Liebe Leserinnen und Leser,
wir haben in der vergangenen Woche bei der Düsseldorfer Rheinmetall einen erheblichen Aufschlag gesehen, der so nicht mehr zu erwarten war. 6,46 % Gewinn standen am Ende einer Handelswoche unter dem Strich. 1.291,80 Euro ist die Aktie nunmehr wert. Das entspricht einem Marktwert von 60,23 Milliarden Euro. Die Düsseldorfer haben damit auch wieder eine große Hürde überwunden, was die Marktkapitalisierung betrifft. Zur Erinnerung ein Blick auf das, was vor kurzem die Börsen in Atem gehalten hat:
Die Aktie war zwischenzeitlich bereits auf dem Weg in Richtung 1.000 Euro. Die Notierungen waren schon auf dem Weg, nur noch gut 10 % Vorsprung auf die runde und viel beachtete Marke zu haben. Die Märkte haben sich hier jedoch eines Besseren belehren lassen und im Grunde die Wende dann auch eingeleitet.
Rheinmetall: Die erste kleine Wende im Bild
Rheinmetall Aktie Chart
Darauf hatten und haben die meisten Experten in den vergangenen Wochen bzw. Monaten auch gesetzt. Denn die Auftragslage wird nach Auffassung vieler Beobachter weiterhin nicht hinreichend gewürdigt. Vor der neuen Woche erleben die Börsen daher einen Kampf um den Wiedereintritt in den Aufwärtstrend.
Wirtschaftlich betrachtet gibt es kaum Zweifel daran, dass die Aktie deutlich mehr wert sein könnte. Zuletzt hat Rheinmetall vor allem Aufträge der Bundeswehr erhalten. Dazu zählt unter anderem die Lieferung von Lkw-Militärtransportern mit einem Auftragsvolumen von 1,015 Milliarden Euro.
Gemessen an einer Marktkapitalisierung von rund 60 Milliarden Euro und erwarteten Jahresumsätzen von 14,2 bis 14,5 Milliarden Euro handelt es sich um einen ausgesprochen attraktiven Auftrag.
Hinzu kommt ein weiterer Auftrag über Laserlichtmodule, ebenfalls von der Bundeswehr. Dabei wurden teilweise bereits bestehende Vereinbarungen aus früheren Verträgen genutzt. Sprich: Die Bundeswehr hat dabei ihre Optionen aus der Rahmenvereinbarung genutzt.
Das Volumen des Auftrages bewegt sich im Bereich von mehreren hundert Millionen Euro netto. Verbucht wird der Auftrag im zweiten Quartal 2026. Beide Aufträge sind damit bereits für das laufende Jahr wirtschaftlich relevant und könnten Einfluss auf die Bewertungsmodelle von Analysten und Marktbeobachtern haben.
Dementsprechend hat sich die Stimmung gegenüber der Aktie kurzfristig verbessert.
Auch in den USA ist die Rheinmetall aktiv
Zudem hat American Rheinmetall gemeinsam mit Harbinger eine Partnerschaft bekannt gegeben. Im Mittelpunkt stehen Robotiklösungen, Militärfahrzeuge und unbemannte Bodenfahrzeuge für die US-Army. Dies ist insofern interessant, als American Rheinmetall erkennbar darauf ausgerichtet ist, zusätzliche Aufträge in den Vereinigten Staaten zu gewinnen. Der US-Markt bleibt angesichts geplanter höherer Verteidigungsausgaben von erheblicher Bedeutung. Donald Trump möchte in Zukunft (im kommenden Jahr) die Ausgaben auf 1,5 Billionen Dollar nach oben treiben. Dies wäre ein Aufschlag um über 50 %. Die Rheinmetall (bzw. ihre amerikanische Tochter) wird versuchen, hieran auch teilzuhaben.
Auch die Börsen dürften diesen Aspekt berücksichtigen, selbst wenn sich dies nicht immer unmittelbar in den Tageskursen widerspiegelt.
Insgesamt verfügt Rheinmetall über einen Auftragsbestand von ungefähr 73 Milliarden Euro. Das Unternehmen dürfte damit in der Lage sein, die Umsätze in den kommenden Jahren massiv auszubauen.
Diese Erwartung basiert nicht nur auf dem vorhandenen Auftragsbestand, sondern auch auf den eigenen Prognosen des Konzerns. Bis zum Jahr 2030 werden jährliche Umsätze in einer Größenordnung von 40 bis 45 Milliarden Euro erwartet. Rein rechnerisch erscheint die Aktie deshalb weiterhin vergleichsweise günstig bewertet.
Technische Analysten sind derzeit noch nicht von der Stärke der Rheinmetall überzeugt
Technische Analysten beurteilen die Lage allerdings zurückhaltender. Ihrer Auffassung nach befindet sich die Aktie noch immer in einem Abwärtstrend. Es fehlen demnach zumindest etwa 300 Euro, um die maßgeblichen Indikatoren wieder klar nach oben zu drehen. Erst dann würde das Papier in einen belastbaren technischen Aufwärtstrend übergehen.
Für die kommende Woche bleibt daher eine gewisse Spannung bestehen. Zwar drängt der Kurs offenbar nach oben, ob daraus tatsächlich ein nachhaltiger Ausbruch entsteht, muss sich jedoch erst zeigen.
Gleichzeitig sorgen neue internationale Projekte für zusätzliche Fantasie. Rumänien hat nunmehr einen weiteren Auftrag erteilt, um Schützenpanzer und Flugabwehrsysteme im Umfang von annähernd 5 Milliarden Euro zu erhalten. Darüber hinaus soll Rheinmetall zwei Offshore-Patrouillenboote sowie zwei Taucherunterstützungsboote liefern. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 920 Millionen Euro.
Die Finanzierung erfolgt über ein EU-Programm, wodurch die Beauftragung zusätzlich abgesichert ist. Damit eröffnet sich für Rheinmetall ein weiteres interessantes Geschäftsfeld. Zugleich wächst die Hoffnung auf zusätzliche Aufträge aus Osteuropa, die durch die Europäische Union unterstützt werden könnten.
Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass Analysten derzeit ein durchschnittliches Kursziel von 1.899 Euro ausweisen. Die Aktie verfügt nach dieser Einschätzung weiterhin über erhebliches Potenzial. Entscheidend wird nun sein, ob sich die positive Entwicklung in der neuen Woche fortsetzen kann.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 31. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
