Rheinmetall-Aktionäre mögen sich beim Anblick des aktuellen Kursverlaufs beim Rüstungskonzern an das legendäre Interview von Rudi Völler nach dem Island-Spiel im September 2003 erinnert fühlen. „Tiefpunkt, niedriger Tiefpunkt und noch ein niedrigerer Tiefpunkt“, mokierte sich der damalige Bundestrainer über die despektierliche Einschätzung des mageren 0:0 durch ARD-Moderator Gerhard Delling. Und genau das passiert bei der Rheinmetall-Aktie aktuell. Nachdem am Montag bei 1.158 Euro ein neues 12-Monats-Tief erreicht war, sich die Papiere im Anschluss wieder erholten, ging es am Dienstag zunächst weiter zurück. 1.123 Euro ist der neue Tiefststand.
Rheinmetall Aktie Chart
mwb research stuft Rheinmetall hoch auf „Kaufen“
Zu verstehen ist das kaum. Tatsächlich lautet das aktuell niedrigste Kursziel aller 21 auf marketscreener.com gelisteten Analysten 1.450 Euro, aufgerufen durch mwb research. Wenngleich sich die Aktie von Rheinmetall bis zum Abend wieder etwas erholt hatte, am Ende bei 1.162 Euro aus dem Xetra-Handel ging: Selbst zu dieser Prognose fehlen dem Rüstungstitel aktuell 25 Prozent.
- Keine Überraschung, dass sich das Hamburger Finanzinstitut nach dem Kurseinbruch wieder zu Wort gemeldet hat
- Das Kursziel blieb bei 1.450 Euro, doch mwb research stufte die Rheinmetall-Aktie jetzt von „Halten” auf „Kaufen” hoch
Zyklusrisiken wie Margenverengung, Umsatzrückgang und sinkender Free Cashflow seien im Modell von mwb bereits berücksichtigt, heißt es bei 4investors.de. Die Bewertung habe sich auf historische Medianwerte zurückgesetzt, mit einem EV/EBITDA von rund 12x und einem KGV von 24x für 2027.
Aktienkauf durch CEO als „positives Signal“
Dass Rheinmetall-CEO Armin Papperger zuletzt Aktien im Wert von über einer Million Euro zugekauft habe, werte das Institut „als positives Signal“, heißt es. Die Schätzungen von mwb sehen den Umsatz bis 2028 demnach auf 25 Milliarden Euro steigen, das EBITDA auf 6,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Rheinmetall-Aktie soll bis 2028 auf 68,28 Euro klettern, die Dividende auf 34,14 Euro. Wann dagegen die Aktie wieder klettert ist völlig offen, aller Kaufempfehlungen zum Trotz.
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