Weiterhin unterhalb von 1.000 Euro notiert das Papier von Rheinmetall aus Düsseldorf. 976,8 Euro werden an den Börsen derzeit angezeigt. Das war ein Verlust von nur 0,2 % und dennoch ein weiteres Signal. Dies bedeutet derzeit tatsächlich einen massiven Abwärtstrend.
Chartanalysten betonen, dass die Aktie mit Kursen von weniger als 1.000 Euro noch einmal deutlich stärker unter Druck geraten ist. Der Rückschlag war durch die Rücknahme des F126-Programms der Bundesregierung nahezu ausgelöst worden. Allerdings wird damit die Umsatzprognose für das laufende Jahr nach Angaben von Rheinmetall um maximal bis zu 300 Millionen Euro reduziert. Hier käme es darauf an, entsprechende Kompensation zu schaffen.
Rheinmetall: Ist dies zu viel gewesen?
Fraglich bleibt derzeit allerdings offenbar ein anderer Punkt, der schon seit Monaten zumindest im Hintergrund schwelt. Rheinmetall wie auch andere Unternehmen verfügt über prall gefüllte Auftragsbücher. Bei Rheinmetall belief sich der Auftragsbestand seit dem ersten Quartal auf 73 Milliarden Euro. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob die erforderlichen Kapazitäten bereitstehen beziehungsweise ob der Ausbau der Kapazitäten zu teuer wird. Es geht am Ende um den freien Cashflow, der dadurch infrage stehen könnte. Dies wiederum ist tatsächlich ein Punkt, an dem die Aktie beziehungsweise das Unternehmen angegriffen werden kann. Hier geht es also um die Finanzierung des Kapazitätsaufbaus. Diese Frage ist noch nicht abschließend beantwortet.
Analysten scheinen diesem Punkt allerdings weniger Gewicht beizumessen. Sie sehen Rheinmetall im Durchschnitt bei einem Kursziel von 1.721 Euro. Die Aktie könnte sich also um mehr als 70 % nach oben bewegen, wenn es nach den professionellen Investoren und Analysten geht.
Rheinmetall Aktie Chart
Diese verweisen unter anderem immer wieder auf die neu eintreffenden Aufträge. So hat Rheinmetall jüngst in einem Memorandum of Understanding mit Lockheed Martin die gemeinsame Produktion von ATACMS-Raketen in Deutschland vereinbart. Dies wird die erste Produktionsstätte außerhalb der USA sein. Insofern zeigt sich auch hier die Stärke von Rheinmetall.
Zudem wurde am gestrigen Tag ein Auftrag aus Großbritannien im Volumen von annähernd einer Milliarde Euro bekannt. Es geht um einen Auftrag des britischen Heeres. Auch an dieser Nachricht ist der Markt weitgehend vorbeigegangen.
Letztlich bleibt derzeit rätselhaft, warum die Rüstungsbranche insgesamt so massiv unter Druck geraten ist. Analysten sind, wie beschrieben, weiterhin der Meinung, dass die Aktie deutlich höher notieren könnte. Erleichterung würde bereits eintreten, wenn der Kurs wieder über die Marke von 1.000 Euro steigen würde. So jedenfalls lautet die Einschätzung der Chartanalysten.
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