Rheinmetall ist zuletzt unter die letzten Tiefs und damit auch unter die Unterstützungszone gefallen. Auslöser waren die Unternehmensnachrichten. Die Zahlen für das Jahr 2025 waren zwar sehr stark, der Ausblick fiel jedoch enttäuschend aus.
Prognose solide, Markt reagiert verhalten
Die Zahlen für 2025 sind auf allen Ebenen beeindruckend. Mit knapp 10 Milliarden Euro Umsatz, über 1,8 Milliarden Euro operativem Ergebnis und einer Marge von 18,5 % gehört Rheinmetall zu den aktuell stärksten Playern im Defense-Sektor.Das Problem liegt jedoch nicht in der Vergangenheit, sondern in der Erwartungshaltung für die Zukunft. Genau hier setzt die Enttäuschung an. Für 2026 stellt Rheinmetall zwar ein sehr starkes Umsatzwachstum von 40–45 % in Aussicht, also eine weitere Beschleunigung auf bereits hohem Niveau. Gleichzeitig bleibt das Management bei zwei zentralen Punkten bewusst vorsichtig, Marge und vor allem Free Cashflow.
Die Marge soll „nur“ auf etwa 19 % steigen und liegt damit leicht unter den Erwartungen vieler Analysten. Noch wichtiger ist jedoch die Free-Cashflow-Konversion, die bei über 40 % des EBIT liegen soll. Das ist deutlich weniger als die 70–90 %, die Teile des Marktes zuvor eingepreist hatten. Genau hier liegt der Knackpunkt. Der Markt erwartet bei Rheinmetall nicht nur Wachstum, sondern vor allem Cash-Generierung. Bei einem Auftragsbestand dieser Größenordnung stellt sich zunehmend die Frage, wie schnell dieser in liquide Mittel umgewandelt werden kann.
Das Management argumentiert nachvollziehbar, Anzahlungen, Projektstrukturen und Großaufträge führen zu starken Schwankungen im Cashflow, weshalb man bewusst konservativ guidet. Für Investoren wirkt das jedoch zunächst wie Unsicherheit und diese wird an der Börse oft abgestraft.
Trotzdem bleibt die strukturelle Story intakt, wenn nicht sogar stärker denn je. Rheinmetall entwickelt sich zunehmend zu einem reinen Rüstungskonzern, trennt sich vom Automotive-Geschäft und positioniert sich klar als Profiteur steigender Verteidigungsbudgets. Neue Kooperationen, etwa mit Indra in Spanien, sowie die Aussicht auf weitere Großaufträge unterstreichen diese Entwicklung.
Rheinmetall-Aktie im Chart-Check
Nach der langen Konsolidierung auf sehr hohem Niveau hat die Aktie zunächst die Unterstützungszone zwischen 1.484 und 1.566 Euro unterschritten und ist anschließend wieder in Richtung der Hochs gelaufen. Nach einer erneuten Abweisung an den Hochs ging es jedoch wieder nach unten, wobei die Aktie nun erneut unter die Zone gefallen ist und auch die vorherigen Tiefs unterhalb dieser Zone unterschritten hat. Unter dem aktuellen Kurs befindet sich eine weitere Unterstützungszone zwischen 1.318 und 1.348 Euro. Diese ergibt sich aus der vorherigen Seitwärtsphase sowie den Tiefs, bevor es im April 2025 zu einem weiteren Anstieg kam. Für weitere Stärke im Markt und neue Käufer wäre es wichtig, dass diese Zone nicht unterschritten wird. Sollte das dennoch passieren, würde das für eine größere Korrektur sprechen und ein Rücklauf in Richtung der 1.000-Euro-Marke möglich werden. Hier die Rheinmetall-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/W92P8san/
Sollte der Kurs die aktuelle Unterstützungszone anlaufen, könnte sich daraus eine Kaufchance ergeben. Wichtig ist dabei, dass der Markt sich an der Zone hält und nicht darunter fällt. Die erste Hürde auf der Oberseite wären die vorherigen Tiefs sowie die entsprechende Zone.
Auf der Short-Seite würde ich erst aktiv werden, wenn die Zone bei 1.320 Euro nachhaltig nach unten durchbrochen wird. In diesem Fall würde ich zusätzlich abwarten, ob der Kurs diese Marke erneut anläuft und dort eine Abweisung zeigt.
Ihr Konrad
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