Rheinmetall-Aktie: Über 50 % drin!

Trotz anhaltenden Abwärtstrends und schwacher Stimmung im Rüstungssektor sehen Analysten bei Rheinmetall ein Kurspotenzial von über 50 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Aktie notiert knapp über 1.200 Euro
  • Analysten-Ziel liegt bei 1.882 Euro
  • Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
  • Kooperation mit OHB für Satellitenkommunikation

Liebe Leserinnen und Leser,

für die Aktie von Rheinmetall geht es inzwischen bald um fast alles. Analysten geben für die Aktie sozusagen zwar im Rückzug, aber immer noch mächtige Ziele an. Die Berenberg Bank hat ihr 1.750-Euro-Ziel für den Wert bestätigt, heißt es. Dies allerdings ist an den Aktienmärkten unverändert viel zu weit von der Realität entfernt.

Real hat die Aktie am vergangenen Freitag zum Ende der zurückliegenden Woche deutlich gewonnen. Jetzt ging es um rund zwei % nach oben. Die Aktie erreichte dennoch lediglich ein Kursniveau von knapp oberhalb von 1.200 Euro.

Rheinmetall: Das ist noch immer schwach

Alle Entwicklungen für die Aktie sind derzeit noch immer ungünstig. Die Notierungen bleiben derzeit damit zum einen klar im Abwärtstrend, und zum anderen ist die Enttäuschung rund um das Unternehmen ausgesprochen groß.

Die Lage fällt im Blickwinkel der Betrachter komplett unterschiedlich aus. Die erste Betrachtung könnte sich den technischen Analysten widmen. Die werden immerhin registriert haben, dass die Aktie auf über 1.200 Euro gestiegen ist. Das ist allerdings noch kein Durchbruch.

Rheinmetall Aktie Chart

Ein Durchbruch wäre erst dann gegeben, wenn die Aktie vielleicht 1.450 Euro, möglichst sogar 1.500 Euro erreicht. 1.620 Euro wären ideal, weil das Unternehmen dann auf Basis der bekannten Trendindikatoren GD100 und GD200 einen deutlich besseren Aufwärtstrend untermauern würde.

Aktuell ist die Aktie seit Mai ganz klar im Abwärtstrend. Die Notierungen trennen mehr als 15 % von wichtigen Indikatoren. Wichtige Indikatoren sind auch aus Sicht von Algorithmen in aller Regel entscheidend. Algorithmen, die sich an solchen technischen Indikatoren orientieren, sehen hier einen Abwärtstrend und würden dann wahrscheinlich weniger in diese Aktie investieren, sofern sie nicht den Minderheiten-Contrarian-Ansatz fahren.

Rheinmetall: Nun sollte es rasch gehen

Insofern wäre es jetzt wichtig, dass die Aktie noch etwas zulegt, damit man charttechnische Widerstände überwinden kann. Allerdings liegen weitere Widerstände für die Aktie bei 1.300 und 1.400 Euro. Insofern ist auch hier der Abwärtstrend noch deutlich intakt.

Immerhin kann auf der anderen Seite derzeit aus dieser Sicht immer noch registriert werden, dass die Aktie nicht wie befürchtet in Richtung von 1.000 Euro gefallen ist. 1.099 Euro war das Tief der vergangenen Wochen. Die Notierungen sind also zumindest nicht in einer katastrophalen Verfassung, wie es zum Beispiel bei 1.000 Euro der Fall wäre. Das allerdings sind die einzigen guten Nachrichten aus dieser Sicht.

Rheinmetall: An sich solide!

Wirtschaftlich orientierte Beobachter werden hier alles andere sehen. Die Aktie ist auf dem Weg, noch immer attraktiver zu werden. Was heißt das? Die Notierungen spiegeln den Wert des Unternehmens kaum wider, sagen Analysten. Analysten gehen davon aus, die Aktie sei 1.882 Euro wert. So jedenfalls lautet das mittlere Kursziel der Analysten.

Das mittlere Kursziel ist in den vergangenen Wochen nach unten korrigiert worden, allerdings nur minimal. Die Aktie war im Blick der Analysten auch schon knapp über 2.000 Euro wert, aber durch eine monatelange Abwärtsfahrt ist hier etwas Schwung herausgekommen.

Dennoch: Es fehlen über 50 % bis zu dem Kursziel der Analysten. Das wiederum hat Gründe. Das Auftragsvolumen, das Rheinmetall noch zu bearbeiten hat, ist immer noch extrem hoch. Es wurde bei 73 Milliarden Euro angegeben, als das erste Quartal beendet war. Das Unternehmen dürfte seither das Auftragsvolumen sogar noch gesteigert haben.

Die jüngsten Aufträge kamen zweimal von der Bundeswehr. Dabei ging es unter anderem um Militär-Lkws. Ein Auftrag kam aus Rumänien. Über 5 Milliarden Euro wurden dort als Auftragsvolumen angenommen. Dies war der höchste Auslandsauftrag überhaupt.

Neue Kooperationen können helfen

Die Aktie von Rheinmetall dürfte auch davon profitieren, wenn es um die wirtschaftlichen Vorgänge geht. Wie jüngst bekannt wurde, hat Rheinmetall eine Kooperation mit OHB für die Satellitenkommunikation begonnen. Diese Kommunikation ist für die Weltraumverteidigung bedeutend. Allerdings hat der Markt quasi nicht reagiert. Dabei hat die Bundesregierung für genau diesen Sektor insgesamt über 30 Milliarden Euro vorgesehen, so wurde vor Monaten bekannt.

Die Notierungen von Rheinmetall haben auch auf andere Nachrichten quasi gar nicht reagiert. So hat Rheinmetall jetzt mehr oder weniger sicher avisiert, dass es Gespräche über eine Rüstungsproduktion in Japan geben würde. Dies wiederum ist eine durchaus spektakuläre Nachricht, denn eine Produktion in Japan würde vor allem dann sinnvoll sein, wenn man dort überhaupt insgesamt in Asien so tätig wird, dass eine ortsnahe Verteidigungsproduktion wichtig wäre.

Rheinmetall: Ist das schon teuer?

Der Markt hat allerdings auch diese Vorgabe überhaupt nicht angenommen. Tatsächlich ist das Unternehmen mit einem erwartbaren Umsatz in Höhe von circa 14,15 Milliarden Euro im laufenden Jahr und einem Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro sicherlich zumindest nicht teuer bewertet.

Der Umsatz wird im kommenden Jahr bei noch einmal knapp 5 Milliarden Euro Steigerung erwartet. 19,01 Milliarden Euro, so lauten die derzeitigen Schätzungen dazu. 2,4 Milliarden Euro soll das Nettoergebnis bis dahin umfassen. Dies wären noch einmal 800 Millionen Euro mehr und damit eine Steigerung um 50 % gegenüber dem erwarteten Ergebnis im laufenden Jahr.

Damit wird Rheinmetall spätestens im kommenden Jahr bezogen auf die Faktoren und Kursniveaus so günstig, wie es kaum gefordert werden kann. Das KGV dürfte bei 22,8 liegen, so lauten die derzeitigen Schätzungen. Der Marktwert wird bei circa 50 Milliarden Euro angegeben.

Die Aktie ist damit für die wirtschaftlich orientierten Investoren und Analysten sicherlich deutlich attraktiver als für die technischen Analysten. Im Moment haben wohl die technischen Analysten und Investoren die Nase vorn, da die Stimmung im gesamten Rüstungssegment schwach ist.

Dies liegt unter anderem an der Sorge, dass die Zinssätze sich erhöhen, und zum Zweiten auch an der Sorge, dass die Deckungskapazitäten nicht reichen, um die Rüstungsaufträge anzunehmen. All das ist etwas schwammig, allerdings hat der Markt eben dem gesamten Sektor seit einigen Monaten das Vertrauen entzogen.

Eventuell ist die Rheinmetall auch unterbewertet!

Darunter leidet auch die Aktie Rheinmetall, die an sich hier, wirtschaftlich orientiert betrachtet, deutlich unterbewertet ist.

In der neuen Woche sollte es spannend werden, denn jetzt entwickeln sich auch die Iran-Gespräche offensichtlich neu. Der Iran hat die Friedensgespräche mit den USA in der Schweiz am Sonntag abgebrochen und ist abgereist. Ob dies das letzte Wort gewesen sein wird, ist natürlich offen.

Dass diese Art von Gesprächen Einfluss auf die Kursbildung auch bei Rüstungsaktien wie Rheinmetall hat, hat die Vergangenheit gezeigt.

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