Rheinmetall-Aktie: Nicht zu verstehen!

Die Aktie von Rheinmetall fiel nach Analystenabstufungen massiv. Kurios: Die aufgerufenen Kursziele lassen allesamt auch jetzt noch reichlich Luft nach oben.

Auf einen Blick:
  • Die Rheinmetall-Aktie hat nach Analystenabstufungen mit einem massiven Rücksetzer reagiert
  • Anlass waren enttäuschende Prognosen in einem Pre-Close-Call vom Mittwochabend
  • Die Experten kürzten ihre Kursziele für den Rüstungskonzern, raten aber weiterhin zum Kauf
  • Eine mögliche Lösung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA belasteten wohl zusätzlich

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Rheinmetall hat am Donnerstag den heftigsten Tagesverlust seit April 2025 hinnehmen müssen, als US-Präsident Trump einst die Märkte mit seinen bizarren Zollforderungen schockte. Von 1.679 Euro noch am Mittwoch zum Handelsschluss ging es mit den Papieren des Rüstungskonzerns in Frankfurt bis auf 1.523 Euro zurück, ein Abschlag von zeitweilig 9,2 Prozent. Zwar hat sich die Rheinmetall-Aktie inzwischen wieder etwas gefangen, notiert aktuell bei 1.592 Euro. Von ihrem Zwischenhoch bei 1.963 Euro am 19. Januar beläuft sich das Minus jedoch noch immer auf knapp 20 Prozent. Was ist da los?

Rheinmetall Aktie Chart

Rheinmetall-Prognosen liegen unter den Schätzungen

Es war wohl zum einen das Ergebnis eines sogenannten Pre-Close-Call, in dem Rheinmetall laut Medienberichten am Mittwochabend auf die anstehende Jahresbilanz und die Aussichten für 2026 eingestimmt hat. In einer vorgezogenen Telefonkonferenz mit Investoren habe der Rüstungskonzern für dieses Jahr einen Umsatz zwischen 13,2 Milliarden und 14,1 Milliarden Euro avisiert, heißt es auf finanzen.net. Der Mittelwert liege damit 12 Prozent unter den Konsensschätzungen von Visible Alpha.

  • Der Umsatz im Verteidigungsgeschäft dürfte in diesem Jahr demnach zwischen 15 Milliarden und 16 Milliarden Euro liegen, heißt es
  • „Rheinmetall bezeichnete die Schätzungen Analysten zufolge für 2026 eher als erste Indikation denn als vollständige Prognose“

Berenberg beließ Rheinmetall-Aktie auf „buy“

Dennoch zeigten sie sich in einer ersten Reaktion enttäuscht – und haben ihre Prognosen für Rheinmetall in der Folge gekürzt. Allerdings nicht in einem Ausmaß, die einen derartigen Kurssturz rechtfertigen würde. Die Privatbank Berenberg etwa hat das Kursziel für Rheinmetall laut Börsenzeitung zwar von 2.200 auf 2.100 Euro gesenkt, aber folglich die Einstufung auf „Buy“ belassen.

Der Finanzausblick auf 2026 sei schwach, schrieb Analyst George McWhirter demnach am Donnerstag nach den letzten Signalen der Düsseldorfer an den Kapitalmarkt vor der Bilanzvorlage im März. Die Auftragslage sei allerdings stark und nehme „noch Fahrt auf“. Und der Analyst war in seinem grundsätzlichen Optimismus nicht allein.

Rheinmetall-Kursziele fielen nur moderat

David Perry von der US-Investmentbank JP Morgan hat den fairen Wert für die Rheinmetall-Aktie zwar ebenfalls nach unten korrigiert, aber lediglich von 2.250 auf 2.130 Euro. Auch er hält an einer Kaufempfehlung daher fest. Der Analyst senkte laut Medienberichten am Donnerstag jedoch seine Gewinnprognosen bis zum Jahr 2030 um bis zu 14 Prozent. Dennoch rechnet Perry weiterhin mit einem außergewöhnlich starken Umsatz- und Ergebniswachstum und bewertet die Aktie „nach wie vor als attraktiv“.

  • Chloe Lemarie vom US-Analysehaus Jefferies konstatierte „enttäuschenden Prognosen des Unternehmens für die Jahre 2025 und 2026“
  • In der Folge senkte die US-Analystin den fairen Wert für Rheinmetall von 2.170 auf 2.060 Euro

Gewinnmitnahmen auch bei Renk und Hensoldt

Selbst die kritischste Beobachterin sieht demnach ein Kurspotenzial bei der Aktie von rund 30 Prozent. Und so ist der Ausverkauf bei Rheinmetall nach den Analysteneinschätzungen rational nicht zu verstehen. Möglicherweise kommt ein weiterer Umstand zum Tragen, auf den das Handelsblatt hinwies: Demnach nahmen Investoren angesichts der Hoffnungen auf eine Lösung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA in der ganzen Rüstungsbranche Gewinne mit.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi habe am späten Mittwoch erklärt, dass die geplanten Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA am Freitag im Oman stattfinden sollen. „Am Mittwoch schien das Treffen wegen Uneinigkeit zum Ort noch auf der Kippe zu stehen“, so der Bericht. Dass dies den Sektor belastete, liegt auf der Hand. Auch ohne Analystenabstufungen verloren die Aktien von Renk oder Hensoldt zwischenzeitlich um die vier Prozent. Kein Titel aber wurde derart abgestraft wie Rheinmetall.

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