frage stehen könnte.

Die Enttäuschung bei Rheinmetall wird sicherlich massiv sein, die Enttäuschung bei den Investoren war ausgesprochen hoch.

Rheinmetall Aktie Chart

Ob allerdings der erhebliche Abschlag von über 18 % an einem Tag wirtschaftlich am Ende tatsächlich Bestand haben kann, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Bis dato haben sich nur wenige Analysten dazu geäußert. Die durchschnittlichen Kursziele liegen immer noch bei über 1.800 Euro.

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