Liebe Leserinnen und Leser,
großes Entsetzen löst gestern die Aktie der Rheinmetall als ein Vertreter der Rüstungsindustrie aus. Die Notierungen sind letztlich am späten Abend in einem weiteren Rutsch auf weniger als 1800 € nach unten gestürzt. Die Aktie musste in Summe einen Abschlag in Höhe von 4,45 % hinnehmen. Das Papier erreichte am Ende der Talfahrt einen Kurs in Höhe von nur noch 1767,750 €.
Damit hat sich die Situation für die Rheinmetall überraschend wieder zugespitzt. Die Aussichten werden sich in den kommenden Tagen möglicherweise sogar etwas verdüstern, meinen professionelle technische Analysten.
Rheinmetall: Die Daten sehen nicht gut aus!
Damit hat die Aktie mittlerweile innerhalb der vergangenen fünf Handelstage fünf Handelstage 6,48 % verloren und liegt in den zurückliegenden Wochen letztlich fast schon wieder auf einer Null-Linie. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde die Rheinmetall noch im Januar mit ihrer gewaltigen Kraft in einem Zug bei über 20 % Plus die Marke von 2.000 € angreifen können. Diese Vorstellung ist inzwischen vollkommen außer Kraft gesetzt.
Rheinmetall Aktie Chart
Die Aussagen der technischen Analysten geben zu denken: Die Notierungen sind formal nur noch sehr schwach im Aufwärtstrend. Der sogenannte GD 100 als Indikator für die mittelfristige Trend-Indikation ist mit 2,4 % Vorsprung inzwischen nicht mehr weit entfernt. Der GD 200 verläuft sogar nur noch 4,3 % vom Kurs des Düsseldorfer Unternehmens entfernt.
Der schnelle Rutsch und die Nähe zu den Signalgebern bedeutet, dass die Aktie jetzt auch unter der Beobachtung von technischen Analysten steht. Algorithmen, die sich auf diese Signalgeber gleichfalls in aller Regel konzentrieren, sind schon in Lauer-Stellung, steht zu vermuten. Verliert die Aktie noch etwas an Boden, kann sich die Dynamik in den kommenden Tagen noch einmal schnell verstärken. Technische Analysten wären nicht überrascht, wenn die Notierungen jetzt tatsächlich wieder in den Abwärtstrend übergehen würden.
Damit stellt sich allerdings auch eine ganz andere Frage: Was passiert hier eigentlich?
Rheinmetall selbst hat zu der schlechten Stimmung an den Börsen nichts beigetragen. Alle Unternehmensnachrichten der vergangenen Wochen deuteten auf zusätzliche Aufträge und auf sehr starke Gewinne hin. Das Unternehmen hat dabei aus der Wahrnehmung von Analysten seine Attraktivität ohnehin nicht verloren.
Die Kursziele von Analysten liegen mit Blick auf die laufenden wirtschaftlichen Daten des Konzerns immer noch bei über 2200 €. Insofern hat sich an der Ausgangssituation für die Rheinmetall auch aus Sicht der professionellen Beobachter nichts geändert.
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Trump hat einen enórmen Einfluss
Das Geheimnis der sinkenden Kurse liegt quasi in den Händen von Donald Trump. Der hat mit seiner Außenpolitik in den vergangenen Wochen bereits für Unruhe gesorgt. Rüstungsunternehmen hatten und haben darunter gelitten, dass zeitweise der Eindruck entstand, der Frieden zwischen der Ukraine, Russland und den USA stünde unmittelbar bevor.
Die Märkte befürchten diese Aussicht aus einem unerklärlichen Grund, weil sie offenbar unterstellen, die Rüstungspläne würden dann ad acta geelgt. Das ist faktisch ausschließlich falsch, allerdings ließ sich diese Ideen Börsen selbst von professionellen Kommentaren nicht mehr beseitigen.
Alle Kommentare aus Regierungen, aus den Stäben und auch in den Medien verweisen darauf, dass die Rüstungswelle erst beginnt. Aber: Die Rüstungsmärkte hängen bezogen auf die Aktienentwicklung am Tropf dieser seltsamen Spekulation. Und damit sind sie weiterhin auch am langen Ende von Donald Trump abhängig.
Der hat nun formal zunächst die Finger von seinen Grönlandplänen gelassen. Dies hatte die Stimmung in den ersten Stunden am Donnerstag bereits gestört. Zusätzlich aber wurde nun bekannt, dass es demnächst wohl tatsächlich eine echte Dreier-Friedenskonferenz zwischen Russland, der Ukraine und der USA geben kann.
Diese Nachricht hat Eindruck hinterlassen
Jetzt verstärken die Börsen offensichtlich ihre Sorge, die oben schon skizziert worden ist. Ohren Eine Friedensverhandlung, die zu einem tatsächlichen Frieden führen würde, könne das Geschäft beeinflussen. Nahende Friedensgespräche im großen Kreis werden die Aktienmärkte daher fürchten wie der Teufel das Weihwasser.
Die Sorge bleibt dennoch unbegründet, insofern die westlichen Länder in der NATO wie auch doe EU schon lange für sich in Anspruch nehmen, eine verstärkte Verteidigung aufzubauen. Die EU plant jüngsten Gerüchten und Stimmen nach sogar im Sommer, einen entsprechenden Rüstungs-Aufbauplan zu präsentieren, mit dem die EU eine eigene Verteidigung aufbauen könne.
Zur Erinnerung: Rheinmetall ging schon vor Monaten davon aus, dass die EU über 1 Billion € in die Rüstung investieren würde (gemeint sind hier die Mitgliedstaaten der Europäischen Union). Die Rheinmetall selbst hatte mit Blick auf diese Rüstungswelle ausgerechnet, dass sie einen Anteil von bis zu 300 Milliarden € bis zum Jahr 2030 aus diesem Auftragsvolumen akquirieren wolle. Diese frühere Schätzung der Rheinmetall würde sich in diesen Monaten sicherlich noch einmal bestätigen, wenn die EU tatsächlich eine eigene Verteidigungsfähigkeit aufbauen wird.
Demzufolge kann das Düsseldorfer Unternehmen ebenso wie die Branchenkollegen den aktuellen Entwicklungen an den Aktienmärkten aus wirtschaftlicher Sicht im Grunde sogar sehr wohlwollend entgegen blicken. Die Aktie wird aus der Wahrnehmung von Analysten weiterhin nicht zufällig mit den bisher schon vorgetragenen Kurszielen bestätigt.
Es gibt keine einzige Indikation dafür, dass sich an den wirtschaftlichen Aussichten irgendetwas ändern würde. Insofern haben die Märkte hier offensichtlich mit ihrer spontanen Reaktion wahrscheinlich übertrieben.
Nun wird abzuwarten sein, ob die Börsen wie gewohnt sich bei der Rheinmetall schnell wieder entsprechend erholen werden. Noch ist der Aufwärtstrend formal wie oben beschrieben ohnehin intakt. Klar ist, dass die Börsen hier einen vollkommen falschen Eindruck gewonnen haben und sich hier Klärungsbedarf ergibt. Dies kann durchaus auch recht zägig geschehen.
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