Liebe Leserinnen und Leser,
eine durchaus schwache Entwicklung hat derzeit die Aktie der Rheinmetall genommen. Mit dem Abschluss am gestrigen Abend ging es für das Papier um -5,37 % innerhalb von einer Woche nach unten. Am Donnerstag selbst war die Aktie um 1,97 % gestiegen. Der Kurs, mit dem sich die Rheinmetall aus dem Handel verabschiedet hat, liegt bei 1550,50 Euro.
Das ist sicherlich nicht ausreichend, um hier von einer Erholung zu sprechen. Es sei daran erinnert, dass das Papier noch vor kurzem deutlich über 1600 Euro notierte. Jüngst war das Problem für die Rheinmetall, dass die präsentierten Quartalszahlen inklusive der Prognose für das nun laufende Jahr in keiner Weise den Erwartungen im Markt entsprochen zu haben scheint. Ganz konkret:
Rheinmetall hatte kürzlich am Mittwoch bei den Schätzungen für das laufende Jahr einen Umsatz in Höhe von 14 bis 14,5 Milliarden Euro avisiert. Möglicherweise waren die Analysten schon damit nicht zufrieden, auch wenn der Konsens bei den Schätzungen sogar etwas darunter lag.
Die Umsätze werden langfristig sogar noch weiter klettern!
Aktuell ist davon auszugehen, dass die Umsätze im Jahr 2027 sogar auf über 19 Milliarden Euro klettern, so der Markt. Selbst das reicht offensichtlich nicht aus, um die Märkte zufrieden zu stellen. Das avisierte Umsatz-Wachstum im laufenden Jahr kann relativ betrachtet bei circa 40 % liegen.
Für das dann folgende Jahr wäre noch einmal ein Aufschlag in Höhe von knapp 40 % denkbar. Diese Relationen scheinen nicht zu reichen, um die schwache Stimmung am Markt für die Rheinmetall und auch für andere Rüstungsaktien hier zu beseitigen.
Am Donnerstag war zwar ein kleiner Kursgewinn, wie oben beschrieben, um 1,97 % verzeichnen. Am Tag davor, am Mittwoch mit der Bekanntgabe der Zahlen, allerdings war das Papier um über 8 % gesunken. Diese Reaktion auf die Quartalszahlen war besonderes enttäuschend. Es gibt zahlreiche Analysten, die dem Unternehmen und seiner Aktie durchaus deutlich mehr Potenzial zu schreiben.
Im Mittel bleiben die Analysten dabei, dass das durchschnittliche Kursziel bei weit über 2000 Euro liegt. Aktuell wird im nun neuen Konsens ein Ziel in Höhe von 2105,25 Euro angenommen. Selbst das niedrigste Kursziel wird noch bei 1700 Euro gesehen. Dies wäre also ein Aufschlag um annähernd 10 %.
Rheinmetall Aktie Chart
Das höchste Kursziel sehen die Analysten nunmehr bezogen auf die derzeitige Situation bei 2500 Euro. Also hat die Aktie enormes Spiel, was mögliche Kurssteigerungen betrifft. Alle Zahlen sprechen dafür, dass zumindest das Wachstum in diesem Jahr und im kommenden Jahr noch deutlich vorankommen wird.
Die Zahlen für die Rheinmetall sind unverändert vielversprechend
Aktuell allerdings gibt es immer wieder Stimmen, die bei den Rüstungs-Aktien insgesamt davon sprechen, dass die Luft raus sei. Der tatsächliche Grund für die Schwäche in diesem Sektor ist allerdings wohl eher, dass es immer wieder Ängste zu den Friedensverhandlungen gab. Der Markt fürchtete stets, dass eine Friedensverhandlung in der Ukraine zu einem Ergebnis führen könnte, welches die Rüstungsbranche bremsen würde.
Das allerdings ist in diesen Tagen sicherlich nicht zu vermuten. Selbst wenn es zu großen Friedensschlüssen käme, die Aufrüstungsprogramme sind schon lange beschlossen und teils auch aktiviert.
Die NATO hat beschlossen, dass ihre Mitgliedsländer bis zum Jahr 2035 den Anteil der Rüstungsausgaben am jährlichen Bruttoinlandsprodukt BIP auf 5 % nach oben schrauben müssen. Das wäre sicherlich mindestens eine Verdopplung der derzeitigen Engagements. Dazu existieren weitere Annahmen.
Die EU wird im Sommer nach den bisherigen Plänen ein Programm vorlegen, mit dem die Staatengemeinschaft eine eigene Aufrüstung und Verteidigung realisieren möchte. Hier wird also möglicherweise weiteres Geld in die Hand genommen, um es direkt in die Rüstungsindustrie zu speisen.
Rheinmetall wartet auf mehrere hundert Milliarden Euro
Rheinmetall hatte ohnehin genau damit gerechnet. Schon vor einigen Monaten hatte das Düsseldorfer Unternehmen angegeben, dass es davon ausgeht, die EU würde bis zum Jahr 2030 bis zu 1 Billionen Euro in die Rüstung investieren lassen. Rheinmetall selbst wollte davon bis zu 300 Milliarden Euro an Gesamtauftragsvolumen haben.
Hier schließt sich der Kreis. Die oben genannten Umsatzziele für die aktuellen Jahre 2026 und 2027 reflektieren diese Erwartungen von bis zu 300 Milliarden Euro für die Rheinmetall innerhalb der EU bis zum Jahr 2030 noch gar nicht. Deshalb greifen wir an dieser Stelle erneut zu einer Umsatzschätzung, die Rheinmetall selbst abgegeben hat.
Der Umsatz des Jahres 2024 soll bis zum Jahr 2030 um das Fünffache steigen. Mit anderen Worten, es ist dann mit einem Umsatz in Höhe von deutlich mehr als 40 Milliarden Euro zu rechnen, vielleicht von 45 Mrd. Euro. Dies wäre wiederum gegenüber dem Jahr 2027 nach den bislang vorliegenden Daten mehr als eine Verdopplung.
Wenn die Umsätze weiter wachsen, dann wird auch der absolute Gewinn für das Unternehmen weiter steigen. Die operative Ergebnismarge liegt bei circa 19 %. Insofern ist steigender Umsatz hier mit wachsenden Gewinnen verbunden.
Die Nachrichtenlage ist für die Rheinmetall noch immer günstig
Die aktuelle Nachrichtenlage zeigt, dass diese Erwartungen der Tendenz nach offensichtlich richtig sind. So hat Rheinmetall in den vergangenen Tagen bis quasi zum Schluss immer wieder neue Projekte und Kooperationen zu verkünden. Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass die Düsseldorfer zusammen mit OHB und Airbus zusammen über Satellitensysteme und die Entwicklung derselben gesprochen haben.
Damit zielen die Unternehmen sicherlich auf das Programm in Deutschland ab, dass laut Regierung bis zu 35 Milliarden Euro Investitionen umfassen soll. Zudem hat die Rheinmetall eine kroatische Beteiligung bei einem Fahrzeughersteller auf 51 % hochgeschraubt.
Rheinmetall ist quasi an allen Fronten im wahrsten Sinne des Wortes aktiv. Es wäre erstaunlich, wenn die Analysten mit ihren hohen Kurszielen, die oben bereits thematisiert worden sind, nicht recht behalten.
Die aktuelle Kurs-Entwicklung spiegelt sicherlich diese Prognosen nicht wieder. Formal ist die Aktie tatsächlich im Abwärtstrend. Es fehlen mindestens 100-150 Euro, um formal wichtige Indikationen nach oben zu wenden. Allerdings ist immer noch davon auszugehen, dass die Rheinmetall aus wirtschaftlicher Sicht den Erwartungen der Analysten entsprechen kann.
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