Es war das einigermaßen versöhnliche Ende einer insgesamt erneut enttäuschenden Woche für Rheinmetall-Anleger: Die Aktie des Rüstungskonzerns verabschiedete sich mit einem minimalen Aufschlag von 0,4 Prozent bei 939 Euro aus dem Xetra-Handel, nachdem sie zuvor bis auf 920 Euro zurückgefallen war. Dennoch bleibt am Ende ein Wochenabschlag für die Rheinmetall-Aktie von weiteren zwei Prozent, das Monatsminus bleibt zweistellig. Werden sich die Papiere wieder fangen? Es kommt ganz darauf an, wen man fragt.
Widersprüchlich Prognosen für Rheinmetall-Aktie
Denn im Laufe des Freitags haben sich laut finanzen.net gleich drei Analysten zu Rheinmetall gemeldet, und die ausgegebenen Kursziele wirken wie gewürfelt. Auf diesen Gedanken könnte man angesichts der enormen Spannbreite durchaus kommen.
- RBC Capital: 1600,00 EUR, +70,89%
- Bernstein Research: 1200,00 EUR, +28,16%
- Berenberg Bank: 1020,00 EUR, +8,94%
Währen die Berenberg-Bank also kaum noch Luft nach oben sieht, rechnet Mark Fielding von der kanadischen RBC vor Quartalszahlen mittelfristig mit 70 Prozent Kursanstieg.
Die Umsatzdynamik im Industriegütersektor verbessere sich trotz konjunktureller Risiken, schrieb der RBC-Analyst in einer Sektorstudie am Freitag. Das sollte sich im dritten Quartal fortgesetzt haben, mutmaßt er. „Und es dürfte sich auch in den Aussagen zu 2027 widerspiegeln, trotz fortgesetzter Zurückhaltung der Unternehmen“, so Fielding. Bei Rheinmetall dürfte das Quartal „von einem starken Auftragseingang geprägt gewesen sein“.
Berenberg kürzt Rheinmetall-Kursziel drastisch
Davon war bislang wohl auch George McWhirter ausgegangen, der Analyst der Privatbank Berenberg hatte für Rheinmetall ebenfalls 1.600 Euro als Prognose aufgerufen. Das hat sich geändert: Er hat die Aktie am Freitag von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und das Kursziel drastisch auf 1020 Euro gekürzt. Die mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Rüstungskonzerns seien „mit Unsicherheiten behaftet“, glaubt er. Es benötige deutlich mehr Aufträge, um auch über 2030 hinaus für Wachstum zu sorgen. Immerhin: Der Kursrückgang seit Jahresbeginn könne dies teilweise eingepreist haben, so der Anaqlyst. In der Tat war Rheinmetall jüngst ganz knapp am Jahrestief vorbeigeschrammt.
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