Rheinmetall-Aktie: Es ist passiert!

Die Rheinmetall-Aktie hatte nach einer Kaufempfehlung mit Extremprognose am Dienstag noch angezogen. Am Donnerstag fällt sie erstmals wieder unter die 1.000-Euro-Marke.

Auf einen Blick:
  • Die Rheinmetall-Aktie rutschte am Donnerstag wieder unter 1.000 Euro
  • Erst am Dienstag hatte JP Morgan ein extrem hohes Kursziel bestätigt
  • Die Analysten allerdings kommen beim Rüstungstitel stets zu spät
  • Sie sahen weder den irren Aufstieg vorher, noch den heftigen Absturz

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Dienstag sah es wieder etwas besser aus für die Aktie von Rheinmetall. Nach einer Kaufempfehlung durch die US-Investmentbank Goldman Sachs mit einem Kursziel von nicht weniger als 2.300 Euro, waren die Papiere des Rüstungskonzerns von zuvor 1.020 Euro wieder auf bis zu 1.060 Euro gestiegen. Die Gefahr, dass die Rheinmetall-Aktie erneut die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro nach unten durchbrechen könnte, wirkte wieder etwas geringer. Doch was soll man sagen? Am Donnerstagsmorgen ist es passiert: Am Handelsplatz Frankfurt standen zeitweilig nur noch 990 Euro auf dem Kurszettel, bevor sich die Aktie wieder fing.

Analysten empfahlen Rheinmetall bis zuletzt

Die Analysten wurden damit Lügen gestraft – nicht nur Goldman Sachs. Ob Deutsche Bank, RBC oder Warburg Research, sie alle hatten im Laufe des zurückliegenden Monats die Aktie des Düsseldorfer Unternehmens zum Kauf empfohlen. So hatte etwa Christoph Laskawi von Deutsche Bank Research die Einstufung für Rheinmetall am 1. September mit einem Kursziel von 1800 Euro auf „Buy“ belassen. Die durchgesickerten deutschen Rüstungspläne für 2027 stützten die Anlagestory, schrieb er in seinem Kommentar.

  • Nur kurz hatte die Aktie daraufhin angezogen, den Tag sogar im Minus beendet
  • Seit der Empfehlung ging es von damals 1.117 Euro wieder zweistellig zurück

Selbst JP Morgan war zu optimistisch

Etwas zurückhaltender hatte sich Mitte August die US-Bank JP Morgan gezeigt: Die Ergebnisse des zweiten Quartals seien zwar stark gewesen, schrieb David Perry laut finanzen.net. Auf mittlere Sicht gebe es jedoch zunehmend Unsicherheiten, mahnte er. So deuteten die geänderten Prognosen der Düsseldorfer für den Auftragsbestand zum Ende des Jahres 2026 sowie die Investitionsausgaben bis 2028 auf geringere Umsätze zwischen 2027 und 2030 hin als bisher erwartet – trotz des unveränderten Konzernziels für 2030. Perry wies darauf hin, dass seine unveränderten Ergebnisschätzungen bis 2030 um bis zu 17 Prozent unter dem Konsens lägen.

In der Folge hatte der US-Analyst die Einstufung für Rheinmetall mit einem Kursziel von 1350 Euro auf „Neutral“ belassen – sah zum damaligen Zeitpunkt, die Aktie notierte bei rund 1.200 Euro, allerdings noch immer Kurspotenzial. Angesichts der aktuellen Entwicklung, rudert man bei der US-Bank nun zurück.

Rheinmetall jetzt auf „Negative Catalyst Watch“

JP Morgan drückte der Rheinmetall-Aktie nun sogar den Stempel „Negative Catalyst Watch“ auf, meldet marketscreener.com am Donnerstagmorgen. Die Analysten gehen laut dpa-Informationen „skeptisch in den Kapitalmarkttag im November“. Sie befürchteten demnach einen neuen Mix bei den Umsatzzielen, mit weniger Erlösen aus für den Konzern profitableren „alten Produkten“ wie Munition und bemannten Fahrzeugen.

Die „neuen Produkte“ aus den Bereichen Drohnen, autonome Waffensysteme und Weltraum stammten dem Bericht zufolge eher aus Gemeinschaftsunternehmen. „Konkret geht JP Morgan daher von geringeren Ergebnissen in der konzerneigenen Bilanz aus“, heißt es.

18 von 21 rieten zum Kauf der Rheinmetall-Aktie

Diese Warnung kommt für Anleger freilich reichlich spät. Andere bleiben ohnehin unbeirrt bei ihren hohen Prognosen. So liegt das durchschnittliche Kursziel für die Rheinmetall-Aktie laut marketscreener.com aktuell bei 1.669 Euro, was ein Kurspotenzial von fast 70 Prozent verspricht. Enstprechend lauten die Empfehlungen der 21 gelisteten Beobachter:

  • 18 empfehlen Rheinmetall zum Kauf
  • drei würden die Papiere derzeit halten
  • kein einziger hat die Aktie auf „Verkaufen“

Dies zeigt das Analysten-Dilemma: Während sie mit ihren Kurszielen bis zum Oktober 2025, als die Aktie bei 2.008 Euro ihr Rekordhoch ausgebildet hatte, bei Rheinmetall kaum hinterherkamen, geschieht nun dasselbe in umgekehrter Richtung. Kein einziger hatte den Absturz des Rüstungstitels vorhergesehen. Noch im Januar lag das durchschnittliche Kursziel für Rheinmetall bei rund 2.200 Euro. Goldman Sachs bleibt diesbezüglich offenbar unbelehrbar.

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)