Die Rheinmetall-Aktie verlor am Montagmorgen 0,7 % auf 1.151 Euro. Auf 1-Monats-Sicht lag der Rüstungs-Titel mit rund 10 % im Plus, auf 6-Monats-Sicht mit 33 % im Minus (Stand: 24.08.2026: 9:00 Uhr).
Kürzlich hat der deutsche Konzern einen weiteren Auftrag für sein MASS-Schiffsschutzsystem gewonnen. Die dänischen Streitkräfte haben das Unternehmen mit der Lieferung mehrerer Systeme für ihre Marine beauftragt.
Ausgerüstet werden die Fregatten der Absalon- und Iver-Huitfeldt-Klasse sowie die Waffenschule der dänischen Marine. Zusätzlich bestellt Dänemark passende Omnitrap-ER-Täuschkörper. Die Auslieferung soll ab dem vierten Quartal 2027 beginnen. Der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Rheinmetall-Aktie: Schutz vor modernen Seezielflugkörpern
MASS ist ein sogenanntes Softkill-System. Vereinfacht gesagt versucht es nicht, eine anfliegende Rakete abzuschießen, sondern sie vom eigentlichen Schiff abzulenken. Dazu setzt das System Täuschkörper aus, die für den Suchkopf einer Rakete ein attraktiveres Ziel darstellen können. Das ist besonders wichtig, weil moderne Anti-Schiffswaffen nicht nur über Radar, sondern auch über Infrarot-, optische oder Laser-Sensoren verfügen.
MASS kann deshalb verschiedene Arten von Täuschkörpern einsetzen und mehrere Bereiche des elektromagnetischen Spektrums abdecken. Das System lässt sich außerdem in vorhandene Steuerungs- und Waffensysteme integrieren.
Rheinmetall-Aktie: Dänemark setzt auf langfristige Versorgung
Zusätzlich wurde ein Versorgungs- und Wartungsvertrag mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren vereinbart. Damit entstehen für Rheinmetall langfristige Einnahmen durch Ersatzteile, Wartung und die Nachbeschaffung von Täuschkörpern. Die dänischen Streitkräfte wollen insgesamt fünf Systeme für ihre Fregatten und die Waffenschule beschaffen.
Der Auftrag hat zudem eine strategische Bedeutung: Mit Dänemark nutzt nun die 18. Nation das MASS-System. Damit ist Rheinmetalls Schiffsschutzlösung laut Unternehmen inzwischen bei allen skandinavischen Marinen im Einsatz. Weltweit sind mehr als 400 MASS-Werfer in Betrieb.
Gerade bei Marineschiffen können solche Verträge über viele Jahre wiederkehrende Umsätze sichern, auch wegen der nötigen Wartungsdienstleistungen. Gleichzeitig dürfte die wachsende Bedeutung der NATO-Seestreitkräfte im Baltikum, in der Nordsee und in der Arktis den Bedarf an modernen Schutzsystemen weiter erhöhen.
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