Rheinmetall-Aktie: Das sieht keiner!

Rheinmetall erwartet eine Umsatzverfünffachung bis 2030 und könnte damit deutlich unterbewertet sein, trotz aktuell hohem KGV und jüngstem Kursrückgang.

Auf einen Blick:
  • Aktie im Abwärtstrend bei hoher Bewertung
  • Umsatzverfünffachung bis 2030 prognostiziert
  • Neues Milliarden-Geschäft durch Raumfahrt-Kooperation
  • Markt unterschätzt langfristige Auftragsperspektiven

Liebe Leserinnen und Leser,

auch am Donnerstag enttäuschte die Aktie Rheinmetall aus Düsseldorf. Die Notierungen sind um -0,79 % gesunken. Sie erreichte einen Kurs in Höhe von 1579,50 Euro. Damit ist die Aktie ganz klar im Abwärtstrend. Sie ist jetzt auch ziemlich genau auf dem Ausgangsniveau angekommen, auf dem die Aktie zum Jahresbeginn gestartet war. Damit zählt die Rheinmetall ebenso wie andere Unternehmen aus der Rüstungsbranche sicherlich zu den am stärksten enttäuschenden Werten in diesem Jahr, sofern es um relativ bedeutende Unternehmen geht.

Denn: Die Ausgangssituation für die Rüstungsunternehmen ist ausgesprochen stark. Vor den Quartalszahlen, die das Unternehmen Rheinmetall am 11. März präsentieren wird, gilt es deshalb, noch einmal die Situation zusammenzufassen. Analysten sind weiterhin der Meinung, die Aktie hat wie auch die gesamte Branche massive Chancen auf Kurssteigerungen.

Rheinmetall: Sehr gute Aussichten?

Die Situation ist relativ eindeutig. Ausgangspunkt ist aktuell der kürzlich für dieses Jahr von Rheinmetall geschätzte Umsatz in Höhe von 13,6 Milliarden Euro. Die Märkte hatten einen Umsatz in Höhe von 14 Mrd. Euro oder etwas mehr erwartet. Das Nettoergebnis wird in diesem Jahr bei 1,6 Milliarden Euro zu erwarten sein, wenn sich die Ausgangsbedingungen nicht ändern. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist dies bereits ein enormer Fortschritt. Der Umsatz im vergangenen Jahr soll bei 1,01 Milliarden Euro gelegen haben, so der Markt in seinen Schätzungen. Die Zahlen sind wichtig für das weitere Verständnis der Aussichten.

Das Nettoergebnis für das vergangene Jahr wird auf 1 Milliarde Euro geschätzt. Also wird das Jahr 2026 bereits deutlich profitabler für die Rheinmetall, um ca. 600 Millionen Euro oder eben um 60 %!

Den Ergebnissen steht ein Marktwert in Höhe von 72 Milliarden Euro gegenüber. Damit wird das Unternehmen bezogen auf die aktuellen Bewertungen und Schätzungen relativ betrachtet schon günstiger bepreist. Das KGV würde sich aus den Schätzungen zu einem Wert von 42 ermitteln. Das bedeutet: Die Aktie ist um den Faktor 20 % oder sogar noch etwas mehr günstiger als noch vor einigen Wochen. Doch ist ein KGV von 40 bereits günstig? Nein.

Rheinmetall: Noch immer relativ betrachtet zu teuer

Hier setzen andere Modelle an. Die Entwicklung der Rüstungsausgaben wird der Rheinmetall in die Karten spielen. Hier kursieren verschiedene Szenarien. Nehmen wir uns die Szenarien einzeln vor:

  1. Die Rheinmetall selbst hat vor einiger Zeit geäußert, dass das Unternehmen damit rechne, dass die EU-Staaten bis zum Jahr 2030 insgesamt bis zu 1 Billion Euro an Rüstungsausgaben tätigen würden. Das wäre interessant, denn die Rheinmetall selbst rechnet dann mit Auftragsvolumina in Höhe von kumuliert 250 bis 300 Mrd. Euro. Deshalb sind die oben genannten Zahlen relevant. Das Unternehmen kann dann im Laufe der kommenden 10,15 Jahre sicherlich mit einer Vervielfachung der Umsätze rechnen, wenn denn diese Aussagen stimmen. Dass das Unternehmen tatsächlich so rechnet, zeigt sich im 2. Punkt.
  2. Denn das Unternehmen geht davon aus, der Umsatz würde sich verfünffachen bis zum Jahr 2030. Sollte diese Schätzung auch nur annähernd stimmen, dann würde die heutige Bewertung als geradezu skurril zu günstig dastehen.
  3. Nehmen wir die eben genannten Zahlen. Aktuell liegt das KGV bei rund 40. Der Umsatz würde bezogen auf das Vergleichsjahr 2024 und die Verfünffachung sicherlich bei ungefähr 45 Milliarden Euro stehen. Bei einer Marge in Höhe von 12 % kann man davon ausgehen, dass das Unternehmen dann etwa 5 Milliarden Euro Netto-Ergebnisse erzielen würde. Bezogen auf den heutigen Marktwert errechnete sich dann daraus ein KGV in Höhe von 13-14. Damit wäre das Unternehmen in allen Belangen bezogen auf die langfristige Bewertung wesentlich zu günstig. Hier lässt sich ein Vergleichswert ermitteln.
  4. Denn das Unternehmen hat historisch in den vergangenen Jahren in aller Regel KGV von zwischen 22 und 40 fabriziert, als das Wachstum begonnen hatte. Insofern wäre damit zu rechnen, dass der Kurs sich deutlich nach oben verschiebt, wenn auch nur die Annahmen über die Vervielfachung des Umsatzes zutreffen werden. Es ist dabei zusätzlich noch davon auszugehen, dass die Margen sich wahrscheinlich sogar noch etwas verbessern werden.
  5. Bis dato ist in Vergessenheit geraten, dass es Unternehmen erklärt hatte, sich vor allem auf die Rüstung zu konzentrieren. Das hat Gründe: die Auftragsvolumen nehmen massiv zu, wie hier gezeigt worden ist. Zudem sind selbstverständlich bei staatlichen Aufträgen die zu erwartenden Margen sogar höher als bei anderen Geschäften. Hier wird eine andere Art der Kostenrechnung betrieben. Und es gibt quasi keine Konkurrenz. Zwar gibt es verschiedene Rüstungsunternehmen. Allerdings ist jeweils für einzelne Produkte eine Monopolstellung zu erwarten. Würde beispielsweise wie bislang eine bestimmte Panzerart bestellt werden, dann gibt es dafür in aller Regel eben genau einen Lieferanten. Die Munition dafür oder für Waffen aus dem eigenen Haus stammt normalerweise auch vom Quasi- Monopolisten bezogen jeweils auf diese eine Art von Produkt.
  6. Dazu kommt jetzt als sechster Punkt, dass Deutschland sich auch im Weltraum verteidigen möchte. Kürzlich hat ein Verantwortlicher geäußert, dass Deutschland bis zu 35 Milliarden Euro in die entsprechende Satelliten-Kommunikation investieren würde. Wenige Tage vorher hatte Rheinmetall bereits mit einem führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, OHB, Gespräche geführt. Es geht um eine Kooperation. Das bedeutet, dass offensichtlich Rheinmetall hier sehr früh zusammen mit OHB an diesen neuen Milliarden-Ausgaben des Landes interessiert ist. Kommt es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit, wird Rheinmetall ein vollkommen neues Geschäft mit Milliarden Potenzial für sich erreichen können. All das spricht definitiv dafür, dass die Umsätze wie zu erwarten, auch tatsächlich deutlich nach oben steigen werden.

Rheinmetall: Der Markt ist noch misstrauisch

Neben all diesen Aspekten gibt es auch einen Kontraindikator. Das Unternehmen wir auch andere Rüstungsunternehmen wird insofern misstrauisch am Markt bewertet, als die Analysten, die Investoren und die Beobachter davon ausgehen, dass die Konzerne darunter leiden würden, käme es zu einem Friedensschluss in der Ukraine. Das allerdings ist komplett falsch.

Denn nach einem möglichen Friedensschluss, der bis dato noch nicht einmal in Sicht ist, würden die Rüstungsaktivitäten in der Ukraine schlicht fortgesetzt werden. Teil des Friedens wird immer sein, dass die Ukraine ein neues Verteidigungspaket aufbauen wird. Mit Hilfe er Nato, mit Hilfe der EU. Es wird massiv aufgerüstet werden. Dies betrifft dann auch die etwas westlicher gelegenen Länder wie Polen und vor allem natürlich auch Deutschland. Die EU insgesamt möchte aufrüsten und dafür bis Sommer einen weiteren Plan vorlegen. Insofern gibt es keine Zweifel, dass ein möglicher Friedensschluss nichts mit den kommenden Rüstungsaufträgen zu tun haben wird. Dieser Kontrapunkt an Märkten ist nicht ausgeräumt, er wird aber eines Tages wahrscheinlich keine große Rolle mehr spielen, wenn es nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten geht.

Rheinmetall Aktie Chart

Insofern besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem, was für die Rheinmetall als Unternehmen möglich ist und auch von den Analysten bestätigt wird und dem, was der Markt im Moment sieht. Wann sich diese Diskrepanz auflöst, kann natürlich niemand sagen. Dass allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse offensichtlich besser werden, ist relativ unumstritten.

Der Markt würde auch aus technischer Sicht wieder stärker werden, wenn die Aktie denn zum Beispiel den so genannten GD 100 überwindet. Der verläuft derzeit bei in etwa 1738 Euro. Also lässt sich sagen, wenn die Aktie die Marke von 1800 Euro wieder erobert, stehen dem weiteren Anstieg keine Hindernisse mehr entgegen. Analysten sind mit den Kurszielen von im Mittel rund 2.170 Euro auf dem richtigen Weg.

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