Liebe Leserinnen und Leser,
für die Rheinmetall ist es gestern um 0,12 % aufwärts gegangen. Damit hat sich allerdings die grundlegende Situation nicht geändert. Ebenso wie bei anderen Rüstungsunternehmen warten offensichtlich die Märkte auf den großen Durchbruch bezogen auf die entsprechenden Rüstungsausgaben der Bundesregierung. Die stehen erst dann an, wenn die Haushaltsberatungen abgeschlossen sind. Dies soll jetzt in diesen Tagen passieren. Das wichtige Datum für alle: Am 3. und 4. September will der Haushaltsausschuss seine Beratungen abschließen! Also in wenigen Tagen! Dann fallen sehr wichtige (Ausgabe-)Entscheidungen.
Übernahme geplant
Es scheint jetzt in diesen Wochen, vielleicht auch an diesen Tagen möglicherweise sehr interessant zu werden. Deshalb ist die Rheinmetall die Aktie der Woche. Das Unternehmen zeigte jetzt auch Interesse daran, den deutschen Schiffbauer NVL zu übernehmen. Dies ist wiederum eine Nachricht, die wie eine Bombe einschlagen könnte.
Denn: damit würde sicherlich das Unternehmen noch einmal einen wichtigen Bereich im Segment der Rüstungsindustrie besetzen. Den deutschen Schiffbauer zu übernehmen, würde bedeuten, dass das abgebende Unternehmen seine ganzen militärischen Werften an die Rheinmetall überträgt. Das abgebende Unternehmen möchte sich dann nur noch mit Megayachten beschäftigen.
Der Ablauf des Verfahrens wird sein, dass jetzt der Aufsichtsrat von NVL die Übernahme in den nächsten Wochen prüfen soll. Abhängig davon, ob dann auch tatsächlich die abgebende Unternehmung, beziehungsweise deren Eigentümer, die Familie Luerssen, zustimmt, wird der Deal ggf. dann auch recht zügig über die Ziellinie gehen. Einzelheiten sind bis dato noch nicht bekannt.
Weder das abgebende Unternehmen noch die Rheinmetall haben sich hinreichend dazu geäußert, der Markt jedoch spekuliert darauf, dass dies auch tatsächlich so wie beschrieben, am Ende über die Bühne gehen wird. Dies wäre die Nachricht der Woche, insofern damit die Rheinmetall wie beschrieben auch weitere Rüstungsfelder angehen könnte. Jetzt wird es brisant.
Rheinmetall: Der Markt rechnet noch nicht mit
Das Unternehmen selbst ist aktuell am Markt nicht so gut bewertet, wie es vielleicht die Aktionäre vor Wochen oder Monaten geplant hatten. Erwartet werden tatsächlich von Beobachtern Kurse über 2000 €. Dem schließen sich auch Analysten an. Tatsächlich hat die Aktie mit nunmehr 1647,5 € brisante Ausgangssituation erreicht.
Rheinmetall Aktie Chart
Noch scheint es Probleme am Markt mit dem Trend zu geben. Der Titel hat den GD 100 unter kreuzt. Dies ist die Indikation dafür, dass der mittelfristige Aufwärtstrend aus der Sicht der technischen Analysten derzeit noch nicht wieder erreicht worden ist. Es fehlen immer noch zehn Euro. Das ist allerdings auch aus Sicht der technischen Artisten eine Lappalie, die derzeit keine besonders große Rolle spielt.
Algorithmen, die typischerweise in solchen Unternehmen mit solchen Indikatoren investieren oder investieren lassen, werden dies auch mit entsprechenden Puffern noch machen. D.h. am Ende nur, dass die Entwicklung sich immer noch nach oben drehen würde, wenn Kurse in Höhe von 1700-1750 € erreicht würden. Zudem ist der GD 200 massiv überwunden. Der verläuft bei 1267,30 €. Das Unternehmen ist also in einem nachvollziehbaren Tin Aufwärtstrend.
Nur geht es jetzt in diesen Tagen darum, in den kommenden Wochen und Monaten die Vorbereitungen der vergangenen Wochen dann auch in steigenden Umsätzen und Aktienkurse umsetzen zu können. D.h.: Rheinmetall hat nach Lösungen für den schnellen Kapazitätsaufbau gesucht. Das wiederum würde bedeuten, dass es Unternehmen die nun folgende mögliche Auftragswelle aus Deutschland dann auch relativ schnell bearbeiten soll.
Es ist alles gerichtet. In Summe bedeutet die aktuelle Warte- Situation für die Rheinmetall in erster Linie, dass die Umsatz-Entwicklung noch hinter den Erwartungen zurückliegt. Kürzlich wurde aus Anlass der Berichterstattung zu den Quartalszahlen von einer Enttäuschung um 4 % berichtet. Zudem wurden die Gewinn-Erwartungen nicht erreicht. -2,9 % gegenüber den Schätzungen musste das Unternehmen zähneknirschend einräumen.
Allerdings verwies auf die Rheinmetall selbst darauf, dass die Zahlen sich noch in diesem Jahr auf das Niveau der Erwartungen wieder bewegen würden. Die Verzögerung, die in vergangenen Wochen und Monaten eingetreten ist, sei jedoch darauf zurückzuführen, dass die Regierungen und vor allem die Regierung in Deutschland sich noch anders als erwartet sortieren, um es lax zu formulieren.
Die Regierung in Deutschland diskutiert über den oben genannten Haushaltsentwurf aktuell auch noch für das Jahr 2025, das annähernd zu acht Monaten schon beendet ist. Insofern werden dann auch Gelder freigegeben werden, wenn der Haushalt verabschiedet worden ist, die dann rückwirkend für dieses Jahr sicherlich an den Märkten noch landen werden. Darauf wartet die Rheinmetall.
Es kann schnell losgehen
Dass die Märkte also warten, dass das Unternehmen wartet, hat auf die Analysten des Unternehmens bis dato gar keinen Eindruck hinterlassen. Im Gegenteil, es gibt sogar zunehmend Stimmen, die das Unternehmen noch einmal positiver sehen. So hat AlphaValue/Baader Europe das Rating angehoben. Statt verkaufen wird nunmehr das Unternehmen beziehungsweise dessen Aktie zum Kauf gestellt. Der Zielpreis wurde von 1761 auf 1809 € geändert.
Insgesamt haben die Analysten ihre Einschätzung nicht geändert. Derzeit gehen die Analysten von einem mittleren Kursziel in Höhe von 2110 € aus. Das wäre ein Abstand in Höhe von 28,85 %. Die meisten Analysten raten weiterhin zum Kauf. Ein Grund dafür ist derzeit sicherlich, dass auch die Einschätzungen der Analysten darauf beruhen, dass die Aufträge, die bis dato nicht erwirtschaftet worden sind, noch beim Unternehmen einlaufen werden.
Eine Überlegung unterstreicht die aktuelle Situation.
Das Zahlenwerk ist weiterhin etwas besser, als es am Markt derzeit bewertet wird. Jedenfalls relativ. Derzeit macht das Unternehmen im Bereich der sogenannten Rad- und Kettenfahrzeuge und anderen Fahrzeugen einen Umsatzanteil in Höhe von 38,7 %. Nun ist bekannt, dass das Unternehmen seine Strategie ändert und auch ändern wird.
Es wird mehr in Richtung Rüstung gehen. Damit wird auch in diesem Bereich der Anteil sicherlich noch einmal steigen. Auch die Waffen- und Munitionssysteme, die bis dato 26 % des Umsatzes ausmachen, werden mit einiger Wahrscheinlichkeit einen etwas höher an einem Umsatz haben können. Das trifft voll auf die Ausgangssituation mit steigenden Militärausgaben.
Dies dokumentiert sich auch in den erwarteten Ergebnis Entwicklungen. Der Markt erwartet derzeit beim Nettoergebnis einen weiteren Anstieg. Die Netto-Marge war im vergangenen Jahr mit ungefähr 7-8 %, je nach Betrachtungsweise relativ enttäuschend, da sie in etwa auf dem Niveau der vorhergehenden Jahre verbleibt. Die Netto-Marge wächst in diesem Jahr auf etwa 10 %.
In den kommenden Jahren soll sie auf 10,5 und dann 11 % wachsen. Insofern verdient das Unternehmen bei steigenden Umsätzen noch einen höheren Anteil. Der Umsatz wird im laufenden Jahr am Markt derzeit bei 12,5 Milliarden € taxiert. Das wäre eine satte Steigerung um mehr als 20 % gegenüber dem Vorjahr.
Für das kommende Jahr erwarten die Märkte Umsätze zwischen 17 und 18 Milliarden €. Dies wäre gleichfalls eine entsprechend wachsende Umsatz Entwicklung bei steigenden Nettomargen. Für das Jahr 2027 erwartet der Markt jetzt bereits den Durchbruch auf mehr als 20 Milliarden € Umsatz. Insofern wird das Unternehmen mehr Geld verdienen als bis dato und ist noch nicht hinreichend dafür gewürdigt worden.
Ganz konkret: der Umsatz wird sich 2025 2026 und 2027 jeweils um weitere mehr als 30 % nach oben schieben. Das EBITDA wird sich den Kalkulationen nach in den kommenden Jahren um bis zu 40 % bezogen auf das jeweilige Vorjahr nach oben schieben. Das Netto-Ergebnis wird in einem Fall, dem Jahr 2026, sogar um 50 % Steigung gegenüber 2025 erwarten können.
All das ist im Aktienkurs des laufenden Jahres mit den relativ schwachen Entwicklungen seit Mitte April nicht mehr so dokumentiert wie bis dahin. Die Analysten-Schätzungen steigen weiterhin immens, wie oben beschrieben, der Markt indes wartet wegen der fehlenden Aufträge auf unmittelbare Aufträge. Dieses GAP gilt es zu schließen, so jedenfalls Analysen und Beobachter. In der Spitze werden sogar Annahmen darüber getroffen, dass das Unternehmen 2500 Euro beziehungsweise sogar in einem Fall 3000 € wert sein kann. Alles wird wahrscheinlich eine Frage dessen sein, dass die Auftragslage in Deutschland relativ schnell zunimmt.
Wer sich mit der Chartanalyse beschäftigt, sieht gleichfalls immer noch einen steigenden Trend. Erste Widerstände werden trotz der aktuell so schwankenden Kursentwicklung erst bei 1898 € erwartet. Insofern wird, wenn auch nur eine gute Nachricht aus der Politik kommt, aus dieser Sicht der Kurs relativ schnell nach oben laufen können.
Alles in allem sind die Aussichten unverändert im laufenden Aufwärtstrend gut.
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