Am Mittwochmorgen durchbrach die Rheinmetall-Aktie die 1.000-USD-Schwelle, nachdem der Titel letzte Woche wegen der von der Bundesregierung verworfenen Fregatten-Bestellung nach unten gekracht war. Konkret ging es für den Wert am Mittwochvormittag um 2,5 % auf 1.015 Euro nach oben (Stand: 01.07.2026, 9:30 Uhr).
Kürzlich hat der deutsche Rüstungskonzern erneut einen Auftrag aus der Ukraine eingeheimst: Der von Russland angegriffene Staat hat Rheinmetall mit der Lieferung von 155-mm-Artilleriemunition beauftragt. Der Auftragswert liegt im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und wird noch im zweiten Quartal 2026 verbucht. Die Produktion ist bereits angelaufen. Die komplette Auslieferung soll bis Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen sein.
Rheinmetall-Aktie: Geschosse und Treibladungen aus spanischer Fertigung
Der Auftrag umfasst 155-mm-Artilleriegeschosse und Treibladungen im niedrigen fünfstelligen Bereich. Gefertigt werden die Munitionskomponenten bei Rheinmetall Expal Munitions in Spanien. Bei den Geschossen handelt es sich um den Typ ER02A1-B/B, welche gemeinsam mit den M203-Treibladungen bereits in mehreren NATO-Ländern im Einsatz sind. Beide Komponenten sind mit einer breiten Palette gängiger 155-mm-Waffensysteme kompatibel und zeichnen sich durch hohe Reichweite und Wirksamkeit aus.
Der Ukraine-Auftrag reiht sich in eine Serie von Munitionslieferungen ein, mit denen Rheinmetall seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 systematisch seine Rolle als wichtigster europäischer Munitionslieferant ausgebaut hat. Der Konzern investiert derzeit massiv in den Ausbau bestehender Anlagen und den Aufbau neuer Produktionsstandorte. Das Ziel: eine jährliche Fertigungskapazität von rund 1,5 Millionen 155-mm-Artilleriegeschossen bis Ende der 20er-Jahre.
Rheinmetall-Aktie: Nachfrage nach Artilleriemunition dürfte anhalten
Zur Einordnung: Die Nachfrage nach großkalibriger Munition dürfte strukturell hoch bleiben – unabhängig vom weiteren Kriegsverlauf. Selbst bei einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine dürfte der Wiederaufbau erschöpfter Munitionslager der NATO-Staaten die Nachfrage auf hohem Niveau halten und Rheinmetall als führendem europäischen Produzenten zumindest mittelfristig Umsatzsicherheit geben.
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