Rheinmetall-Aktie: Überraschung!

Die Aktie von Rheinmetall erreichte am Montag den höchsten Kursstand seit Oktober. Für den Aufschwung gab es mehrere Gründe. Einer davon war eher ungewöhnlich.

Auf einen Blick:
  • Die Rheinmetall-Aktie war am Montag kurzzeitig so viel wert wie seit Monaten nicht
  • Der Düsseldorfer Konzern hatte in der Vorwoche mehrere Neuigkeiten gemeldet
  • Dabei geht es auch um ein ziviles Projekt, das die Bahn voranbringen soll
  • Doch auch im Rüstungssektor tut sich einiges, ob in Spanien oder der Ukraine

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Rheinmetall ist im Xetra-Handel mit einem Aufschlag von mehr als drei Prozent auf bis zu 1960 Euro in die neue Börsenwoche gestartet. Es war zugleich der höchste Stand des Rüstungstitels seit Oktober. Wenngleich die Rheinmetall-Aktie das Niveau nicht lange halten konnte, aktuell bei knapp 1950 Euro notiert, hat der Aufschwung zweifellos Gründe. Und einer hat mal, Überraschung, nichts mit Panzern oder Munition zu tun – sondern mit der Deutschen Bahn.

Rheinmetall Aktie Chart

Rheinmetall ist Teil eines Zug-Forschungsprojekts

Denn wie Rheinmetall vor dem Wochenende mitteilte, beteiligt sich der Konzern über seine Tochtergesellschaft MIRA am neuen Forschungsprojekt „RemODtrAIn“ (Remote operated train with AI based Obstacle Detection). Unter der Konsortialführung von Siemens Mobility entwickle ein Verbund aus Industrie, Betreibern und Wissenschaft „eine sichere Fernsteuerungslösung sowie eine modulare, KI-gestützte Hinderniserkennung in Richtung eines hochautomatisierten Zugbetriebs“, wie es heißt.

Kern des Projekts ist laut Rheinmetall die Ausstattung eines ICE 4 mit einem Fernsteuerungssystem, sodass dieser auf dem Gelände des DB-Instandhaltungswerks in Köln-Nippes von einem zentralen Bedienplatz aus gefahren werden kann.

  • Grundlage sei eine 5G-basierte Kommunikationslösung, die unter verschiedensten Bedingungen einen hochverfügbaren Betrieb ermöglichen soll
  • Ergänzend wird die KI-basierte Hinderniserkennung in realen Betriebsumgebungen getestet, unter anderem im Umfeld der S-Bahn Berlin, so die Mitteilung

„Eine Chance“ für die Deutsche Bahn

MIRA entwickelt laut Rheinmetall gemeinsam mit den Partnern im Projekt eine sichere, robuste Fernsteuerungslösung, die sich sowohl in Neufahrzeuge integrieren als auch als kosteneffizientes RTO (Remote Train Operation) Retrofit für große Bestandsflotten einsetzen lasse. „Die Lösung besteht aus einem kompakten Bediengerät für den Remote Operator, einem Teleoperations-Kit im Fahrzeug sowie einem Cloud-basierten Flottenmanagement-System, mit dem MIRA zur Entwicklung einer RTO-Bedienzentrale beiträgt“, heißt es.

Der Fokus liege auf Bereitstellungs-, Depot- und Abstellfahrten, bei denen Triebfahrzeuge heute vielfach von Triebfahrzeugführern bewegt werden müssen. MIRA setze hier an: Künftig soll eine einheitliche Bedienlogik für verschiedene Triebfahrzeuge genügen – „ein Beitrag zur Remotisierung und Chance für Automatisierung und somit auch zur Bewältigung des Personalmangels im Bahnbetrieb“.

Rheinmetall bemüht sich um spanisches SILAM-System

Doch auch aus dem militärischen Bereich gab es in der Vorwoche Neuigkeiten: Gemeinsam mit der spanischen EM&E Group habe Rheinmetall Expal Munitions dem spanischen Verteidigungsministerium einen gemeinsamen Vorschlag für das SILAM-System (Sistema Lanzador de Alta Movilidad / High Mobility Rocket Launcher System) vorgelegt. Ziel des Programms sei es, in kurzer Zeit eine voll einsatzfähige spanische Lösung für ein modernes Raketenartilleriesystem bereitzustellen, so Rheinmetall.

Das hierfür gegründete Joint Venture arbeite eng mit der Generaldirektion für Rüstung und Material des spanischen Verteidigungsministeriums zusammen. Der Vorschlag umfasst demnach die Lieferung von Start- und Testsystemen, Munition sowie Aufklärungs- und Gefechtsstand­fahrzeugen. Ergänzt werde dies durch die Entwicklung und Qualifizierung von Übungs- und Lenkflugkörpern.

Rheinmetall liefert Panzer in die Ukraine

Während das Forschungsprojekt „RemODtrAIn“ und SILAM noch Zukunftsmusik sind, ging es bei der dritten Mitteilung von Rheinmetall um das hier und jetzt: Rheinmetall liefere der Ukraine weitere Systeme für die Landesverteidigung, meldete der Konzern vor genau einer Woche. Bereits Anfang 2026 soll die Ukraine demnach erste Lynx KF41-Schützenpanzer erhalten. Ein entsprechender Vertrag wurde demnach bereits im Dezember 2025 gezeichnet.

  • Der Auftragswert für die ersten fünf Gefechtsfahrzeuge beläuft sich auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich
  • Die Systeme zur Unterstützung der Verteidigung gegen den russischen Aggressor werden durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert

Es ist bei Rheinmetall derzeit also einiges geboten. Indes sind die Analysten weiter zuversichtlich, dass bei der Aktie die 2000-Euro-Marke bald fallen wird.

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