Rheinmetall steht an der Börse weiter unter Hochspannung. Nach dem Rückgang vom Montagabend um 1,95 % kostet die Aktie nur noch 967,40 Euro. Die 1.000-Euro-Marke ist wieder außer Reichweite, GD100 und GD200 liegen sogar jeweils mehr als 20 % entfernt.
Gerade wirtschaftlich gibt es seit einigen Wochen weitere echte Bedenken, die langfristig wirken. Im zweiten Quartal war der operative Free Cashflow mit rund 1,36 Milliarden Euro deutlich negativ. Verschobene Anzahlungen, höhere Vorräte und Investitionen in zusätzliche Kapazitäten belasteten, wie die Rheinmetall erklärt hatte. Der Ausbau der Produktion bindet also zunächst erhebliche Mittel. Hohe Zinsen sind hier derzeit ein (theoretisches) Hindernis und hemmen den Titel daher an den Börsen, die ggf. auch hierin ein Problem für die Erweiterung der Kapazitäten vermuten.
Rheinmetall: Staaten müssen bestellen
Hinzu kommt die Abhängigkeit von staatlichen Großaufträgen. Steigende Zinsen können die Finanzierungsspielräume der öffentlichen Haushalte belasten und damit neue Rüstungsprogramme schwieriger machen. Für Rheinmetall wäre es problematisch, wenn geplante Kapazitäten schneller wachsen als die entsprechenden Bestellungen.
Noch ist das Auftragsbuch mit mehr als 80 Milliarden Euro allerdings prall gefüllt. Auch die Analysten bleiben weit über dem Börsenkurs. Selbst das niedrigste Kursziel liegt bei 1.050 Euro, der Konsens bei rund 1.640 Euro und die höchsten Schätzungen reichen über 2.000 Euro.
Kurzfristig zeigt der Chart ein anderes Dilemma. Unter 1.000 Euro und mit großem Abstand zu den langfristigen Durchschnittslinien muss Rheinmetall zunächst verhindern, dass auch die Zone um 946 Euro fällt. Andernfalls wird es plötzlich sehr eng.
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