Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Rheinmetall am 24. Juni hart getroffen. Die überraschende Stornierung des Fregattenbauprogramms radierte Milliarden an Auftragsvolumen aus. Die Aktie stürzte daraufhin um fast 19 Prozent ab. Zeitgleich fängt ein neuer Großauftrag aus der Ukraine den Kursverfall jetzt auf.
Produktion in Spanien läuft an
Kiew bestellt 155-mm-Artilleriegeschosse im niedrigen fünfstelligen Bereich. Der genaue Vertragswert liegt im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Rheinmetall verbucht diesen Betrag rückwirkend im zweiten Quartal 2026. Die spanische Tochter Expal Munitions fertigt die Munition bereits. Der Abschluss ist für Anfang 2027 geplant.
Der Deal passt zur aktuellen Kapazitätsoffensive des Konzerns. Bis 2030 will Rheinmetall jährlich rund 1,5 Millionen Einheiten im Großkaliberbereich herstellen. Diese Perspektive lockt Käufer zurück. Die Folge: eine deutliche Kurserholung. Auf Wochensicht kletterte das Papier um 16,37 Prozent.
Rüstungssektor sucht neuen Boden
Am Freitag schloss die Aktie bei 1.094,60 Euro. Damit konnte sie sich spürbar vom jüngsten 52-Wochen-Tief lösen. Ein Selbstläufer ist die Erholung indes nicht. Der gesamte europäische Rüstungssektor steht unter Druck. Der Konkurrent KNDS sagte seinen geplanten Börsengang kürzlich ab. Investoren bemängelten die hohe Bewertung.
Das belastete die Stimmung zuvor branchenweit:
* Rheinmetall verlor 12 Prozent.
* Renk gab 13 Prozent ab.
* Hensoldt verzeichnete einen Abschlag von 8 Prozent.
Die Charttechnik mahnt weiterhin zur Vorsicht. Eine hohe Volatilität signalisiert anhaltend starke Kursschwankungen. Parallel dazu notiert der Wert 28,87 Prozent unter seiner 200-Tage-Linie. Richtungsweisend wird nun der anstehende Halbjahresbericht. Er muss belegen, ob das wachsende Munitionsgeschäft den Fregatten-Ausfall finanziell kompensieren kann.
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