Rheinmetall-Aktie: Schlicht nicht zu erklären!

Trotz Milliardenaufträgen hat Rheinmetall zuletzt massiv an Börsenwert eingebüßt. Marktbeobachter rätseln über die Gründe, Analysten behalten ihre hohen Prognosen.

Auf einen Blick:
  • Die Rheinmetall-Aktie hat sich von ihrem Jahrestief nur leicht abgesetzt
  • Auch milliardenschwere Aufträge konnten die Anleger zuletzt nicht locken
  • Zuletzt rief die Bundeswehr weitere IdZ-ES-Soldatensysteme in Düsseldorf ab
  • Analysten behielten ihre Kursziele, die meist jenseits der 2.000 Euro liegen

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Montag war ein etwas besserer Tag für die Aktie von Rheinmetall. Nachdem die Papiere des Rüstungskonzerns am Freitag auf 1.309 Euro zurückgefallen waren, den niedrigsten Stand seit Ende März 2025, haben sie sich wieder etwas erholt. 1.365 Euro standen im Xetra-Handel zum Wochenbeginn zwischenzeitlich auf dem Kurszettel, halten konnte die Rheinmetall-Aktie dieses Niveau allerdings nicht. Aktuell werden 1.345 Euro aufgerufen. Damit notiert sie seit Monatsbeginn, als 1.593 Euro aufgerufen worden waren, noch immer satt im Minus. Marktbeobachter sind ratlos, und können sich den Niedergang schlicht nicht erklären.

Beobachter rätseln über Rheinmetall-Aktie

Denn Rheinmetall hatte in den vergangenen Tagen zahlreiche neue Aufträge erhalten, darunter milliardenschwere Bestellungen für Kamikaze-Drohnen oder unbemannte Überwasserfahrzeuge. Diese Projekte zeigen laut Matthias Kemter von der Stuttgarter Zeitung „die Innovationskraft des Unternehmens“. Analysten sähen in diesen Entwicklungen ein enormes Wachstumspotenzial, das den Umsatz bis 2030 auf bis zu 45 Milliarden Euro steigern könnte. „Dennoch ignoriert der Markt diese positiven Signale“, so das nüchterne Fazit.

  • Die allgemeine Skepsis gegenüber der Rüstungsbranche scheine ein wesentlicher Faktor für den Kursrückgang zu sein
  • „Trotz geopolitischer Spannungen und einer steigenden Nachfrage nach Verteidigungsgütern bleibt das Interesse der Anleger gering“

Fast alle raten zum Kauf der Aktie

In der Tat gilt das zwar für die Akteure am Markt, die Analysten hingegen sind mehrheitlich angetan. So liegt das durchschnittliche Rheinmetall-Kursziel aus zehn Analysen unterschiedlicher Häuser laut finanzen.net aktuell bei 2.102 Euro. Die Experten sehen somit im Schnitt ein Kurspotenzial bei den Papieren von rund 55 Prozent. Entsprechend lauten die Empfehlungen: Neun Häuser raten zum Kauf der Aktie, nur eines hat Rheinmetall auf „Halten“ gestellt.

Es war das Analysehaus Warburg Research, das seine Einstufung für Rheinmetall im März mit einem Kursziel von 1.700 Euro auf „Hold“ belassen hatte. Das Unternehmen haben die Markterwartungen leicht verfehlt, schrieb Christian Cohrs in seinem Kommentar zu den Quartalszahlen. Allerdings seien sie auch sehr ambitioniert gewesen, so der Analyst. Die aktuelle Bewertung preise eine positive geschäftliche Entwicklung bereits ein.

Hohe Kursziele für Rheinmetall bestätigt

Damit sollte er zweifellos Recht behalten, doch selbst seine vorsichtige Prognose ist längst unterschritten. Ganz zu schweigen von den Erwartungen anderer Analysten, die im Laufe des April Neueinschätzungen für den Rüstungskonzern abgegeben haben. Eine Auswahl:

  • Jefferies: 2.220,00 Euro, +64,55%
  • Bernstein Research: 2.050,00 Euro, +51,92%
  • Deutsche Bank: 2.100,00 Euro, +55,21%
  • Barclays: 2.125,00 Euro, +57,52%

Doch selbst die jüngste Erfolgsmeldung vom Wochenbeginn hat lediglich ein wenig Auftrieb für die Aktie gegeben. Denn Rheinmetall hat laut Mitteilung von der Bundeswehr einen weiteren Milliardenauftrag im Bereich der Soldatensysteme erhalten.

Nächster Milliardenauftrag durch die Bundeswehr

So habe das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bei der Rheinmetall Electronics GmbH weitere Soldatensysteme „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES) aus einem Rahmenvertrag abgerufen, meldete der Konzern am Montag. Ein Zugsystem diene zur Ausstattung einer militärischen Teileinheit und umfasse überwiegend 35 einzelne Soldatensysteme und eine Zugausstattung an Peripheriekomponenten, bestehend aus einer erweiterten IT-Ausstattung, Optiken, Optroniken, sowie der Bekleidungs-, Schutz- und Trageausstattung. Die Systeme sollen zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgeliefert werden.

Der Auftrag sieht demnach die Modernisierung von bestehenden Systemen sowie die Lieferung von weiteren 237 Zugsystemen vor und hat laut Rheinmetall einen Wert von 1,04 Milliarden Euro brutto. Die Beauftragung erfolgte im April, so dass die Einbuchung bereits im zweiten Quartal 2026 wirksam wird. Insgesamt habe der Deutsche Bundestag vor wenigen Tagen 1,3 Milliarden für das Projekt bewilligt, „so dass weitere Abrufe erwartet werden“, wie es heißt.

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