Nach den Zugewinnen der Vortage ging es am Mittwochmorgen für die Rheinmetall-Aktie wieder etwas abwärts. So verzeichnete der Rüstungs-Titel ein Minus von rund 1 % auf 1.080 Euro. Das 1-Monats-Plus verkleinerte sich damit auf 2,9 % (Stand: 29.07.2026, 9:15 Uhr).
Derweil sorgt eine Meldung des Verfassungsschutzes für Aufsehen. Laut Medienberichten hat die Behörde einen ungewöhnlich konkreten Sicherheitshinweis für die deutsche Rüstungsindustrie veröffentlicht. Darin warnt der Inlandsnachrichtendienst vor einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass Rüstungsunternehmen Ziel russischer Ausspähungs- und Sabotageaktionen werden – und schließt ausdrücklich auch gezielte Angriffe gegen einzelne Führungskräfte nicht aus.
Rheinmetall-Aktie: Polizeischutz für Rheinmetall-Chef Papperger
Rheinmetall ist dabei namentlich im Fokus: CEO Armin Papperger steht bereits unter besonderem Polizeischutz. Anfang 2024 hatten US-Geheimdienste Berichten zufolge konkrete Mordpläne der russischen Regierung gegen ihn aufgedeckt – der Kreml dementierte.
Der Verfassungsschutz ordnet die aktuelle Lage als Konsequenz aus Deutschlands umfangreicher Unterstützung für die Ukraine ein: Je mehr Rüstungsgüter Deutschland liefert, desto attraktiver werden deutsche Konzerne und ihre Führungskräfte offenbar als Angriffsziele.
Rheinmetall-Aktie: Spionage, Sabotage und verdeckte Technologiebeschaffung
Die Behörde beschreibt ein breites Spektrum möglicher Bedrohungen: von klassischer Industriespionage über Sabotageakte an der militärischen Logistikkette – verwiesen wird auf manipulierte Kameras an Bahnanlagen in Polen und Minden – bis hin zu Phishing-Angriffen über Dienste wie Signal. Russland soll außerdem gezielt versuchen, Militärtechnologie und Know-how verdeckt zu beschaffen. Mitarbeitern der Branche rät der Verfassungsschutz zu besonderer Vorsicht auf Auslandsreisen, da Mobilfunkgeräte in bestimmten Ländern ausgespäht werden könnten.
Neben russischen Aktivitäten verweist der Verfassungsschutz auf zwei weitere Bedrohungsebenen: Aktionen, die auf eine Verhinderung von Rüstungsexporten nach Israel abzielen, sowie ein nach eigener Einschätzung hohes linksextremistisches Mobilisierungspotenzial durch antimilitaristische Bewegungen. Eine vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Liste mit 21 europäischen Drohnenherstellern, die angeblich Ukraine-Lieferungen verantworten, wird als weiteres Indiz für die Dringlichkeit der Warnung angeführt.
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