Rheinmetall-Aktie unter Druck: So geht es jetzt weiter!

Der Konzern hat umfangreiches Gerät an die Ukraine geliefert und plant lokale Fertigung. Die Aktie verliert derweil auf Tradegate 1,6 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Hunderttausende Artilleriegeschosse bereits geliefert
  • Wartung von Marder und Leopard-1
  • Lokale Munitions- und Lynx-Fertigung geplant
  • Aktie auf Tradegate 1,6 Prozent schwächer

Rheinmetall baut seine Rolle als einer der wichtigsten industriellen Partner der Ukraine weiter aus, wie der Düsseldorfer Rüstungskonzern in einer neuen Pressemeldung betont. Das Unternehmen liefert demnach längst nicht mehr nur Waffen und Munition, sondern verfolgt einen breiteren Ansatz: Wartung, lokale Produktion und der Wiederaufbau eigener ukrainischer Fertigungskapazitäten sollen die Verteidigungsfähigkeit des Landes langfristig stärken.

Rheinmetall-Aktie: Produktion zunehmend direkt in der Ukraine

Bereits im Oktober 2023 gründete Rheinmetall gemeinsam mit einem ukrainischen Staatskonzern das Joint Venture Rheinmetall Ukrainian Defense Industry. Im Juni 2024 folgte die Eröffnung eines Instandsetzungsstützpunkts in der Westukraine. Dort werden bereits Marder-Schützenpanzer und Leopard-1-Kampfpanzer gewartet und repariert.

Der nächste Schritt ist die Produktion direkt im Land. Geplant sind unter anderem die Fertigung von Artilleriemunition sowie die Produktion von Lynx-Schützenpanzern. Für das geplante ukrainische Munitions-Kompetenzzentrum ist eine sechsstellige Zahl von 155-mm-Geschossen pro Jahr vorgesehen. Rheinmetall soll 51 % an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, der ukrainische Partner 49 %.

Rheinmetall-Aktie: Hunderttausende Artilleriegeschosse geliefert

Besonders wichtig ist das Munitionsgeschäft. Nach Unternehmensangaben hat Rheinmetall bereits hunderttausende Schuss 155-mm-Artilleriemunition an die Ukraine geliefert. Hinzu kommen unter anderem 20-mm-, 35-mm-, 40-mm-, 105-mm- und 120-mm-Munition sowie Mörsergranaten.

Auch bei Fahrzeugen ist das Engagement umfangreich. Rheinmetall hat eine dreistellige Anzahl Marder 1A3 geliefert. Hinzu kommen eine zweistellige Zahl Leopard-1A5-Kampfpanzer, mehrere Berge- und Fahrschulpanzer sowie 20 taktische Caracal-Fahrzeuge. Außerdem werden im Auftrag Dänemarks und der Niederlande 14 Leopard 2A4 für die Ukraine bereitgestellt.

Rheinmetall-Aktie: Skynex und Drohnenabwehr gewinnen an Bedeutung

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Luftverteidigung. Das erste Skynex-System wurde bereits 2023 an die ukrainischen Streitkräfte übergeben, ein weiteres folgte 2024. Zusätzlich hat Rheinmetall eine zweistellige Anzahl von SurveilSPIRE-Aufklärungssystemen geliefert, weitere Systeme wurden von der Bundesregierung beauftragt.

Zur Einordnung: Für Rheinmetall entwickelt sich die Ukraine damit von einem reinen Empfänger militärischer Ausrüstung zunehmend zu einem langfristigen Produktions-, Service- und Kooperationsstandort. Besonders wichtig ist der Aufbau lokaler Kapazitäten für Munition und potenziell Lynx-Schützenpanzer, denn damit könnte ein dauerhaftes Geschäft mit Produktion, Wartung und Ersatzteilen entstehen.

Rheinmetall-Aktie weiter unter Druck

Die Rheinmetall-Aktie startet am Donnerstagmorgen auf Tradegate schwächer und verliert 1,6 % auf 1.007 Euro. Auf 6-Monats-Sicht beträgt das Minus inzwischen rund 31 %. Das größere Bild zeigt damit eine massive Korrektur: Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.008 Euro hat sich der Kurs nahezu halbiert. (Stand: 24.09.2026, 09:00 Uhr, Tradegate)

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