Liebe Leserin, lieber Leser,
trotz insgesamt hoher Kursziele der Analysten kommt die Aktie von Rheinmetall seit Monaten nicht mehr voran. Im Gegenteil. Am Dienstag im frühen Handel legen die Papiere des Rüstungskonzerns zwar leicht zu, bleiben aber weiter unter der Marke von 1.500 Euro. Von ihren Höchstständen jenseits der 2.000 Euro aus dem Oktober 2025 ist die Rheinmetall-Aktie damit weit entfernt. Dabei lässt es das Düsseldorfer Unternehmen in Sachen Neuigkeiten derzeit richtig krachen – bislang ohne Wirkung an den Märkten.
Rheinmetall baut Lager in der Schweiz
Am Freitag etwa hatte Rheinmetall vermeldet, dass die schweizer Tochter Rheinmetall Air Defence in Studen eine neue Werkstatt- und Lagerhalle errichtet. Dazu sei nun der Spatenstich im Beisein von Vertretern des Konzerns, Gemeindevertretern und des Baumanagements erfolgt. Die neue Halle soll voraussichtlich bis Ende 2026 bezugsfertig sein. Planung und Umsetzung erfolgen in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, wodurch die lokale Wertschöpfung gezielt gestärkt werde, wie Rheinmetall betont.
- Ein wesentlicher Vorteil des Standorts sei die Nähe zum Erprobungszentrum Ochsenboden der Rheinmetall Waffe Munition Schweiz AG
- Mit dieser Investition bekenne sich Rheinmetall klar zum Industriestandort Schweiz und sichere dessen langfristige Wettbewerbsfähigkeit
Satelliten-Testzentrum in Norwegen geplant
Am selben Tag kam die nächste Neuigkeit aus dem hohen Norden: Die Gemeinde Andøy und Rheinmetall Nordic AS haben demnach eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Errichtung der „Rheinmetall Integrated Process Facility“ (RhIPF) im Prærien Business Park im norwegischen Andenes zu ermöglichen. „Die geplante Anlage soll als Satelliten-Testzentrum dienen und einen wesentlichen Beitrag zum wachsenden Cluster der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie auf der Insel Andøya leisten“, so die Mitteilung. Allerdings: Das Projekt stehe weiterhin unter dem Vorbehalt einer endgültigen Investitionsentscheidung der Rheinmetall AG, heißt es.
Doch Morten Kjørum, CEO von Rheinmetall Nordic AS, gibt sich optimistisch: „Wir schätzen die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde Andøy sehr und freuen uns darauf, unsere enge Zusammenarbeit fortzusetzen, während wir dieses Projekt auf Andøya vorantreiben“, sagte er. Das Engagement und die proaktive Unterstützung der Gemeinde seien für die Realisierung dieser strategisch wichtigen Anlage „von entscheidender Bedeutung, und wir sind von den bisherigen Fortschritten sehr ermutigt“.
Rheinmetall startet USV-Produktion in Hamburg
Am Montag dann die Nachricht, dass am Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss die Serienproduktion des Kraken K3 Scout gestartet sei. „Mit dem marktverfügbaren Unmanned Surface Vessel (USV) bietet die neue Rheinmetall-Division Naval Systems gemeinsam mit dem britischen Joint Venture-Partner Kraken Technology eine unbemannte Überwasserplattform für den militärischen und zivilen Anwendungsbereich“, teilte der Rüstungskonzern mit. Je nach Konfiguration können die Fahrzeuge zur Überwachung von Seegebieten, zum Schutz kritischer Infrastruktur oder als Waffenträger für militärische Operationen eingesetzt werden.
Das bereits im vergangenen Jahr zwischen Naval Systems und dem britischen Tech-Unternehmen Kraken Technology Group gegründete Joint Venture firmiert ab sofort unter dem Namen „Rheinmetall Kraken GmbH“.
- Der Zusammenschluss bediene „die weltweit gestiegene Nachfrage nach marktverfügbaren unbemannten Plattformen unterschiedlicher Größe“, heißt es
- Die Produktion des Kraken K3 Scout sei zunächst auf 200 Stück pro Jahr ausgelegt; je nach Auftragslage können man die Produktion auf bis zu 1000 Einheiten hochfahren
Rheinmetall-Aktie ein Viertel unter Rekordhoch
Gute Nachrichten allenthalben also. Nur an der Börse will das überhaupt nicht zünden. Die Rheinmetall-Aktie verharrt mit aktuell 1.490 Euro ungefähr auf dem Niveau von vor einem Jahr. Seit ihrem Rekordhoch aus dem Oktober 2025 beläuft sich der Abschlag damit auf rund 25 Prozent.
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