Mit einem Plus von 1,2 % kratzte die Rheinmetall-Aktie am Dienstagmorgen an der 1.000-Euro-Schwelle. Das 6-Monats-Minus blieb mit -46 % dennoch beachtlich (Stand: 21.07.2026, 9:00 Uhr).
Derweil meldete Rheinmetall eine weitere Großbestellung der Bundeswehr. So haben die deutschen Streitkräfte im Rahmen des Projekts „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ – kurz D-LBO – einen weiteren Abruf über 100 Millionen Euro bei Rheinmetall getätigt. Auftragnehmer ist die Arbeitsgemeinschaft IT-Systemintegration, bestehend aus Rheinmetall Electronics und dem Softwarespezialisten blackned.
Rheinmetall-Aktie: 5.000 Adapterplatten und 11.000 Bedieneinheiten für tausende Fahrzeuge
Der Abruf umfasst zwei Hardwarekomponenten: 5.000 sogenannte Adapterplattensätze, die IT- und Funkgeräte in verschiedene Fahrzeugtypen integrieren, sowie 11.000 robuste Pin Pads – kompakte Bedieneinheiten für kryptografische Verschlüsselung und digitale Führungssysteme, die im rauen Feldeinsatz zuverlässig funktionieren müssen. Ergänzt werden die Lieferungen durch technische Unterstützungsleistungen, darunter die Integration von Softwarekomponenten und die Optimierung technischer Schnittstellen während der laufenden Serienintegration.
Um den ambitionierten Zeitplan der Bundeswehr einzuhalten, stellt die Arbeitsgemeinschaft zusätzlich zehn neue Serienintegrationsteams bereit, die ab dem vierten Quartal 2027 bis Ende 2028 im Einsatz sein werden.
Rheinmetall-Aktie: Milliardenprojekt als technologisches Rückgrat der Landstreitkräfte
D-LBO ist das umfangreichste Digitalisierungsprogramm der deutschen Landstreitkräfte und hat ein mögliches Gesamtvolumen im Milliardenbereich. Ziel ist die flächendeckende Ausstattung tausender Fahrzeuge und Gefechtsstände mit einer einheitlichen, verschlüsselten und mit NATO-Partnern kompatiblen digitalen Führungsinfrastruktur. Es geht also um ein System, das es Soldaten ermöglicht, in Echtzeit miteinander zu kommunizieren, Lagebilder auszutauschen und koordinierte Entscheidungen zu treffen.
Zur Einordnung: Als Rahmenvertrag mit sukzessiven Abrufen sorgt das Programm für planbare Einnahmen über mehrere Jahre – und demonstriert Rheinmetalls wachsende Stellung als digitaler Systemintegrator der Bundeswehr, weit über das klassische Waffengeschäft hinaus.
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