Rheinmetall-Aktie: Mut gemacht!

Die Aktie von Rheinmetall zog zuletzt wieder deutlich an: Die vorläufigen Quartalszahlen waren beim Rüstungskonzern besser als erwartet.

Auf einen Blick:
  • Rheinmetall hat vorläufige Zahlen aus dem zweiten Quartal veröffentlicht
  • Diese übertrafen laut Medienberichten die Erwartungen der Analysten
  • Der Umsatz stieg um 69 Prozent, der Gewinn hat sich glatt verdoppelt
  • Zwei Analysten bestätigten Kaufempfehlung, mit unterschiedlichsten Kurszielen

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Anleger waren bei Rheinmetall in den vergangenen Monaten wahrlich Kummer gewohnt. Von ihrem Höchststand im Oktober bei gut 2.000 Euro waren die Papiere bis Ende Juni auf 900 Euro zurückgefallen, aller Krisenherde auf der Welt und aller Analystenempfehlungen zum Trotz. Seitdem allerdings konnte sich die Rheinmetall-Aktie wieder etwas stabilisieren. Am Mittwoch machte sie gar einen mächtigen Sprung von zuvor 1.094  auf zwischenzeitlich 1.186 Euro, bvevor sie wieder etwas nachgab. Die vorläufigen Zahlen der Düsseldorfer haben den Anlegern ganz offensichtlich wieder Mut gemacht.

Rheinmetall Aktie Chart

Rheinmetall-Umsatz übertrifft Erwartungen

Denn laut übereinstimmender Medienberichte hat Rheinmetall im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Märkte mehr als erfüllt. Die Konzernerlöse seien zwischen April und Juni um 69 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen demnach auf Basis vorläufiger Zahlen am Mittwoch mit. Der Betriebsgewinn steigerte sich auf 562 Millionen Euro, „das Ergebnis sei damit deutlich besser als von Analysten erwartet“, heißt es bei der Wochenzeitung Die Zeit. So liege das operative Ergebnis 20 Prozent über der Markterwartung von knapp 470 Millionen Euro.

  • Der Bestand an Aufträgen ist dem Bericht zufolge ebenfalls deutlich gestiegen und liege inzwischen über der Schwelle von 80 Milliarden Euro
  • Dazu haben unter anderem ein milliardenschwerer Munitionsauftrag der Bundeswehr sowie ein Paket an Aufträgen aus Rumänien beigetragen

Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt

Die Skalierungseffekte treiben laut dem Anlegermagazin Der Aktionär die Profitabilität bei Rheinmetall. „Das operative Ergebnis sprang im abgelaufenen Jahresviertel auf 562 Millionen Euro. Vor einem Jahr standen hier noch 276 Millionen Euro zu Buche“, heißt es. Damit schlage der Rüstungskonzern auch in diesem Punkt die Konsensschätzung der Analysten von 469,9 Millionen Euro um fast 20 Prozent.

Der Wachstumsdruck allerdings belastet demzufolge den freien Barmittelzufluss (OFCF). Rheinmetall erwarte für das zweite Quartal „einen deutlich negativen Cashflow“. Das Unternehmen begründe dies mit verschobenen Kundenanzahlungen und dem gezielten Vorratsaufbau für die kommenden Quartale. Die endgültigen Zahlen werden für den 8. August erwartet.

Analysten bestätigen ihr Kursziel für Rheinmetall

Zwei Analysten allerdings haben sich bereits jetzt festgelegt und am Mittwoch eine Neueinschätzung vorgenommen. Die Prognosen indes könnten kaum weiter auseinanderliegen.

  • Bernstein Research: 1900,00 Euro, +65,10%
  • Jefferies: 1300,00 Euro, +12,96%

Adrien Rabier vom US-Analysehaus Bernstein Research etwa hat die Einstufung für Rheinmetall auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 1900 Euro belassen. Die vorläufigen Zahlen des Rüstungsherstellers lägen über seinen sowie über den Markterwartungen und dies auch deutlich, schrieb der Analyst in einer Schnelleinschätzung. Rheinmetall gewinne nun wieder Vertrauen zurück, glaubt er. Zusammen mit den unerwartet guten Zahlen und einer Trendwende im Zyklus der Gewinnabwärtskorrekturen sollte dies den Aktienkurs deutlich stützen, insbesondere mit Blick auf die gegenwärtige Bewertung.

Mittlere Rheinmetall-Prognose bei knapp 1.700 Euro

Bei US-Analysehaus Jefferies ist man da sehr viel zurückhaltender. Analystin Chloe Lemarie hat die Einstufung für Rheinmetall nach den vorläufigen Quartalszahlen zwar ebenfalls auf „Buy“ belassen, die Prognose von 1300 Euro lässt aber nur noch begrenzt Spielraum. Das operative Ergebnis des Rüstungskonzerns habe die Konsensschätzung deutlich übertroffen, konstatierte auch sie in einer ersten Reaktion. Der Umsatz sei 4 Prozent höher als vom Markt erwartet ausgefallen. Warum sie der Rheinmetall-Aktie dennoch kaum Aufwärtspotenzial einräumt, erklärte Lemarie nicht.

Insgesamt liegt der Konsens für die Papiere laut marketscreener.com derzeit bei 1.697 Euro, was einen mittelfristigen Kursanstieg um knapp 50 Prozent vorhersagt. Von 20 institutionellen Beobachtern empfehlen 17 den Kauf der Aktie, drei raten zum Halten. Kein einziger würde Rheinmetall im Moment verkaufen.

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