Die Aktie der Rheinmetall ist in einer sehr schwachen Verfassung in das Wochenende gegangen. Kurse von ca. 1.370 Euro (je nach Börsenplatz) sind ein sicherer Indikator dafür, dass die Notierungen aktuell eher eine Abwärtstendenz eingenommen haben. Analysten sind noch immer der Meinung, die Aktie habe ein enormes Potenzial. Die Kurszielschätzungen gehen sogar weit über die Marke von 2.000 Euro hinaus. Die Kursziele erreichen dabei im Mittel einen Wert in Höhe von 2.072 Euro. Das wären aktuell in etwa 700 Euro, also mehr als 50 %.
Die Analysten aber haben ggf. einen Punkt nicht gesehen. Oder zwei Punkte. Dies ist jetzt für die Aktie vielleicht schon wieder entscheidend.
Rheinmetall: Dies sind die Ziele
Wenn dieser Trend anhält, wird er aus sich selbst heraus die aktuellen Schätzungen wohl pulverisieren. Denn jetzt wäre die Frage, an welchem Punkt die Aktie überhaupt noch Halt gewinnen kann. Hier ist die charttechnische Analyse gefragt, die niemals (!) eine exakte Antwort, aber immerhin Hinweise geben kann.
In solchen Diskussionen gibt es keine konkreten Wahrheiten, sondern nur Beobachtungen. Darauf zu achten ist jedoch sinnvoll.
Die nächsten Unterstützungen aus dieser Sicht wären vielleicht erst in Höhe von 1.200 Euro greifbar. Hier war die Aktie vor gut einem Jahr bei dem bisherigen Ansturm nach oben deutlich unterstützt worden. Insofern liegen hier zumindest der Erfahrung nach Punkte, die durchaus eine Bedeutung haben werden. Wenn diese Punkte nicht halten, wird es dramatisch – jedenfalls aus der Wahrnehmung der charttechnischen Analyse.
Rheinmetall Aktie Chart
Die Kurse sind dann aus dieser Sicht in der Lage, bis zur runden Marke von 1.000 Euro abzustürzen. Dies wäre ein Prüfstein, an dem es sich lohnt, zumindest zu testen, ob der Sturz dann aufgehalten wäre. Markante Unterstützungen dieser Art sind geeignet, eine Trendumkehr auszulösen. Noch einmal: Dies ist in keiner Weise eine Prognose oder gar Garantie. Es ist eine erfahrungsgestützte Mutmaßung über die mögliche Entwicklung an diesem Punkt.
Man mag nicht hinsehen, aber wenn auch diese Grenze (rein hypothetisch) nicht halten würde, wäre ein massiver und nachhaltiger Absturz nicht mehr überraschend. Dann würden Kurse in Erinnerung gerufen, als kollektives Börsengedächtnis sozusagen, die im Sommer bis in den späten Herbst 2024 noch Geltung hatten: Rund 500 Euro. Der Absturz wäre allerdings dann horrend, sodass man sich lieber mit diesem Szenario sicher nicht auseinandersetzen möchte.
Rheinmetall: Die großen Probleme werden ggf. übersehen
Die Charttechnik kann daher durchaus Furcht auslösen. Sie kann allerdings auch Hoffnung spenden. Denn klar ist auch, dass es oberhalb der aktuellen Notierungen Punkte geben kann, die durchaus einen Impuls verleihen oder mindestens bestätigen.
Jüngst war die Aktie gelegentlich über die Marke von 1.600 Punkte geklettert. Die Eroberung der Linien bei 1.700 Euro jedoch gelang nicht nachhaltig. Es ist relativ wahrscheinlich, dass Trendanalysten es feiern würden, wenn der Aktie der Sprung über die Zone bei 1.700 / 1.750 Euro gelingen würde. Dann würden auch solche Trendindikatoren wie der GD100 und der GD200 überwunden. Dies wiederum ist ein möglicher Fall für die Trend-Analysten, die technische Indikatoren mögen.
Klar ist aber auch, dass die wirtschaftlich orientierten Analysten durchaus hohe Ziele sehen. Sie übersehen aktuell aber möglicherweise einen wichtigen Punkt, der in diesen Tagen für Aufmerksamkeit sorgen kann.
Das Duo Nammo und Diehl hat den Markt für Munitionsproduktion betreten. Hier geht es um die Produktion von 155mm-Artilleriemunition. Das Joint Venture von Nammo und Diehl ist mittlerweile von den Kartellbehörden genehmigt worden. Es ist ein großer Konkurrent für die Rheinmetall.
Alarmierend für die Düsseldorfer ist dieser Umstand: Gut ein Viertel des operativen Ergebnisses, sprich des Gewinns (hier vor Berücksichtigung von Zinseffekten und Steuern = EBIT), stammt genau aus diesem Bereich. Dieser Gewinn also ist gefährdet, wenn die neue Konkurrenz funktioniert.
Die Analysten von mwb research haben aus diesem Grund das Kursziel für die Rheinmetall schon gesenkt. Das soll jetzt auf 1.500 Euro taxiert sein. Dies wäre zwar immer noch oberhalb der aktuellen Kurse, aber doch deutlich unter dem, was andere Analysten aktuell noch glauben. Deren Auffassung nach ist die Aktie im Mittel noch 2.072 Euro wert (siehe oben). Die Analysten legen hier den Finger in die Wunde: Die Margen für die Rheinmetall können denn auch sinken, wenn die Konkurrenz größer wird. Dies wird nicht in allen Segmenten passieren, weil z. B. die Produktion einzelner Fahrzeuge wie Panzer modellorientiert nicht einfach durch Konkurrenz ersetzt wird. Massentaugliche Produkte jedoch verlieren ggf. an Marge. Das wiederum ist aus Sicht von Analysten langfristig nicht einfach. Deshalb hat zusätzlich die BofA das Kursziel gesenkt. Statt bislang 2.220 Euro erwarten die Analysten einen Kurs von nur noch 1.830 Euro. Das ist durchaus alarmierend.
Auf der anderen Seite bleiben noch die zahlreichen Stimmen der anderen Analysten, die mit deutlicheren Kurszielen am Markt die Stimmung bei weitem übertreffen. Wenn diese Analysten jetzt auch das Margenproblem (wegen der Konkurrenz) nicht als gravierend ansehen, dann wäre die Perspektive für die Rheinmetall trotz der allgemeinen aktuellen Schwäche sicherlich deutlich besser. Faktisch sind die Kurse derzeit in einer vergleichsweise schwachen Verfassung und die Börse kann sich auf einen in jeder Weise spektakulären Handel am Montag einstellen.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 29. März liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
