Nach den deutlichen Verluste der Vorwoche konnte die Rheinmetall-Aktie die 1.000-Euro-Schwelle zunächst nicht zurückerobern. So verlor der Rüstungs-Titel am Montagmorgen 0,35 % auf 989,90 Euro (Stand 13.07.2026, 8:30 Uhr).
Derweil hat Rheinmetall einen weiteren starken Auftrag von der Bundeswehr eingeheimst. So hat das Beschaffungsamt der deutschen Streitkräfte (BAAINbw) den Düsseldorfer Konzern und den europäischen Raketenhersteller MBDA mit der Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Deutsche Marine beauftragt.
Der Auftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Ein gemeinsames Tochterunternehmen beider Konzerne befindet sich derzeit in Gründung, das System soll 2029 einsatzfähig sein.
Rheinmetall-Aktie: Ein Jahr auf See, über 1.000 erfolgreiche Schüsse
Das Besondere an dem Auftrag: Er folgt auf einen bereits abgeschlossenen, ausgiebigen Praxistest. Ein gemeinsam von Rheinmetall und MBDA entwickelter Demonstrator hat mehr als 28.000 Seemeilen durch Nord- und Ostsee sowie das Mittelmeer absolviert – an Bord der Fregatte Sachsen der Deutschen Marine. Bei Vorführungen an der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen wurden dabei über 1.000 Schüsse gegen Luft-, See- und Landziele abgefeuert, auch unter schwierigen Wetterbedingungen.
Der Laserstrahl kann auf einen Bereich von wenigen Zentimetern fokussiert werden und ermöglicht damit eine präzise Wirkung selbst gegen schnell bewegliche Ziele wie Drohnen mit vergleichsweise geringer Leistung. Im Vergleich zu konventioneller Munition entstehen keine Beschaffungs- oder Lagerkosten pro Schuss – ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil im Serienbetrieb.
Rheinmetall-Aktie: Nationale Souveränität bei Schlüsseltechnologie
Das System deckt die vollständige Wirkkette ab – von Aufklärung und Zielverfolgung bis zur eigentlichen Bekämpfung. Die Serienfertigung soll überwiegend in Deutschland erfolgen. Rheinmetall-Divisionsleiter Roman Koehne betonte, das System verschaffe Marineeinheiten insbesondere bei der Drohnenabwehr ein deutlich höheres Schutzniveau. MBDA-Deutschlandchef Thomas Gottschild hob zudem die Kosteneffizienz auch im Hafenschutz und weiteren Anwendungen hervor.
Für Anleger ist der Auftrag ein strategisch bedeutsamer Schritt: Rheinmetall sichert sich damit einen frühen Industriestandard bei einer Technologie, der Verteidigungsexperten weltweit langfristig erhebliches Wachstumspotenzial in der Drohnenabwehr und maritimen Sicherheit beimessen.
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