Liebe Leserinnen und Leser,
einen massiven Abschlag hat am Donnerstag die Aktie von Rheinmetall hinnehmen müssen. Die Notierungen sind gleich in die Vollen gegangen: die Aktie verlor in etwa, dies ist abhängig vom Börsenplatz und dem jeweiligen Handelsschluss, 7 %. Die Notierungen kommen auf einen Kurs in Höhe von gut 1560 Euro.
Damit summieren sich die Verluste für die Düsseldorfer inzwischen zu einem echten Drama. In den zurückliegenden fünf Handelstagen ist die Aktie um immerhin annähernd 13 % gefallen. In den ersten Wochen des laufenden Jahres ist das Unternehmen nach einem zügigen Gewinn inzwischen wieder auf einen Wert von 0 % Zuwachs gekommen.
Rheinmetall: Bittere Zwischenbilanz für 2026
Viele Signale, die zuvor ausgesprochen freundlich gewesen sind, drehten nun ins Minus. Der so genannte GD100 ist um 10,4 % verfehlt worden. Damit ist mittelfristig auch der Abwärtstrend aus Sicht der technischen Analyse gestartet worden. Noch gravierender: Inzwischen ist auch der GD 200 als Indikator für die langfristige Trendanalyse unterschritten. -9,7 % fehlen, sodass hier bereits ein erhebliches Problem für die Aktie entstanden ist. Jedenfalls aus der Wahrnehmung der technischen Analysten.
Dies sind Indikationen, die für das Düsseldorfer Unternehmen ausgesprochen unangenehm sind. Denn: Trader und Händler, die auf Trendindikatoren achten, die zum Beispiel auch Algorithmen einsetzen, wie es oft große Investoren machen, erachten solche Indikatoren als besonders bedeutend. Das bedeutet, aus dem Trend kann sich eine verstärkende Dynamik entwickeln.
Es wäre nicht erst erstaunlich, wenn die Aktie zum Beispiel 1500 Euro als Unterstützung wieder einmal testen würde. Dass die Aktie der Rheinmetall stark verloren hat, ist sicherlich aus Richtung der wirtschaftlich orientierten Analysten zumindest in einem bestimmten Sinne nachvollziehbar.
Rheinmetall hat sich inzwischen gegenüber Analysten zum Umsatz im laufenden Jahr geäußert. Die Enttäuschung ist groß.
Rheinmetall mit ungünstigen Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr!
Das Gespräch mit den Analysten zeigte, dass Rheinmetall für das laufende Jahr einen vorläufigen Umsatz-Ausblick in Höhe von 13,6 Milliarden Euro vorgegeben hat. Einige Stimmen von Analysten verweisen darauf, dass dieser Betrag unterhalb der Erwartungen liege und dass von daher eine Enttäuschung zu konstatieren sei. Tatsächlich gingen Analysten offensichtlich davon aus, dass der Umsatz mindestens um 10 % höher sei.
Rheinmetall selbst wollte allerdings diese Zahlen nicht ganz unkommentiert im Raum stehen lassen. So hat ein Sprecher darauf verwiesen, dass es sich in diesem Gespräch, ein so genannter Call mit Analysten, also eine halboffizielle Veranstaltung, lediglich um Zahlen zu den vorläufigen Schätzungen handele. Diese Zahlen oder die vorläufigen Schätzungen würden noch weiterentwickelt. Tatsächlich hat sich angesichts der hohen Kursverluste auf Basis einer solchen Meldung inzwischen auch die Finanzaufsicht Bafin gemeldet.
BaFin schaltet sich wegen der hohen Verluste ein
Aus der Behörde kam sogar eine Bewertung. Das Unternehmen werde wegen auffälliger Kursbewegungen untersucht, dies allerdings sei routinemäßig. Es ginge um die Prüfung, ob es Anhaltspunkte dafür geben würde, dass hier der Markt missbraucht worden ist. Was kann gemeint sein?
Absolut exemplarisch und ohne jeden Beleg könnte gemeint sein, dass hier Analysten, die diese Zahl kannten, in irgendeiner Form damit Handelsaktivitäten ausgelöst haben. In welcher Art auch immer. Es gibt keine weiteren Beweise für oder gegen eine solche Entwicklung.
Auffallend ist nur, dass der Kurs geradezu dramatisch fiel. Tatsächlich sehen Analysten die Entwicklung gar nicht so dramatisch. Zahlreiche Analysten haben nach den Zahlen aus diesem Gespräch tatsächlich die Kursziele gesenkt.
Kursziele sind niedriger, allerdings nicht viel niedriger
Allerdings sind die Kursziele immer noch ausgesprochen hoch. Barclays hat sein Kursziel sogar bei 2175 Euro gelassen. Die Berenberg senkte das Ziel für das Unternehmen auf nur noch 2100 Euro, womit nicht viel passiert ist.
Rheinmetall Aktie Chart
Zudem waren weitere Analysten damit beschäftigt, die Aktie neu zu bewerten. JPMorgan zum Beispiel hat das Ziel für die Aktie auf 2130 Euro gesenkt. Auch das ist ein Wert, der weit über den aktuellen Notierungen liegt. Insgesamt scheinen Analysten noch immer der Meinung zu sein, die Aktie habe durchschnittlich ein Kursziel in Höhe von gut 2150 Euro zu erwarten.
Insofern diese Schätzungen stimmen würden, wäre der Markt heute vollkommen aus dem Ruder gelaufen.
Noch ist relativ viel Verunsicherung im Markt zu spüren, wie sich eben an diesem Donnerstag mit den massiven Kursverlusten und zeigte.
Rheinmetall: Der Kurs kann noch aufwärts laufen
Tatsächlich allerdings weist das Unternehmen immer noch sehr viele Faktoren auf, die für eine möglicherweise eher günstige Bewertung sprechen. So kommen fast tagtäglich neue Aufträge oder Projekte in das Haus. Zuletzt hat jetzt vor allem eine Vision Geschichte geschrieben.
So hat Deutschland offensichtlich vor, in die weltraumgestützte Rüstung zu investieren. Der Kommandeur des deutschen Weltraumkommandos, Michael Traut, gab bekannt, dass man möglicherweise Investitionen im Umfang von 35 Milliarden Euro vornehmen würde. Es ginge da um Spionage-Satelliten, um offensive Laser-Waffen wie auch um Raumflugzeuge. Damit sollten die wachsenden Bedrohungen durch Russland sowie durch China im Orbit abgefangen werden.
Interessant dabei ist, dass die Rheinmetall selbst bereits seit Tagen Gespräche mit OHB führt. OHB ist ein Satellitenhersteller. Es geht darum, dass beide Konzerne an gemeinsames Angebot für ein Militär-Satelliten-Projekt in Deutschland abgeben wollen. Diesem Bericht folgte jetzt diese Vision mit einem wirtschaftlichen Volumen in Höhe von 35 Milliarden Euro.
Es wäre erstaunlich, wenn Rheinmetall nicht genau diese Investitionen bereits im Auge gehabt hätte, woher auch immer die Information stammt. Rheinmetall ist für diese Vision allerdings noch gar nicht belohnt worden. Dabei hatte Traut darauf verwiesen, dass Deutschland für dieses Programm, wie es heißt, in erster Linie kleine und große inländische und auch europäische Anbieter bevorzugen würde. Dazu zählt zweifellos auch die Rheinmetall mit ihrem Hauptsitz in Düsseldorf.
Insofern dürfte hier ein neues, möglicherweise großes Geschäftsfeld auf das Unternehmen warten. Aufträge dieser Art verweisen darauf, dass der Konzern sicherlich weiterhin mit wachsenden Umsätzen und steigenden Gewinn-Erwartungen hausieren gehen kann. Auf Basis dieses Umstandes ist verständlich, dass Analysten immer noch der Meinung sind, dass die Aktie massiv steigen kann. Jenseits der sehr deutlichen Kursverluste. Am Donnerstag eröffnen sich hier möglicherweise entsprechend weitere Potenziale durch einen plötzlich sehr niedrigen Kurs!
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