Rheinmetall-Aktie: Mit Verzögerung!

Die Aktie von Rheinmetall hat ihre jüngste Schwächephase beendet. Dabei könnte auch eine Kooperation des Rüstungskonzerns mit Boeing eine Rolle gespielt haben.

Auf einen Blick:
  • Die Rheinmetall-Aktie hat sich von ihrem Tief wieder etwas abgesetzt
  • Am Montag hatte eine Neuigkeit noch keinen Impuls setzen können
  • Gemeinsam mit Boeing setzt der Rüstungskonzern auf MQ-28 Ghost Bat
  • Die Plattform bietet Deutschland den schnellen Aufbau einer CCA

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Start in die Börsenwoche war für Rheinmetall noch nicht sonderlich erfolgreich. Doch nachdem die Papiere des Rüstungskonzerns von noch mehr als 1.200 Euro in der Vorwoche bis auf 1.120 Euro zurückgefallen waren, haben sie sich wieder deutlich verbessert. Es scheint, als ob eine Nachricht vom Montag mit Verzögerung an den Märkten und somit bei der Rheinmetall-Aktie angekommen ist. Es geht um ein zukunftweisendes Projekt mit einem anderen Branchenschwergewicht.

Rheinmetall und Boeing bereits startklar

Es ist Flugzeugbauer Boeing, der gemeinsam mit Rheinmetall der deutschen Luftwaffe die unbemannte MQ-28 Ghost Bat als Plattform für den schnellen Aufbau von Collaborative Combat Aircraft (CCA) anbietet. Die australische Kampfdrohne soll laut militär aktuell gemeinsam mit bemannten Flugzeugen eingesetzt werden und sowohl Luft-Luft- als auch Luft-Boden-Aufgaben übernehmen können.

„Während viele CCA-Programme noch in der Konzept- oder frühen Testphase stehen, verweisen Boeing und Rheinmetall auf den höheren Reifegrad der MQ-28“, so der Bericht. Die Plattform habe bereits Flugtests absolviert und an multinationalen Übungen teilgenommen.

CCA auch bei der Bundeswehr geplant

Führende Luftstreitkräfte weltweit leiten laut Rheinmetall aktuell die praktische Einführung von CCA ein, auch Jagdbomberdrohne bei Air-to-Ground-Einsätzen genannt. Sie wechselten somit von der Konzeptphase in die konkrete Schaffung dieser neuen militärischen Fähigkeit. Auch bei der Bundeswehr gebe es entsprechende Pläne.

  • „Die bisherigen Flugerprobungen zeigen, dass die MQ-28 die deutschen Anforderungen in Bezug auf Luft-Boden- als auch hinsichtlich von Luft-Luft-Einsätze erfüllen kann“
  • Der hohe Reifegrad ermögliche den unmittelbaren Aufbau souveräner Fähigkeiten – einschließlich der Integration deutscher Sensoren, Waffen und Missionssoftware

Realitätsnahe Entwicklungs- und Testumgebung

So habe die MQ-28 Ghost Bat als bislang erste und einzige Jagdbomberdrohne bereits an multinationalen Übungen (z. B. an dem US Militärmanöver Exercise Valiant Shield) teilgenommen.: „Während viele CCA-Programme weltweit noch in der Konzept-, Definitions- oder frühen Testphase sind, hat die MQ-28A Ghost Bat diese wesentlichen Entwicklungsschritte bereits durchlaufen“, lässt sich Glen Ferguson, Boeing Defense Australia, Global Director des MQ-28 Programms, in der Rheinmetall-Mitteilung zitieren.

Gleichzeitig biete die Drohne der deutschen Luftwaffe eine realitätsnahe Entwicklungs- und Testumgebung, um Verfahren und Taktiken für die Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen weiterzuentwickeln. Ferguson: „Wenn das Ziel ist, eine solche Fähigkeit bis 2029 zu erreichen, muss diese Arbeit heute mit der Entwicklung von Taktiken, Ausbildung, Definition der Streitkräftestruktur und der Integration souveräner Technologien beginnen.“

Rheinmetall macht den Anfang

Gemeinsam mit Rheinmetall, Rohde & Schwarz, Diehl Defence und Hensoldt baue Boeing derzeit ein industrielles Ökosystem auf, das Deutschland langfristig in die Lage versetzt, die benötigten Fähigkeiten im eigenen Land zu entwickeln und zu integrieren. Den Anfang mache Rheinmetall mit dem Aufbau einer eigenständigen Systemintegration für die MQ-28 in Deutschland.

„Deutschland muss sich nicht zwischen Geschwindigkeit und Eigenständigkeit entscheiden. Wir bieten einen Weg, beides gleichzeitig zu erreichen“, betont Mike Schmidt, CEO der Business Unit Air, Uncrewed and Space. Die MQ-28 ermögliche es, die langwierige Entwicklungsphase eines neuen Luftfahrzeugs zu umgehen „und direkt zur entscheidenden Aufgabe überzugehen: Die Fähigkeiten unbemannter Luftkampfsysteme für die deutsche Luftwaffe verfügbar zu machen“.

Hohe Kursziele für Rheinmetall-Aktie

  • Und so macht der Düsseldorfer Konzern klar, dass man mehr zu bieten hat als Panzer und Munition
  • Das wird offenbar immer wichtiger, auch die Analysten wissen das zu würdigen, wie sich zeigt

Die Kursziele für die Rheinmetall-Aktie jedenfalls blieben zuletzt hoch. Eine kanadische Bank stieg mit einer durchaus ambitionierten Prognose in dieser Woche beu mit ein. Doch wie aussagekräftig ist die Einschätzung?

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