Rheinmetall-Aktie: Sensationelle 100 Milliarden!

Rheinmetall verzeichnet Kursverluste und negativen Free Cashflow, trotz Rekord-Auftragsbestand von 80 Milliarden Euro und starkem Umsatzwachstum.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt auf 1.146 Euro
  • Auftragsbestand über 80 Milliarden Euro
  • Negativer Free Cashflow von 1,6 Milliarden
  • Umsatz im zweiten Quartal um 69% gestiegen

Liebe Leserinnen und Leser,

die Notierungen von Rheinmetall sind am Freitag mit einem Abschlag von 1,09 % ins Wochenende gegangen. Damit ist die Aktie auf einen Kurs von nur noch 1.146 Euro gefallen. Die Notierungen befinden sich damit wieder klar im Abwärtstrend.

Das Papier hat in der vergangenen Woche ungefähr 0,58 % gewonnen, liegt allerdings auf Sicht der vergangenen vier Wochen noch 5,48 % vorne. Rund 4 % fehlen zum GD100, 21,12 % zur 200-Tage-Linie. Das bedeutet: Die Aktie befindet sich trotz der minimalen Gewinne in den vergangenen Tagen und Wochen technisch insgesamt noch in einem Abwärtstrend. Daran beißt die Maus keinen Faden ab.

Rheinmetall Aktie Chart

Über 50 Milliarden Euro

Die Notierungen sind insgesamt aber immerhin noch 52,57 Milliarden Euro wert. Das bedeutet, die Börsen haben das Papier ganz sicher noch nicht fallen gelassen. Charttechnisch ist die Aktie allerdings in einer bedenklichen Verfassung. Die Notierungen schaffen es, die Unterstützung bei 1.000 Euro sehr gut zu verteidigen, schaffen es andererseits aber nicht, nachhaltig über 1.200 Euro zu steigen.

Das bedeutet: Die Aktie befindet sich zumindest mittelfristig betrachtet seit Mitte Januar in einem Abwärtslauf. Dieser kulminierte in einem Tiefpunkt bei 900,20 Euro. Seitdem hat sich die Aktie etwas erholt. Allerdings ist der gesamte Abwärtstrend immer noch zu deutlich, um hier Entwarnung zu geben.

Für die neue Woche ist damit derzeit noch keine starke Entwicklung bei Rheinmetall abzusehen. Das Unternehmen hat auch am Wochenende kaum neue Nachrichten am Markt platzieren können. So bleibt der Blick auf die vergangene Woche.

Die Zahlen waren gut, aber die Börsen haben dies kaum belohnt

Rheinmetall hatte immerhin am Donnerstag Zahlen geliefert, die vergleichsweise interessant waren. Der Markt belohnte dies indes nicht. Der wichtigste Punkt in diesem Zahlenwerk ist weiterhin der Umstand, dass das Unternehmen inzwischen auf einen Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro blicken kann. Der Auftragseingang ist im zweiten Quartal noch einmal deutlich gestiegen. Das Unternehmen ist hier sehr stark aufgestellt.

Die Zahlen haben zudem gezeigt, dass Rheinmetall im zweiten Quartal die operative Ergebnismarge auf etwa 17,1 % steigern konnte. Das Ziel für das laufende Jahr liegt bei 19,0 %. Die Düsseldorfer haben damit relativ viel dafür getan, das Bild für das Unternehmen weiter aufzupolieren. Der Markt hat letztlich dennoch nicht positiv reagiert.

Umsatzprognose ist gewaltig

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 ist tatsächlich durch den Wegfall der Umsätze aus dem vom Verteidigungsministerium gestrichenen F126-Fregattenprojekt gesunken. Jetzt sind 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro zu erwarten. Zuvor waren es 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro.

Zudem hat Rheinmetall offensichtlich die geplanten Investitionen etwas reduziert. Die Investitionsausgaben für das gesamte laufende Jahr hat Rheinmetall auf 8 bis 9 % des Umsatzes gesenkt. Die Umsetzung einiger größerer Projekte ist, wie das Unternehmen mitteilte, nun für 2027 vorgesehen und damit insgesamt verschoben worden.

Der nächste schwache Punkt bleibt die Cashflow-Situation. Das Unternehmen hat die Umsätze deutlich gesteigert, allerdings hat sich die Prognose für die sogenannte Free-Cashflow-Konversion schwächer dargestellt. Die Markterwartungen lagen zuvor bei ungefähr 70 bis 90 %. Tatsächlich wird hier nun ein Wert von gut 40 % angegeben.

Free Cash flow war negativ

Das bedeutet unterm Strich auch, dass Rheinmetall einen negativen Free Cashflow verzeichnete. Das hat an den Börsen durchaus für Irritationen gesorgt. Der operative Free Cashflow erreichte im ersten Halbjahr einen Wert von minus 1,6 Milliarden Euro.

Rheinmetall führte dies allerdings unter anderem darauf zurück, dass gezielt Vorräte aufgebaut wurden. Damit hat das Unternehmen darauf verwiesen, dass die negativen Free-Cashflow-Zahlen zumindest nicht ausschließlich negativ bewertet werden müssen.

Tatsächlich gibt es auch deutlich positive Signale des Unternehmens. Der Konzernumsatz im zweiten Quartal ist um gut 69 % auf 3,29 Milliarden Euro geklettert. Das lag über den Erwartungen. Im ersten Halbjahr insgesamt stieg der Umsatz um 39 % und erreichte rund 5,55 Milliarden Euro. Das lässt weiterhin darauf hoffen, dass der erwartete Gesamtumsatz im laufenden Jahr erreicht wird.

Dieser gigantische Auftragsbestand

Wie oben beschrieben, ist der Auftragsbestand bereits auf mehr als 80 Milliarden Euro geklettert. Das Management ist inzwischen der Auffassung, dass bis zum Ende des Jahres sogar ein Auftragsbestand von 100 bis 120 Milliarden Euro als neuer Rekord erreicht werden könnte.

Das wiederum bietet eine sehr gute Grundlage dafür, dass das Unternehmen auch in den kommenden Jahren hochprofitabel arbeiten kann. Eine operative Ergebnismarge von angestrebten 19 % in Verbindung mit einem extrem hohen Auftragsbestand schafft eine starke Basis für die nächsten Jahre. Auch die Umsätze sollen deutlich steigen.

Im Gesamtbild bedeutet dies, dass sich die Wachstumsaussichten für Rheinmetall weiterhin nicht wesentlich verändert haben. Das Unternehmen soll nach den Schätzungen jährlich um mehr als 30 % wachsen.

Analysten-Schätzungen im Durchschnitt sehr gut

Bezogen auf den Aktienkurs gehen Analysten im Durchschnitt davon aus, dass Rheinmetall etwa 1.690 Euro erreichen kann. An diesen Schätzungen hat sich kaum etwas geändert. Die Aktie hat damit derzeit wieder einen Abstand von rund 500 Euro zum durchschnittlichen Kursziel.

Analysten sind insofern der Meinung, dass die Aktie deutlich mehr wert ist. Möglicherweise wird das Unternehmen tatsächlich unterschätzt, zumal sich der Auftragsbestand, wie oben beschrieben, in Richtung von 100 Milliarden Euro und mehr entwickeln könnte.

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