Die Aktie von Rheinmetall bleibt im Kurskeller. Nach der Meldung über das Ende des von Problemen geplagten Projekt zum Bau der Fregatten von Typ F126 durch die Konzerntochter Naval Vessels Lürssen (NVL), waren die Papiere des Rüstungsunternehmens am Donnerstag in Frankfurt zweistellig bis auf 902 Euro eingebrochen, erholten sich bis zum Abend jedoch wieder auf 946 Euro. Doch mittlerweile ist die Rheinmetall-Aktie schon wieder ins Rutschen geraten, liegt gut 20 Prozent im Wochenminus. Zu Unrecht, wie zahlreiche Analysten meinen.
Warburg sieht Rheinmetall deutlich höher
Das Analysehaus Warburg Research etwa hatte das Kursziel für Rheinmetall nach dem Verlust des F126-Fregattenauftrags zwar gesenkt, aber lediglich von 1550 auf 1500 Euro, die Einstufung blieb auf „Buy“. Analyst Christian Cohrs schrieb am Donnerstag laut finanzen.net von einem unerwarteten Rückschlag. Die heftige Kursreaktion aber hält er für „übertrieben“. Dies spiegele aber die tiefgreifenden Zweifel am Markt wider, ob die Wachstumsambitionen des Konzerns weiterhin Bestand haben. Erschwerend komme noch ein Glaubwürdigkeitsproblem hinzu, da das Management den Investoren kurz vorher noch versichert habe, ein Vertragsabschluss stehe unmittelbar bevor, so Cohrs.
- Dennoch glaubt er an ein Comeback und sieht die Rheinmetall-Aktie rund 60 Prozent höher
- Die DZ Bank schließ sich an – und erkennt beim Rüstungstitel sogar noch mehr Potenzial
DZ-Analyst würde Rheinmetall kaufen
Der verlorene Deal mit den Fregatten „tut weh, ist aber kein Schiffbruch“, schrieb Holger Schmidt. Der Barwert des Projekts sei aber viel niedriger als der Rückgang des Aktienkurses, so der DZ-Analyst. Der operative Gewinn des Auftrags hätte laut Schmidt insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro betragen und das über viele Jahre gestreckt. Er sieht allerdings einen Rückschlag für die Ambitionen der Düsseldorfer im Marine-Geschäft. Dennoch senkte er das Kursziel für Rheinmerall lediglich von 2188 auf 1705 Euro, die Einstufung beließ er auf „Kaufen“.
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